Energiewende in Stuttgart: Stuttgarter Windrad schockt Alpirsbach – Bürgermeister sind in der Sache aktiv

Alpirsbacher Kulisse: Ein Windrad passt hier nicht her, finden die Menschen vor Ort.
Judith A. SägesserVor wenigen Tagen hat Harald Weber Post aus Stuttgart bekommen. Thomas Fuhrmann, der Bürgermeister und Vorsitzende des Stadtwerke-Aufsichtsrats, reagierte auf Webers Mail an den Oberbürgermeister Frank Nopper. Harald Weber lebt in Alpirsbach, mit Stuttgart hat er zu tun, weil die Stadtwerke Stuttgart gerade dabei sind, sich ein Windrad mitten in der Kulisse der Klosterstadt genehmigen zu lassen. Es soll auf die Stuttgarter Klimaziele einzahlen – in Alpirsbach ist man geschockt.

Links das Rathaus von Alpirsbach, auf dem Hügel im Hintergrund soll das Stuttgarter Windrad stehen.
Foto: Judith A. SägesserDie Stadtwerke Stuttgart haben den Windrad-Standort von einem lokalen Projektierer übernommen. Alpirsbach hatte von dem Antrag auf Genehmigung erst erfahren, nachdem er beim Landratsamt Freudenstadt eingereicht war. Das war im Februar. Was Harald Weber, der hier für den Verein Lebenswertes Oberes Kinzigtal aktiv ist, im Schreiben des Stuttgarter Bürgermeisters vermisst: eine Entschuldigung, dass Stuttgart Alpirsbach so übergangen hat. „Das wäre das Mindeste gewesen“, sagt Weber.
Stadtwerke Stuttgart übernahmen 2025
Fuhrmann betont in seinem Schreiben die grundsätzliche Bedeutung eines Austauschs. „Nach der Übernahme des Projekts durch die Stadtwerke Stuttgart im Juni 2025 sind die Stadtwerke davon ausgegangen, dass der Projektierer vor Ort die Stadt über die Übernahme des Projekts und die Einreichung unseres Antrags informiert hat.“
Das sei leider nicht – wie angenommen – geschehen, teilt eine Sprecherin der Stadtwerke auf Nachfrage unserer Redaktion mit. „Dass der Informationsaustausch bei der Projektübernahme nicht stattgefunden hat, ist sicher ein Versäumnis.“ Immerhin: „Ein aktueller Austausch mit der Bürgermeisterin ist aber seit Längerem schon terminiert und wird in Kürze stattfinden.“
Im März hatte die Kommune Alpirsbach eine Informationsveranstaltung zum Stuttgarter Windrad organisiert. Eigentlich wären die Stadtwerke gerne dabei gewesen, sagt die Sprecherin. Weil es allerdings im Vorfeld keinerlei Austausch mit der Rathausspitze zur Veranstaltung gegeben habe, habe man wieder abgesagt.
Die Sprecherin nennt als Grund Fürsorge für die Mitarbeiter. „Kolleginnen und Kollegen unserer Stadtwerke in eine solche Veranstaltung zu entsenden, ohne vorherige Abstimmung mit der veranstaltenden Kommune, das kann man nicht verantworten.“
