Eröffnung von Haus Martha in Stuttgart
: Das Bethanien zeigt sich von einer neuen Seite

Im Pflegezentrum Bethanien in Möhringen wird an diesem Freitag der Neubau Haus Martha mit einem Gottesdienst und einem Sommerfest eröffnet.
Von
Armin Friedl
Stuttgart
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So sieht der Essensbereich in den Stockwerken aus.

Martin Duckek

Kaum zu glauben, was so alles rein muss in ein neu erbautes Pflegezentrum an Dingen des täglichen Bedarfs: Das Foyer ist voll mit Rollcontainer, in denen sich noch verpackt verschiedenste Hygiene- und Putztücher und Lappen befinden. Stets kommt eine der Angestellten, um die Signatur zu überprüfen, damit der richtige Container auf der richtigen Station landet.

Die Bewohner ziehen ein

Das Pflegezentrum Bethanien am Rand von Möhringen mit einem wunderbar unverbauten Blick auf die Felder ist schon ziemlich alt. Doch jetzt erneuert es sich, und zwar sichtbar. Vor zwei Jahren wurde das Haus Maria dort eröffnet, jetzt ziehen gerade die Bewohner in ihr neues Haus Martha ein. Und dieses wird nun an diesem Freitag um 10.30 Uhr mit einem Festgottesdienst und danach mit einem Sommerfest eröffnet mit einem Zirkus und vielen leiblichen Genüssen.

Noch ist praktische Hilfe erforderlich

Gleich daneben ist immer noch das 1978 erbaute Bethanien-Haus, das einst den Möhringer Standort der Diakonissen-Pflege begründete, das nun aber leer steht und abgerissen wird. Ob da wohl auch noch weitere Pflegeheimplätze dazu kommen?

Die Nachfrage ist ja vorhanden und wird wohl in den nächsten Jahren noch zunehmen. Doch Ivana Flex, Leiterin des Hauses Martha, winkt ab. Längst gibt es dafür andere Pläne, etwa für sozialen Wohnungsbau. Denn was man dazu ja auch benötigt, ist Betreuungspersonal. Und das wird dringend überall gesucht, sei es in der Kinderbetreuung oder in der Seniorenpflege. Was daraus also wird, ist noch offen. Jetzt geht es vor allem darum, dass sich die Bewohner in den beiden neuen Häusern wohlfühlen, jetzt eben in Haus Martha. Denn da sind sich in diesen Tagen etliche Bewohner noch unsicher, wo denn nun ihr Zimmer ist. Ivana Flex und ihre Kolleginnen sind immer wieder gefordert, müssen praktische Hilfe leisten.

Gegessen wird in den Stockwerken

Es wird sicher noch etwas dauern, bis sich die Dinge eingespielt haben. Dann werden die Farbschemata greifen, welche die einzelnen Wohngruppen kennzeichnen, auch in den einzelnen Zimmern wird diese Grundtönung aufgegriffen. Eine eigene Küche gibt es nicht mehr am Onstmettinger Weg, das Essen wird geliefert. „Zu 80 Prozent ist das vorbereitet“, so Flex, „den Rest machen wir hier vor Ort.“ So kann auch besser auf individuelle Wünsche eingegangen werden. Da die Bewohner auf ihren Stockwerken essen, bleibt der Personenkreis überschaubar, das Ganze wirkt eher heimelig denn wie eine Kantine.

Flexible Lösungen

Die Zimmer selbst sind verschieden groß, sind prinzipiell für jeweils eine Person ausgelegt. „Für Ehepaare finden wir aber auch Lösungen, etwa mit einer Verbindungstüre“, so Flex. Ziel sei es eben, einerseits so flexibel wie möglich zu bleiben, andererseits die Bewohner so lange wie möglich in jenem unmittelbaren Uwimfeld zu lassen, an das sie sich gewöhnt haben. Die Erfahrung zeigt eben, dass die Pflegebedürftigkeit auch bei vertrauten Menschen sich unterschiedlich entwickelt, so Flex. Sprich: Was anfangs noch eine gute gegenseitige Stütze sein kann, wird für den einen oder anderen mit der Zeit zunehmend zur Belastung. So gibt es in Haus Martha auch einen geschützten Bereich, in dem Menschen mit schwerer Demenz unterkommen. Denn auch Demenz kann sich im Lauf der Zeit so entwickeln, dass dies zu einer nicht mehr angemessenen Belastung des Umfelds wird.

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