Femizid in Stuttgarter Wohnheim
: Gedenken an Maha D. – Frauenkollektiv ruft zu Demo auf

Vor einer Woche wurde im Wohnheim an der Türlenstraße eine getötete Frau entdeckt. Das Frauenkollektiv ruft nun zur Kundgebung auf.
Von
Christine Bilger
Stuttgart
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Schon zum zweiten Mal ist in diesem Haus ein Femizid verübt worden.

Lichtgut/Leif Piechowski

Am vergangenen Dienstag hat die Polizei Maha D. tot in ihrer Wohnung gefunden. An diesem Dienstag erinnert das Frauenkollektiv Stuttgart an die Frau, die gewaltsam aus dem Leben gerissen wurde. „Stoppt Femizide! Gerechtigkeit für Maha D.“ ist der Aufruf zur Gedenkkundgebung am Dienstag, 3. Februar 2026 überschrieben.

Die abstrakte Zeichnung auf dem Aufruf zur Kundgebung wirkt brutal: Eine Hand mit deutlich sichtbarem Ehering legt sich um den Hals einer Frau – wie um sie zu ersticken. Das Bild steht für die Tötung der 31-jährigen Pflegehelferin aus Tunesien, die am Klinikum Stuttgart beschäftigt war und in dem Wohnheim an der Türlenstraße lebte. Die Bezeichnung Femizid steht für das Töten einer Frau aufgrund ihres Geschlechts durch Männer aus ihrem Umfeld – im aktuellen Fall ist der Partner der 31-Jährigen als dringend Tatverdächtiger in Untersuchungshaft. Eine Ermittlungsgruppe der Kriminalpolizei namens „Ring“ ist mit dem Fall betraut.

Die Kundgebung ist im Stadtgarten, dem Park bei der Universität, gegenüber dem Katharinenhospital angemeldet und beginnt um 16.30 Uhr. „Frauen werden ermordet, weil ihre Väter, Partner, Brüder oder Freunde denken, einen Besitzanspruch an ihr Leben zu haben. In Deutschland gibt es mittlerweile fast jeden Tag einen Femizid und mehrere versuchte Frauenmorde pro Tag“, schreiben die Organisatorinnen im Aufruf auf Instagram.

Wer kannte Maha D.? Beiträge zur Gedenkfeier sind willkommen

Die Teilnehmenden können Blumen, Kerzen und – so sie die Getötete kannten – Bilder von Maha D. zur Kundgebung mitbringen. Wer etwas über Maha D. einbringen möchte, kann über Instagram eine Nachricht an die Organisatorinnen schreiben.

Maha D. war vergangene Woche nicht bei der Arbeit erschienen. Ihre Chefin meldete sie als vermisst. Die Polizei fuhr daraufhin zur Wohnung der Pflegehelferin und öffnete die Tür. In der Wohnung fanden sie die Tote. Eine Obduktion ergab, dass sie gewaltsam umgebracht worden war. Der Verdacht fiel schnell auf ihren Partner. Welche Anzeichen sie dafür hatte, hat die Polizei noch nicht veröffentlicht, da die Ermittlungen in dem Fall noch nicht abgeschlossen sind.

Besonders gruselig macht den Fall der Umstand, dass in dem selben Wohnheim vor zweieinhalb Jahren schon einmal ein Femizid geschehen war: Ein Ex-Partner erstach eine Frau nach einem Streit, weil sie gesagt hatte, sie sei schwanger. Er wurde vor kurzem zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt.

Das Haus an der Türlenstraße soll bis Ende des Monats leer sein.

Foto: red

Das Wohnheim soll bis Ende des Monats leer sein. Nach und nach sind die Wohnungen bereits freigemacht worden. Das war ohnehin geplant, teilt das Klinikum mit. Das Gebäude gehört der Stadt Stuttgart. Es sei nur noch etwa eine Handvoll Wohnungen genutzt gewesen. Eine Frau, die sich nach der Tat in der vergangenen Woche nicht mehr sicher fühlte in dem Haus, durfte vorzeitig ausziehen.

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