Ferry-Porsche-Challenge
: Preise für Menschen, die Kinder groß machen

Die Preisträger der Ferry-Porsche-Challenge 2025 stehen fest. Ausgezeichnet wurden 50 gemeinnützige Initiativen, die Kindern „Chancen zu wachsen“ geben. Vier kommen aus Stuttgart.
Von
Jan Sellner
Stuttgart
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  • Alle Preisträger und Nominierte der Porsche-Challenge 2025

    Ferdinando Iannone
  • Freude beim Stuttgarter Caritasverband für einen zweiten Platz mit dem Projekt „Pro Kids – no cap“

    Foto: Lichtgut/Ferdinando Iannone
  • Die Gewinner der Sonderpreise aus Stuttgart und Leipzig mit dem Stiftungsvorsitzendem Sebastian Rudolph (links) und Kuratoriumsmitglied Harald Buck (rechts).

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  • Einen dritten Platz gewannen die Vertreterinnen des Improvisationstheaters Stuttgart mit dem Stiftungsvorsitzendem Sebastian Rudolph und Kuratoriumsmitglied Vera Schalwig

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  • Porsche-Prominenz bei der Preisverleihung mit Finanzvorstand Jochen Breckner, der frühere Betriebsratsvorsitzende Harald Buck, und Vera Schalwig, zuständig für Personal und Sozialwesen (von links)

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  • Glückwünsche per Video von Porsche-Chef Oliver Blume

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  • Ihr Name ist Programm: „Happy People“ vom Stuttgarter Verein Zeit für Tanzen.

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Ein lauter Schrei: „Ja!“, entfährt es einer der Nominierten, als der Name ihres Vereins bei den Preisträgern genannt wird. Der ganze Saal lacht. Alle freuen sich mit. Die Auszeichnungen an sich und das großzügig bemessene Preisgeld geben dazu auch reichlich Anlass. Insgesamt eine Million Euro schüttet die Porsche-Stiftung an diesem Donnerstagnachmittag im Porsche-Museum bei der Preisverleihung der diesjährigen Ferry-Porsche-Challenge aus – verteilt auf drei erste Preise mit je 75 000 Euro, sechs zweite Preise mit je 50 000 Euro und neun dritte Preise mit je 25 000 Euro. Dazu kommen zwei Sonderpreise für herausragende Projekte mit je 50 000 Euro und zehn weitere Preise für die Nominierten mit je 10 000 Euro sowie 20 Anschubpreise mit je 2500 Euro. Zusammen 50 Preise. Ein großes Füllhorn.

Kein Wunder, dass der Andrang bei der jährlich ausgeschriebenen Porsche-Challenge groß ist, wenn auch nicht so groß, wie im vergangenen Jahr. 361 Einsendungen waren es diesmal, unter denen die Jury, zu der auch die Chefredakteure der Stuttgarter Zeitung und der Stuttgarter Nachrichten, Joachim Dorfs und Christoph Reisinger gehören, auszuwählen hatten. Bei der Ausschreibung 2024 waren es 650.

Das gemeinsame Anliegen: Kinder und Jugendliche stärken

Mit ihrem Preis will die Porsche-Stiftung gesellschaftlich relevanten Themen Aufmerksamkeit verschaffen und bürgerschaftliche Anstrengungen auf diesen Gebieten honorieren. „Chancen zu wachsen“, lautete dieses Mal das Thema. Gesucht waren Projekte, „die jungen Menschen Bildungs- und Teilhabechancen ermöglichen“, wie Sebastian Rudolph, Vorstandsvorsitzender der Porsche-Stiftung, bei der Preisverleihung hervorhebt. Angesprochen fühlen durften sich gemeinnützige Vereine, Organisationen und Initiativen an den Porsche-Standorten Baden-Württemberg und Sachsen.

Darunter ist der Jugendclub JuClu16 aus Meißen. Er bietet Jugendlichen die Möglichkeit, selbst aktiv zu werden – etwa beim Ausbau einer alten Turnhalle zu einem Jugendtreff. Diese Form des Ermutigens wird mit einem ersten Preis belohnt. Einen ersten Preis erhält auch der Verein Sprungbrett Bildung aus Karlsruhe, in dem Studenten Jugendliche unterstützen, die soziale Schwierigkeiten haben. Der dritte erste Preis geht an das Zukunftslabor der Auerbach-Stiftung aus Bruchsal. Die Aktiven dort helfen Schülerinnen und Schüler, durch praxisnahe Kurse in den Mint-Fächern Mathematik, Technik oder Informatik zu wachsen.

Sonderpreis für das Stuttgarter Projekt „Stell Dir vor“, das Mädchen stärken und ihnen das Unternehmertum schmackhaft machen soll. Stiftungsvorsitzender Sebastian Rudolph mit Ilke Heller und Rebecca May (von links)

Foto: Ferdinando Iannone

Freudenszenen sind ein wiederkehrendes Element bei der Preisverleihung. Zu beobachten etwa bei Susanne Karge und Hanah Hofmann, zwei ausgebildeten Erzählerinnen vom Dresdner Verein Erzählraum, die Grundschulkindern Geschichten aus aller Welt nahebringen. Dank des Preisgeldes können sie dies auch weiterhin verlässlich tun. Freude herrscht auch bei den Vertreterinnen des Improvisationstheaters Stuttgart, das mit einem dritten Preis bedacht wird. In Theaterstücken und begleitenden Workshops lernen Grundschulkinder, sich spielerisch mit Themen wie Demokratie, Toleranz und Umwelt zu beschäftigen. Ziel dieses edukativen Theaters „Klein denkt groß“ ist es, Heranwachsende für gesellschaftliche Themen zu sensibilisieren.

Chancen zu wachsen, bietet auch der Caritasverband Stuttgart und dort der Bereich Sucht- und Sozialpsychiatrische Hilfen, mit seinem Projekt „Pro Kids – no cap!“. Darin geht es um Prävention und Resilienz bei Kindern aus suchtbelasteten Familien. Die Jury honoriert dieses Engagement mit einem dritten Preis.

„Wir brauchen mehr Frauen, die sich trauen Unternehmerin zu sein“

Zwei weitere Initiativen aus Stuttgart werden an diesem Tag ausgezeichnet: „Smart & Kritisch“, ein Angebot des Georgischen Kulturhauses zur Stärkung von Medienkompetenz und kritischem Denken. Dafür gibt es einen Nominierten-Preis.

„Herausragend“ findet die Jury die Arbeit der gemeinnützigen GmbH „Stell dir vor“, ebenfalls aus Stuttgart. Ihr Ziel ist es, das unternehmerische Denken speziell bei Mädchen zu fördern und ihr Selbstbewusstsein zu stärken. Ein Unternehmerinnen- und Gründerinnen-Netzwerk soll dabei helfen. „Wir brauchen mehr Frauen, die sich Unternehmertum zutrauen“, sagt Ilke Heller, die gemeinsam mit Rebecca May das Projekt vertritt. Dafür bekommen sie lauten Beifall. „Die Mädchen sprudeln vor Ideen“, erzählen sie im Anschluss und werben schon jetzt für drei Feriencamps für Zehn- bis 14-Jährige, die sie in den Osterferien 2026 anbieten (hallo-you.de). Dafür soll auch ein Teil der 50 000 Euro verwendet werden.

Oliver Blume gratuliert per Video

Die Wertschätzung für die vielen Initiativen zur Stärkung von Kindern und Jugendlichen kommt auch in der Auswahl der Laudatoren zum Ausdruck. Zu ihnen gehören Vera Schalwig, bei Porsche für Personal und Sozialwesen zuständig, und der frühere Betriebsratsvorsitzende, Harald Buck, beides Kuratoriumsmitglieder. Anerkennung zollt den Preisträgern zudem Porsche-Finanzvorstand Jochen Breckner. Er betont die Bedeutung von Zusammenhalt in der Gesellschaft, den er durch das Erstarken der politischen Ränder bedroht sieht. Es sei wichtig, in Kinder und Jugendliche als „die künftigen Säulen der Gesellschaft“ zu investieren, sagt er. Oliver Blume, Kuratoriumsvorsitzender der Stiftung und Porsche-Chef, gratuliert den Preisträgern und Nominierten per Video: „Ihr schafft Räume und Visionen, in denen Kinder und Jugendliche wachsen können“, lobt er.

Eine Tanzformation mit treffendem Namen: „Happy People“

Was Auszeichnung und Preisgeld bewirken können, führt eindrucksvoll eine Gruppe des Stuttgarter Vereins Zeit zum Tanzen vor, der bei einer früheren Porsche-Challenge ausgezeichnet wurde. Das Preisgeld hat der Verein in inklusive Tanz-Projekte gesteckt, mit denen er es bei den Special Olympics wiederholt zu Gold gebracht hat. Seine inklusive Tanz-Formation sorgt im Porsche-Museum für Begeisterung. Ihr Name eignet sich als Überschrift über diesen mutmachenden Nachmittag: „Happy People“.

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