Festival zum Thema Baugruppen
: Stuttgart diskutiert über günstiges und innovatives Bauen und Wohnen

Trotz knapper Flächen und viel Bürokratie – wie können gemeinschaftliche Projekte bezahlbaren und lebenswerten Wohnraum ermöglichen? Ideen für Baugruppenfans werden jetzt in Stuttgart vorgestellt.
Von
Nicole Golombek
Stuttgart

Günstig und schnell Wohnungen und Häuser bauen - darum geht es beim „Zusammen Leben Festival“. Das war das Ziel auch schon vor fast 100 Jahren. Daher führt eine Exkursion auch zur Weißenhofsiedlung auf dem Killesberg in Stuttgart. Die Werkbundsiedlung wurde 1927 vom Deutschen Werkbund unter der Leitung von Ludwig Mies van der Rohe von führenden Vertretern des Neuen Bauens errichtet, teilweise unter Verwendung experimenteller Materialien. Im Bild ist das Mehrfamilienhaus, entworfen von Mies van der Rohe.

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  • In Stuttgart diskutiert das „Zusammen Leben Festival“ über bezahlbares, gemeinschaftliches Wohnen.
  • Ort und Termin: Kunstverein Wagenhalle, 19. und 20. Juni, Teilnahme kostenlos.
  • Fachtag am Freitag wird per Livestream übertragen: www.zusammenleben.jetzt – Tickets ausverkauft.
  • Programm mit über 80 Formaten, dazu Exkursionen bis zur Weißenhofsiedlung auf dem Killesberg.
  • Ziel ist politische Sichtbarkeit und bessere Rahmenbedingungen für Baugruppen und Genossenschaften.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Wie wollen wir wohnen - dieser Frage geht das „Zusammen Leben Festival“ ein. Im Kunstverein Wagenhalle in Stuttgart wird am 19. und 20. Juni über die Zukunft des Wohnens und Zusammenlebens nachgedacht.Denn gemeinschaftlich, nachhaltig und gemeinwohlorientiert zu wohnen, zu bauen und zu wirtschaften, ist ein gesellschaftlicher Trend - seien es Baugruppen oder Genossenschaften. Grundstücke oder umbaufähige Bauten zu finden, ist allerdings schwierig - zumal in Stuttgart. Auch die vielen Regularien machen solche Projekte zu einer Herausforderung.

Ein Bündnis aus neun gemeinwohlorientierten Organisationen lädt an den beiden Tagen wohn-experimentierfreudige Menschen, lokale Initiativen und Organisationen ein, die sich für gemeinschaftliches Wohnen interessieren und engagieren. Angeboten werden über 80 Veranstaltungen  - von Diskussionen und Impulsen bis hin zu Workshops und Ausstellungen.

Wie komme ich zum Festival

Das Festival findet im Kunstverein Wagenhalle e.V., Innerer Nordbahnhof 1, 70191 Stuttgart statt, die Teilnahme ist kostenlos. Tickets für das Festival sind bereits vergeben, aber der Fachtag am Freitag, 19. Juni 2026 von 10-16 Uhr wird auch per Livestream auf der Festivalwebseite übertragen: www.zusammenleben.jetzt

Dem Bündnis geht es mit dem Festival auch um politische Sichtbarkeit. Das Ziel ist, politische Rahmenbedingungen zu verbessern, seien es Fördergelder, seien es steuerliche Entlastungen, damit solche Projekte leichter realisierbar werden, sei es bei Umbauprojekten, sei es bei Neubauten. Die Hoffnung ist zudem, dass mit derlei Projekten „soziale Infrastruktur“ gestärkt wird, mehr barrierefreie Wohnungen beispielsweise und auch die Sicherung von dauerhaft bezahlbaren Mieten.

„Stuttgart sollte sich ein Beispiel an Tübingen nehmen“, sagt Kurt Kühfuß vom Netzwerk für gemeinschaftliches Bauen und Wohnen in Stuttgart. „Es gibt Städte, die Baugruppen in einem kooperativen Verfahren begleiten, wie etwa die Stadt Tübingen. Dort wird gemeinsam mit Bauwilligen an einem Antrag gearbeitet und Hilfe geleistet bei Fragen der Finanzierungsweise, wo etwas nachgebessert werden könnte, was so eine Gruppe alles bedenken muss.“

Zwei Tage Programm in Stuttgart

  • Freitag. 19.6.2026 findet von 9 bis 16 Uhr eine Fachtagung statt und Exkursionen von 16 bis 19.30 Uhr, eine Party ab 20 Uhr.
  • Samstag, 20.6.2026: 9-16.30 Uhr,  rund 70 Workshops finden in neun Räumen über den Tag verteilt zu Themen von  gemeinschaftlichem Wohnen über Finanzierung bis zu  kooperativen Planungsprozessen  statt. Veranstaltet werden diese Formate von Privatpersonen, Organisationen und Netzwerken aus dem Feld des gemeinschaftlichen Wohnens, Bauens und Wirtschaftens

Langfristige Ziele

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer können sich an den beiden Tagen über fachliche Themen austauschen und sich von guten Projekten und Initiativen inspirieren lassen. Exkursionen führen beispielsweise zu schon bestehenden oder sich in Bau befindlichen Projekten - vom Olga-Areal über das Quartier am Rotweg, zu einem seit 40 Jahren bestehenden Wohnprojekt in einer ehemaligen Fabrik in Heslach, zur fast 100 Jahre bestehenden Mietersiedlung Weissenhofsiedlung und zu einer privaten Baugemeinschaft ganz in der Nähe am Kochenhof.

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