Frauenparty beim Volksfest: „Mei Dirndl is in da Wäsch“ – wenn Ladys auf dem Wasen aufdrehen

Nicht alle Wasenbesucherinnen tragen Dirndl.
Andreas Rosar Fotoagentur-StuttgartMänner müssen draußen bleiben! Auf der Empore des Schwabenbräu-Zelts Schwabenwelt sind am Donnerstagabend, da der VfB Stuttgart in Basel verliert, die Frauen in einem abgesperrten Bereich ganz unter sich. Festwirt Michael Wilhelmer meldet für die Premiere seiner Ladys-Night (Motto: „High Heels & Hendl“): Ausgebucht! „Es war Mega mit 480 Frauen“, sagt er, „sie waren toll gedirndelt.“
Beim Mädelsabend geht’s laut und lustig zu. Die Dirndl- und Aufbrezel-Quote ist sehr hoch. Die Botschaft lautet: Wir Frauen machen uns nicht immer für Männer schön, sondern auch nur für uns. Ohne Begleitung oder Beobachtung durch Männer wird, so hört man, mehr gelacht, gesungen, geschunkelt. Die Stimmung ist unbeschwerter, die Tische gehören den Freundinnen, nicht den Paaren. Es muss auch nicht immer Bier sein. In Krügen befindet sich mitunter eine Weißweinschorle oder ein Prosecco.
Nicht alle wollen sich dem Kleidungsritual beugen
Alle in Dirndl? Nicht ganz. Einige Besucherinnen haben Spaß am ironischen Bruch mit der angeblichen Trachtenpflicht. „Mei Dirndl is in da Wäsch“, steht auf ihren T-Shirts. Sorry! Was soll man auch machen, wenn das Dirndl nicht rechtzeitig aus der Waschmaschine gekommen ist? Dann kann mach trotzdem ganz wunderbar feiern!

100 Prozent Dirndl – zumindest in dieser Frauenrunde.
Foto: Andreas Rosar Fotoagentur-StuttgNicht alle wollen sich dem Kleidungsritual beugen. Gerade dies macht den Reiz beim Rummel aus: In Bad Cannstatt handelt es sich um ein Volksfest – das Volk ist bekanntlich vielfältig und darf deshalb auch so feiern.
In Stuttgart sind gerade reine Frauen-Events beliebt. Der Perkins Park hat vor einer Woche erst die Premiere der neuen Party-Reihe „Ladys First“ gefeiert. Viele Frauen seien genervt davon, auf der Tanzfläche angemacht, belästigt oder unangemessen berührt zu werden. Die hohe Nachfrage nach Tickets zeige, dass es in Stuttgart einen klaren Bedarf für ein solches Konzept gibt, sagt Geschäftsführer Alexander Scholz. Männer können sich dann umso mehr um den Fußball kümmern – und sich wie nach dem VfB-Spiel in Basel dann mal so richtig ärgern.