Fristlose ASB-Kündigung
: „Völlig unverantwortlich“ – Kritik am Vorgehen der Stadt

Die fristlose Kündigung des Trägers für Schulbegleitungen durch die Stadt sorgt weiter für Unmut. Lehrer-Verbandsvertreter von GEW und VBE üben scharfe Kritik.
Von
Viola Volland
Stuttgart
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Eltern der 146 betroffenen Kinder haben im Rathaus protestiert.

Lichtgut/Max Kovalenko

Lehrerverbandsvertreter haben das Vorgehen der Stadt Stuttgart in Bezug auf die fristlose Kündigung des Arbeiter-Samariter-Bunds Stuttgart (ASB) als „völlig unverantwortlich“ bezeichnet. In einer gemeinsamen Mitteilung der Stuttgarter Gremien von Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und Verband Bildung und Erziehung (VBE) wird die Stadt Stuttgart scharf kritisiert. Diese habe „wissentlich die Auswirkungen auf die Kinder, die Eltern, die Lehrkräfte und die Beschäftigten des ASB vollumfänglich ignoriert“.

Die Verbände werfen der Stadt vor, keinen Plan B aufgestellt zu haben, die Schulgemeinde hätte frühzeitig eingebunden werden müssen. Stattdessen wird eine „völlige Missachtung und Unkenntnis der schulischen Situation“ konstatiert. Mit der fristlosen Kündigung sei „weiteres Vertrauen vollkommen verspielt“ worden. Man sehe große Mehrarbeit auf die Schulgemeinden zukommen, die emotional „stark belastet“ seien.

Für alle Kinder seien neue Anbieter verpflichtet worden, so die Stadt

Am 4. Februar hatte die Stadt Stuttgart dem ASB fristlos für die Schulbegleitungen gekündigt. Daraufhin hatte der Träger eine Kräfte ab dem 5. Februar abgezogen. 146 Kinder aus Stuttgart sind davon betroffen. Die Stadt Stuttgart teilt mit, inzwischen für alle Kinder neue Anbieter verpflichtet zu haben, die künftig die Assistenzkraft für das jeweilige Kind stellen würden.

Da eine enge Bindung zwischen Begleitperson und Kind entscheidend sei, würden die neuen Begleitpersonen die Kinder zunächst im Rahmen von Hospitationen kennenlernen, berichtet Stadtsprecher Sven Matis. Einige der neuen Träger müssten aber noch zusätzliches Personal gewinnen. Anbieter und Schulen stimmten sich ab, um die Kinder übergangsweise – wo immer möglich – in kleineren Gruppen zu begleiten und zu unterstützen. Darüber haben die Bürgermeisterinnen Isabel Fezer (FDP) und Alexandra Sußmann (Grüne) inzwischen auch die betroffenen Familien und Schulen schriftlich informiert.

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