Galerie Sichtbar in Stuttgart: Weihnachtsgrüße aus der kreativen Schreibwerkstatt

Von Künstlern der Galerie Sichtbar gestaltete Weihnachtskarten
StZN/akMit einem neuen Angebot will die am Rand des Bohnenviertels gelegene Galerie Sichtbar Gäste zum Verweilen einladen. Von Künstlern individuell gestaltete Weihnachtskarten lassen sich hier nicht nur gegen eine Spende erwerben. An einem Schreibtisch kann jeder und jede Grußbotschaften gleich in die Tat umsetzen.
„Schreibwerkstatt for One“ nennt Tania Lindner die neue Kreativecke, die sie mit allerlei Schreibgerät, Tintenfass, Siegelwachs und Papier ausgestattet hat. Die ausgebildete Künstlerin betreut für die Caritas die Galerie Sichtbar, in der Menschen mit schwierigen Lebenswegen in einem Atelierraum künstlerisch tätig werden und neue Strukturen für ihr Leben erproben können.

Platz nehmen, losschreiben: die Galerie Sichtbar lädt dazu ein.
Foto: StZN/akDas Projekt macht diese Künstler und ihre Arbeit seit 2018 sichtbarer. Mit dem Kauf von Weihnachtskarten kann man sie unterstützen und Wertschätzung zeigen. Wichtig ist Tania Lindner vor allem der Brückenschlag, den sie auch mit der neuen Schreibwerkstatt fördern will. „Die Künstler geben Kreativität, sie wollen Akzeptanz“, sagt sie und freut sich über erste Begegnungen ihrer Outsider-Künstler mit Schreibgästen. „Wer kreativ arbeitet, liegt auf einer Wellenlänge. Das bringt die Menschen leicht ins Gespräch“, sagt Tania Lindner.
Ein kleines Dankeschön an die Nachbarin, die die Kehrwoche gemacht hat; ein besonderer Gruß an gute Freunde: Anlässe fallen Tania Lindner viele ein, um sich an den neuen Schreibtisch zu setzen und in Ruhe alle Werkzeuge auszuprobieren. Im historischen Ambiente der Galerieräume wächst unterm Kronleuchter vielleicht die Lust, ganz altmodisch für eine persönliche Botschaft mal wieder zum Stift zu greifen. „Im Idealfall verleiten Kritzeln und Schreiben dazu, selbst kreativ zu werden“, hofft die Initiatorin.
Info
Wann
Die Galerie Sichtbar, Katharinenstraße 35, ist in der Adventszeit von Dienstag bis Freitag von 12.30 bis 18 Uhr geöffnet.
Wo
Die Ladenräume des 1830 errichteten Gebäudes an der Ecke Pfarr-/Katharinenstraße, zuletzt von einem Antiquitätenhändler bespielt, enthalten viele originale Details. Vor dem Krieg betrieb hier das jüdische Ehepaar Eduard und Ernestine Leiter eine angesehene Metzgerei. 1942 wurde das Paar im KZ Theresienstadt ermordet. Zwei Stolpersteine erinnern daran.