Preise in Stuttgart: „Ganz schön heftig“ – So viel kostet die Kugel Eis 2026 in der City

Bei frühlingshaften Temperaturen öffnen einige Eisdielen in Stuttgart schon im Februar. (Symbolfoto)
Jens Kalaene/dpaSaisonauftakt im Februar – das hat Benjamin Rossaro, Inhaber des Eiscafés Mica am Kronprinzplatz, auch noch nicht gehabt. „Eigentlich öffnen wir erst im März“, sagt der 43-Jährige. Doch die Ankündigung der Rekordtemperaturen haben rege Betriebsamkeit in dem Familienbetrieb ausgelöst. Eis wurde gemacht – „nach Ururomas Rezepten“ –, frische Erdbeersoße angerührt und Waffelteig gemischt. „Wir haben die ganze Woche produziert.“ Und natürlich musste das Personal zusammengerufen werden für den Start an diesem Freitag.
Auch vor dem Eisrondell Venedig auf der Königsstraße bildet sich an diesem ungewöhnlich warmen Februartag schon am Vormittag eine Schlange. „Eis macht einfach gute Laune“, sagt Marija Doli. Die 28 Jahre alte Mutter ist mit ihrer viereinhalbjährigen Tochter aus Reutlingen angereist. Allerdings bekommt die gute Laune einen kleinen Dämpfer. Das erhoffte Erdbeereis ist nicht vorrätig, und da ist die Kleine eisern. Nein, Himbeereis wolle sie nicht.
Kugel Eis für 2,30 Euro in Stuttgart? „Ganz schön heftig“
Zum Glück gibt es noch weitere Eisdielen in der Stuttgarter Innenstadt, und die meisten haben ohnehin ganzjährig geöffnet. Nein, es sei nicht sein erstes Eis in diesem Jahr, räumt ein älterer Herr ein, der sich an der Eisdiele am Königsbau mit zwei Kugeln im Becher eindeckt. „Hier gibt es das beste Eis in Stuttgart, da kenne ich mich aus“, behauptet er. Allerdings gibt er auch zu: Der Preis sei ziemlich hoch, „eigentlich zu hoch“. 2,30 Euro kostet die Kugel. Am Rondell kosten besondere Sorten sogar noch 20 Cent mehr. „Ganz schön heftig“, findet auch Marija Doli. „Letztes Jahr habe ich die Kugel doch noch unter zwei Euro bekommen, glaube ich.“
Im Eiscafé Mica sind 2,50 Euro sogar der Standardpreis. In der vergangenen Saison waren es noch 2,30 Euro. „Wir müssen den Preis den wirtschaftlichen Realitäten in der Stuttgarter Innenstadt anpassen“, sagt Rossaro.

Benjamin Rossaro serviert eine der ersten Eisportionen der Saison.
Foto: Eberhard WeinEin Preistreiber sei der höhere Mindestlohn, ein anderer die hohen Mieten. Die Mehrwertsteuersenkung hat beim Eis „auf die Hand“ hingegen keine Auswirkungen. Beim Außerhausverkauf galt schon bisher der ermäßigte Steuersatz von sieben Prozent.
Die Inflation weckt Erinnerungen
Vor Rossaros Eisdiele sitzen Ulrike Zott (56) und Astrid Schmidmüller (54) in der Sonne und trinken einen Espresso. Aus dem Raum München sind sie gekommen, um ein Geburtstagsgeschenk einzulösen. „Ich bekomme einen Alcantara-Bezug auf mein Lenkrad“, sagt Ulrike Zott. Das macht gerade eine Spezialfirma in Ditzingen.
So lange vertreiben sich die Damen ihre Zeit in der Stuttgarter City und können dort sogar im T-Shirt sitzen. In München seien die Eispreise ähnlich, sagen sie. Die Inflation sei allerdings deutlich spürbar. „Als ich Kind war, habe ich für eine Mark fünf Kugeln bekommen“, sagt Astrid Schmidmüller.
