Gen-Z-Demo in Stuttgart: Ausnahmezustand in der Innenstadt – Was Sie zur Demo wissen sollten

Handwerker bauen am Freitag vor den Schaufenstern eines Geschäfts an der Königstraße Platten zum Schutz vor Vandalismus auf.
Lichtgut/Leif Piechowski- In Stuttgart ist für Samstag eine „Gen Z regelt“-Demo mit bis zu 6000 Teilnehmenden geplant.
- Ablauf: 14 Uhr Auftakt auf der Planie, Zug über die B 14 zum Marienplatz – Schlusskundgebung 15.15–15.45 Uhr.
- Polizei setzt auf Großaufgebot und strenge Auflagen, darunter Vermummungsverbot und Pyrotechnikverbot.
- Innenstadt und Handel sind teils eingeschränkt, einige Läden schließen und Wirte räumen Außenflächen.
- Verkehr betroffen: B 14 ab etwa 13.30 Uhr gesperrt, ÖPNV mit Umleitungen und Ausfällen bis 18 Uhr.
Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.
Niemand weiß, was passieren wird – und doch herrscht Großalarm in der Stuttgarter Innenstadt. An diesem Samstag wollen junge Leute unter dem Motto „Gen Z regelt“ bundesweit in Dutzenden Städten auf die Straße gehen. Themen wie die Wehrpflicht, Bildung, Sozialabbau treiben sie zum Protest.
Vorbild sind Aktionen in Frankreich. Die allerdings sind zum Teil von Gewalttätern gekapert worden und in massive Ausschreitungen samt Plünderungen gemündet. Wie wird dieser Samstag also in Stuttgart aussehen?
Wie ist der Ablauf?
In Stuttgart geht es um 14 Uhr auf der Planie los. Dort ist bis etwa 14.30 Uhr eine Auftaktkundgebung geplant. Danach folgt ein Demonstrationszug zum Marienplatz. Er soll über die B 14 geleitet werden, damit er einen Bogen um die engere Innenstadt macht. Auf dem Marienplatz beendet eine Kundgebung von 15.15 bis 15.45 Uhr die Protestveranstaltung.
Wie viele Teilnehmer werden erwartet?
Nachdem die Organisatoren ursprünglich 500 Teilnehmende angemeldet hatten, ist die Zahl nach einem Gespräch mit der Stadt am Donnerstagnachmittag erheblich nach oben korrigiert worden. Jetzt geht man von etwa 6000 Menschen aus. Auf der offiziellen Internetseite der Gruppe „Gen Z regelt“ hatten sich bis Freitag über 13.000 Teilnehmende eingetragen. Wie belastbar all diese Zahlen sind, muss sich erst noch zeigen.
Worum geht es?
Laut der Gruppierung „Gen Z regelt“ will man darauf hinweisen, dass es für junge Leute in Deutschland keine guten Perspektiven gebe. Die Beteiligten kritisieren steigende Lebenshaltungskosten, ungerechte Lastenverteilung, kaputte Schulen, Wehrpflicht und nachlässigen Klimaschutz. Sie fordern von der Politik, ihre Sorgen ernst zu nehmen und darauf zu reagieren.
Allerdings werden nicht alle gut 20 Demos von der Gruppe selbst organisiert. In den meisten Städten haben sich andere Initiativen dem Protest angeschlossen und veranstalten dort die Demos. Das gilt auch für Stuttgart. Hier hat eine Privatperson die Demonstration angemeldet.
Welche Auflagen gelten?
Für die Demonstration sind strenge Auflagen erlassen worden. So gilt ein Vermummungsverbot. Allerdings ist am Samstag auch Halloween – wie die Polizei mit Kostümen umgeht, die das Gesicht verhüllen, ist offen. Streng verboten sind auch jegliche pyrotechnischen Artikel. Die Auflagen müssen zu Beginn der Versammlung von den Organisatoren über Lautsprecher bekannt gegeben werden. Tun sie das nicht, übernimmt das die Polizei.
Was tut die Polizei?
Die Polizei wird mit einem Großaufgebot im Einsatz sein. Anders als bei der jetzt immer wieder ins Gedächtnis gerufenen Stuttgarter Krawallnacht im Jahr 2020, als es spontan zu großen Ausschreitungen kam, sind die Demonstration und ihre möglichen Begleitumstände seit Längerem bekannt, die Einsatzkräfte bereiten sich darauf vor. Die Polizei kündigt eine konsequente Linie an, will aber ebenso friedlichen Protest ermöglichen und schützen.

Einzelne Läden haben bereits am Freitag geschlossen.
Lichtgut/Leif PiechowskiOb es überhaupt Anlass zum Eingreifen geben wird, ist völlig offen. Die Organisatoren haben vorab zu friedlichem Protest aufgerufen. Zwar haben Polizei und Verfassungsschutz auch Aufrufe zur Gewalt beobachtet, die stammen jedoch vorwiegend von als linksextremistisch eingestuften Gruppierungen. Insofern ist ein gewisses Störpotenzial zu erwarten, das aber bekannt ist.
Kann man normal einkaufen gehen?
Jein. Während manche Händler und Gastronomen sich keine großen Sorgen machen, treffen andere Vorkehrungen. Vereinzelt werden Geschäfte nicht wie gewohnt geöffnet oder ganz geschlossen sein. Das betrifft wohl besonders Läden aus dem hochpreisigen Sortiment, aber auch andere. Das Auktionshaus Eppli hat bereits angekündigt, an diesem Samstag geschlossen zu bleiben. Einige Geschäfte haben ihre Schaufenster mit Platten gegen Vandalismus geschützt.
Wirte entlang der Strecke sind offenbar von der Polizei aufgefordert worden, ihre Außenmöblierung abzubauen, manche Restaurants schließen gleich ganz. Es empfiehlt sich in jedem Fall, sich vorher noch einmal zu informieren, wenn man am Samstag in ein bestimmtes Geschäft oder Lokal gehen möchte.
Ist der Verkehr eingeschränkt?
Ja, und zwar erheblich. Für den Aufzug wird ab etwa 13.30 Uhr die B 14 zwischen Charlottenplatz und Marienplatz gesperrt. Die Beeinträchtigungen dauern laut Ordnungsamt voraussichtlich bis mindestens 16 Uhr. Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer werden gebeten, den betroffenen Bereich möglichst zu umfahren und mehr Zeit für ihre Fahrt einzuplanen.

In Frankreich sind viele Schülerproteste friedlich geblieben – aber nicht alle.
Thibault Camus/AP/dpaBetroffen ist auch der öffentliche Nahverkehr. Die SSB hält in der City Fahrplanabweichungen für möglich. So kann es von 12 Uhr bis 18 Uhr bei den Stadtbahnen der Linien U2, U4 und U9, bei der Zahnradbahn (Linie 10) sowie bei den Bussen der Linien 40, 41, 42, 43, 44, 92 und U6E jeweils zeitweise zu Veränderungen, Umleitungen und einzelnen Fahrtausfällen kommen. Die Bushaltestelle Schlossplatz kann voraussichtlich ab 12 Uhr nicht bedient werden. Zudem gilt eine Sperrung der Stadtbahnstrecke zwischen Bopser und Weinsteige.
Und noch ein Protest
Mit ihrem Widerstand gegen aktuelle Entwicklungen ist die Gen Z am Samstag in Stuttgart nicht allein. Die Liberalen Frauen Baden-Württemberg rufen um 12 Uhr auf dem Kleinen Schlossplatz zu einer überparteilichen Freiheitskundgebung auf. Es geht um den Erhalt von Frauenrechten, Religionsfreiheit und Selbstbestimmung sowie den Schutz des Eigentums. Motto: „Es reicht! Wir haben verdammt viel zu verlieren!“
Die Kundgebung wird von der FDP und den Jungen Liberalen unterstützt. Letztere warnen zugleich vor „Linksextremisten unter den Aufrufenden“ bei der Gen-Z-Demo. Erwartet werden rund 200 Teilnehmende.

