Gospel im Osten: Ein neues Haus für Gospel im Osten mitten in der Stadt

Die Leonhardskirche könnte die neue Heimat von Gospel im Osten werden. .
Lichtgut/Max KovalenkoWäre die Leonhardskirche ein guter neuer Standort für Gospel im Osten? – Jens Rembold, seit 1. Januar 2024 Pfarrer der ersten Gospelkirche in Stuttgart, kann der Idee viel Positives abgewinnen: „Mitten in der Stadt. Unmittelbar daneben die Jazzclubs Bix und Kiste. Und dann entsteht dort auch jetzt das Medienhaus.“ Und mit vielem dort könne sich Gospel im Osten identifizieren: die Vesperkirche etwa und die Gottesdienste zum Christopher Street Day oder zum Weltobdachlosentag.
Die Friedenskirche ist verzichtbar
Noch wurde dazu kein Beschluss dazu gefasst. Der aktuelle Heimatort von Gospel im Osten ist die Friedenskirche im Stuttgarter Osten. Dort stehen größere Reparaturen am Dach an – und die Landeskirche will sich finanziell nicht mehr engagieren: Die Friedenskirche scheint also verzichtbar.
Diese Verzichtbarkeit hätte bei einer Sitzung der Landeskirche beschlossen werden sollen, dies wurde aber auf Ende des Jahres vertagt. Denn mehr als 2000 Unterstützer von Gospel im Osten haben eine Petition unterschrieben, nach der diese Entscheidung vertagt werden soll, bis Gospel im Osten einen neuen Standort gefunden hat.
Ein Angebot für Gospel im Osten
Stadtdekan Sören Schwesig gibt sich als Fan zu erkennen: „Gospel im Osten ist ein wichtiger Teil der Gesamtkirchengemeinde Stuttgart.“ So gesehen ist die Vertagung der Entscheidung über die Friedenskirche auch in seinem Interesse. „Wir müssen da viele Gespräche führen: mit der Kirchengemeinde vor Ort, mit den Machern der Vesperkirche, mit den Veranstaltern, die dort jetzt schon klassische Konzerte organisieren, mit Gospel im Osten, mit dem Denkmalamt und anderen.“ Das kann sich hinziehen, auch Schwesig selbst geht von einem Zeitraum zwischen zwei und vier Jahren aus, bis Gospel im Osten einen neuen Standort hat. Bis Ende des Jahres soll Klarheit bestehen über die Zukunft des Chores.
Schwesig hat Größeres vor mit der Leonhardskirche: „Sie soll das Aushängeschild der evangelischen Landeskirche werden.“ Dazu gehören hochkarätige Veranstaltungen wie bauliche Maßnahmen, besonders was die Akustik betrifft. Dinge, die viel Geld kosten werden, aber von der Kirche gestemmt werden wollen.
Gospelpfarrer Remold kennt die Stimmung im Chor: „Die Trauer ist erst mal allgemein sehr groß. In diesem Jahr haben wir unser 20-Jahr-Jubiläum gefeiert, vor zehn Jahren wurde aus der Heilands- in die Friedenskirche umgezogen, jetzt steht schon wieder ein Umzug an. Der Dirigent Tom Dillenhöfer soll doch auch vor allem mal rein seine Aufgabe wahrnehmen können, die künstlerische Leitung.“ Denkbar wäre aber auch ein Standort außerhalb des kirchlichen Gefüges.
Aushängeschild der Landeskirche
Aber: „Die meisten wollen Teil der Landeskirche bleiben, sie fühlen sich da gut eingebunden. Sie wollen keine Freikirche sein.“ Rembold fügt hinzu: „Die Landeskirche hat uns ja in vielem auch gut unterstützt.“ Die Leonhardskirche sehen viele Sängerinnen und Sänger als attraktive neue Heimat, aber Rembold sieht auch Gesprächsbedarf – mit jenen, die schon in der Leonhardskirche aktiv sind. Mit der Vesperkirche gebe es zumindest keine Überschneidungen: „In deren Zeit zwischen Januar und März macht der Chor eh Pause.“