Hitze in der Stadt: Von Trinkpause zu Trinkpause


Sprühnebel-Dusche im kanadischen Montreal
Jan SellnerMit der Hitze ist nicht zu spaßen. Wir versuchen es dennoch und vergessen dabei nicht, der neuen Fifa-Regel entsprechend „hydration breaks“ einzulegen. Also Trinkpausen zu machen. Die erste ist hier bereits fällig. Bei fast 30 Grad am Morgen . . .
Gleich zu Beginn ein kühlender Gedanke: Erinnern Sie sich an die Schafskälte? Liegt kaum drei Wochen zurück. Wir froren und sehnten uns danach, endlich die Sommerkleider aus dem Schrank zu holen. Der Wunsch erfüllte sich. Nur anders als gedacht. Temperaturen von konstant über 30 Grad verursachen Hitzewallungen. Die deutsche Sprache hat für die aktuelle Wetterlage keine angemessenen Worte: Gluthitze, Affenhitze, Bullenhitze, . . . Trinkpause!
Und wem haben wir diese Schweißbäder zu verdanken? Eine heiße Spur führt zu Hoch „Hartmut“. Es blockiert hartnäckig kühlere Luftmassen, hat eine Hitzeglocke über uns gestülpt und offensichtlich seine Freude daran, dass Mensch, Tier und Natur darunter brutzeln. So nehmen wir es vordergründig wahr. Im Hintergrund steht das Thema Klimawandel. Das macht es schwierig, diese Art Sommer zu genießen. Und wir ahnen längst: Die Antwort auf den Klimawandel kann nicht die Klimaanlage sein. Jedenfalls nicht die einzige. Auch nicht die Trinkpause.
„Kühl den Kessel!“
Gleichzeitig gilt es, trotz Rekordhitze einen kühlen Kopf zu bewahren. An Regeln und Empfehlungen fehlt es nicht. Beginnend mit dem Grillverbot im Wald und dem Wasserentnahmeverbot in öffentlichen Gewässern. Geraten wird, alle Aktivitäten in die frühen Morgen- oder in die späten Abendstunden zu verlegen. Mit Ausnahme des Zeitungslesens. Natürlich mit Trinkpause.
Gut ist gerade alles, was kühlt: Brunnen, Kirchen, Bäume. An die Stadt Stuttgart ergeht die dringende Bitte, an diesen Schattenspendern nicht zu sparen, sondern mehr zu pflanzen. Speziell an den Backöfen Marktplatz, Pariser Platz und Neckarpark, der zwar Park heißt, aber aus heißem Stein besteht.
Wir hätten da noch einige coole Ideen mehr: Sonnencreme-Spender und Sprühnebel-Duschen oder Brunnennebel nach dem Vorbild vieler anderer Städte, etwa Kölns. „Cooling Cologne“ heißt die dortige städtische Kühlkampagne Bei uns böte sich an: „Kühl den Kessel!“ Hallo, was meint die Stadt? Wir machen solange Trinkpause.