Hitze in Stuttgart
: Stuttgart glüht - wer kontrolliert das Grillverbot?

Während Mensch und Natur unter der Gluthitze leiden, steigt die Brandgefahr. Deshalb herrscht Grillverbot. Wie setzt die Stadt das durch? Unterdessen gibt es ein weiteres Verbot.
Von
Iris Frey
Stuttgart
Ab sofort gilt in Stuttgart Grillverbot. Auch am Max-Eyth-See.

Ab sofort gilt in Stuttgart Grillverbot. Auch am Max-Eyth-See. Und zwar nicht nur in bestimmten Zonen, wie das Bild zeigt, sondern überall in der Anlage. Das Verbot wird mit Plakaten, Bannern und Flatterbändern verdeutlicht.

Iris Frey
  • Stuttgart verbietet Grillen auf allen 20 öffentlichen Plätzen, auch am Max-Eyth-See.
  • Grund ist große Wald- und Grasbrandgefahr; Plakate, Banner und Flatterbänder weisen darauf hin.
  • Kontrollen: Der städtische Vollzugsdienst überwacht, Polizei kommt nur bei Meldungen.
  • Ein Sicherheitsdienst am Max-Eyth-See entfällt – die Stadt spart.
  • Zusätzlich gilt ein Wasserentnahmeverbot ab 26. Juli bis 31. August, Bußgelder bis 100.000 Euro.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Hitzewelle zeigt vielerlei Auswirkungen. Nun gibt es für die 20 öffentlichen Grillplätze einschließlich am Max-Eyth-See ein Grillverbot. Es herrscht große Wald- und Grasbrandgefahr. Verhängt wurde es vom Garten-, Friedhofs- und Forstamt (GFF).

Deshalb wird es nach Angaben aus der Stadtverwaltung an allen Grillstellen entsprechende Hinweise auf das Verbot geben und an allen Zugängen zu den Grillplätzen werden große Banner aufgestellt. Und die öffentlichen Grillstellen werden entsprechend mit rot-weißem Flatterband abgesperrt, wie es bei vorigen Anordnungen und zu Beginn der Corona-Pandemie gleichfalls der Fall war. Zunächst war unklar, wie schnell das Vorhaben komplett umgesetzt wird. Der Bereich am Max-Eyth-See wurde nach Angaben der Kommune inzwischen abgesperrt.

Auch in diesen Zonen am Max-Eyth-See darf wegen des Grillverbots ab sofort nicht mehr gegrillt werden.

Auch in diesen Zonen am Max-Eyth-See darf wegen des Grillverbots ab sofort nicht mehr gegrillt werden.

Iris Frey

Klar ist, dass es am Max-Eyth-See, einer der beliebtesten Grillplätze in der baden-württembergischen Landeshauptstadt, keinen Sicherheitsdienst mehr gibt, der auch auf diese Problematik in der Vergangenheit geachtet hatte. Der Grund: Die Stadt muss sparen. Auch die Polizei hat zum jüngsten Grillverbot erklärt, dass sie nicht kontrollieren könne, sondern nur bei Verstößen komme, wenn sie gerufen werde.

Städtischer Vollzugsdienst wird kontrollieren

Nach Angaben aus Kreisen der Stadtverwaltung wird lediglich der städtische Vollzugsdienst das Grillverbot im Rahmen seiner täglichen Kontrollgänge entsprechend überwachen. Die Grillfans sind aufgefordert, die Verbote zu achten. „Wir setzen durch Information auf das Mitwirken und Mitdenken der Bevölkerung. Wer Feuer im Wald bemerkt, kann dies Polizei und Ordnungsamt melden. Die Behörden können nicht überall sein, dennoch ist mit Kontrollen zu rechnen“, erklärt Stadtsprecher Sven Matis.

Bereits am Dienstag hatte Bezirksvorsteher Ralf Bohlmann, der von Mühlhausen aus regelmäßig die Situation am Max-Eyth-See im Blick hat, an die Eigenverantwortung der Grillfans appelliert. „Es steht und fällt mit den Menschen, diese kann man sensibilisieren und motivieren, dass sie sich an das Verbot halten, aber ob sie es beachten, ist eine andere Frage.“

Ab 26. Juni darf kein Wasser mehr aus Bächen, Flüssen und Seen entnommen werden.

Ab 26. Juni darf kein Wasser mehr aus Bächen, Flüssen und Seen entnommen werden.

Silas Stein/dpa

Unterdessen hat die Stadt aktuell auch ein Wasserentnahmeverbot verhängt, zum Schutz der Ökologie, der Wasserpflanzen, Fische und der gefährdeten Steinkrebse. Grund ist die Hitze und Trockenheit, weil dadurch die Wasserstände in Stuttgarts Gewässern stark gesunken sind.

Wasserentnahmeverbot ab 26. Juni aus Bächen, Seen, Flüssen

Das Verbot gelte für Entnahmen aus Flüssen, Bächen und Seen. Ab 26. Juni darf dort kein Wasser mehr für den privaten Gebrauch geschöpft oder abgepumpt werden. Bei Missachtung dieser Allgemeinverfügung, die bis 31. August gilt, ist nach Angaben der Stadt mit Geldbußen von bis zu 100.000 Euro zu rechnen.

Bußgelder beim Grillverbot

Der Bußgeldrahmen beim Grillverbot in Stuttgart liegt nach Angaben der Stadt bei 1.000 Euro. 
Folgende Tatbestände können geahndet werden:
Grillgerät außerhalb des Grillplatzes benutzt:, 75 Euro
Feuer außerhalb des Grillplatzes angezündet: 75 Euro
Grillplatz verlassen ohne das Grillfeuer zu löschen: 75 Euro

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