Immersive Ausstellung in Stuttgart
: „MS Jurassic“ – Dinosaurier sind bei Kindern nach wie vor der Hit

Seit Donnerstag ist die virtuelle Dino-Ausstellung „Jurassic – The Immersive Experience“ in Stuttgart zu Gast. Für Kinder ist es ein Riesenspaß. Und auch wer kein großer Saurier-Fan ist, lässt sich vom Museumsschiff am Wasengelände begeistern.
Von
Maximilian Kroh
Stuttgart
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Auf der 360-Grad-Leinwand können die Besucher Dinos in ihrem natürlichen Lebensraum beobachten.

/Lichtgut/Ferdinando Iannone

Noah kann nicht mehr aufhören. Immer wieder hüpft der Fünfjährige auf dem Fluss von einer Seerose zur anderen. Wenn dann auch noch ein Saurier aus dem Wasser nach oben schnellt und nach ihm schnappt, jauchzt er begeistert auf. Passieren kann ihm glücklicherweise nichts. Nicht nur, weil der Wassersaurier längst ausgestorben ist, der Fluss, die Seerosen und das Reptil sind nur virtuell auf den Boden projiziert. So wie fast alles in der Ausstellung „Jurassic – The Immersive Experience“, die seit dem 21. November auf einem Neckarschiff am Wasengelände ihre Deutschland-Premiere feiert. Nicht nur bei Noah kommt sie hervorragend an.

Mittels Künstlicher Intelligenz können die virtuellen Dinos in der Ausstellung mit den Besuchern interagieren. Direkt nach dem Seerosen-Lauf schwimmen etliche Wassersaurier über eine Leinwand, wer sie berührt, kann die Dinos anlocken. Wer eines der Tiere direkt antippt, erfährt Näheres über ihre Geschichte und ihre Lebensart. Die Ausstellungsmacher der Wiener Firma „Attraktion“ versprechen auf ihrer Website deshalb auch, dass das Lernen durch die Animationen und das Interagieren „zu einem packenden Abenteuer“ werde.

Wer die Wassersaurier antippt, erfährt mehr über ihre Lebensweise.

Foto: Lichtgut / Ferdinando Iannone

Wie viel bei all der Bewegung und den vielen Eindrücken wirklich hängen bleibt, sei mal dahingestellt. Zwar versichert Noah hinterher, er habe in dem Museum „schon auch etwas gelernt“, so richtig erinnern kann er sich aber nur noch an die Fahrt mit der VR-Brille und natürlich die Seerosen. „Man achtet nicht so richtig auf das, was da steht oder gesagt wird“, gibt Noahs großer Bruder Jonas zu. Dass der Name des Megalodon aus dem Griechischen kommt, ist für Grundschulkinder, die gerade mit einem sich bewegenden Jeep durch den virtuellen Dschungel fahren, vermutlich doch eher zweitrangig. Jonas ist 13 Jahre alt und gibt zu seinem völlig euphorischen Bruder den stoischen Konterpart, auch er versichert aber, Spaß gehabt zu haben. „Es ist cool, dass man so viel mit den Dinos machen kann.“ Die Animationen wissen zu beeindrucken, und die riesigen Dinosaurier faszinieren auch diejenigen, die mit Dinos gar nicht so viel am Hut haben. Das gilt im Übrigen nicht nur für Jungs, auch die Mädchen werden in den Bann gezogen.

Die sechsjährige Ornella zum Beispiel sagt, dass sie Dinosaurier eigentlich nur „so halb“ spannend findet, auf die Ausstellung ist die Familie durch eine Arbeitskollegin der Mama aufmerksam geworden. Umso motivierter ist Ornella dann aber. Ein bisschen Fachwissen bringt sie auch mit, sie weiß zum Beispiel, dass der Brachiosaurus ein Pflanzenfresser ist und teilt das der Stimme aus dem Lautsprecher auch mit, als die ihr davon erzählt. „Am geeignetsten ist die Ausstellung wahrscheinlich für Zehnjährige, aber auch für Eltern ist es unterhaltsam – und für Ornella offensichtlich sowieso“, sagt ihre Mutter.

Faszination pur: Ornella mit ihren Eltern auf virtueller Unterwasserfahrt.

Foto: Lichtgut / Ferdinando Iannone

Interessant ist, dass die Ausstellungsmacher nicht davor zurückschrecken, das „Fressen und Gefressen werden“ der damaligen Zeit zu zeigen. Bei der Dino-Show auf der 360-Grad-Leinwand kämpfen jedenfalls Tyrannosaurus-Rex und Triceratops gegeneinander, ein Angriff mehrerer Velocyraptoren auf eine Stegosaurus-Mutter und deren Junges geht nur knapp gut aus, und der Flugsaurier Pteranodon schnappt sich hingegen erbarmungslos eine Babyschildkröte am Strand – was Noah dann doch ein bisschen mitnimmt.

Das Familienticket kostet für zwei Erwachsene mit zwei Kindern am Wochenende 70 Euro, ein stolzer Preis. Aber die Begeisterung ist riesig. Auch mehr als 65 Millionen Jahre nach ihrem Aussterben sind Dinosaurier bei Kindern eben immer noch der Hit.

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