Jubiläum in Stuttgart
: Tropenhitze lässt die Besucher des Leichtathletik-Festivals kalt

Zum 75-Jahr-Jubiläum will der WLV die Leichtathletik wieder zu den Menschen bringen und macht den Stuttgarter Marktplatz zum ersten Mal zur Bühne für internationale Stars des Kugelstoßens.
Von
Heidemarie A. Hechtel
Stuttgart
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Leichtathletik Festival auf dem Marktplatz: Stuttgart, Baden-Württemberg, 21.06.2026:
Leichtathletik Festival auf dem Marktplatz.

Im Bild: Alina Korecki (r.) gratuliert der Siegerin Yemisi Mabry (l.)

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Alina Korecki (rechts) gratuliert der Siegerin Yemisi Mabry.

Lichtgut/Julian Rettig
  • Stuttgart feiert 75 Jahre WLV mit einem Leichtathletik-Festival auf dem Marktplatz.
  • Trotz 35 Grad: Gesundheit stand im Fokus, Schattenplätze waren stark gefragt.
  • Kugelstoßen im Zentrum: Yemisi Mabry gewann mit 19,41 m, Alina Korecki wurde Zweite.
  • Bei den Männern siegte Nick Palmer mit 21,29 m – Para-Stars Kappel und Fischer überzeugten.
  • Rund 2000 Besucher und 500 Läufer, Spendenlauf erbrachte 11 000 Euro für drei Projekte.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Ein leichter Schweißgeruch erfüllte die Sporerstraße. Hier liegt der Start für die Rennen über die Distanz einer Meile. Das sind 1,609 Meter. „Eine ganz traditionelle Distanz“, sagt Dieter Schneider, Präsident des Württembergischen Leichtathletik-Verbandes, der sie beim ersten Leichtathletik-Festival am Sonntag im Herzen Stuttgarts zum 75-Jahr-Jubiläum des Verbandes wieder auflegte.

Sport ist ja bekanntlich gesund. Aber auch bei 35 Grad? Wenn im Süden weder ein Hund geschweige denn ein Mensch vor die Türe geht? An eine Absage hat trotzdem kein Mensch beim Verband gedacht, als die Meteorologen gnadenlos für die Premiere dieses Festivals Tropenhitze vorhersagten. Dafür aber Vorsorge gegen drohende Folgen wie Sonnenbrand und Sonnenstich getroffen, wie Pressesprecherin Lea Saur versichert: „Wir haben vorab ganz deutlich kommuniziert, dass es nicht um sportlich Höchstleistungen geht und die Gesundheit Vorrang hat.“

Schattenplätze heiß begehrt

Die Kinder sind sowieso nur 800 Meter gelaufen. Dafür aber mit einigem Eifer und Ehrgeiz. Über Hitze hörte man kein einziges Jammern. Stattdessen strahlen sie wie Zoe, gerade zwei Jahre alt, und ihr Bruder Mats, vier: „Die sind gut trainiert und waren auch schon beim Stuttgart-Lauf dabei“, verrät ihr Vater.

„Wie cool!“, haben sich offenbar auch all die Familien und Fans der sportlichen Performance gedacht, die Lea Saurs Publikumserwartungen übertroffen haben und die Tribünenränge mit optimalen Schattenplätzen dicht besetzten. Auch Eva (46) und Harald (43) wollten sich den Auftritt der internationalen Stars der Kugelstoßer-Szene nicht entgehen lassen, schon gar nicht aufgrund der Temperaturen: „Wir gehen später noch zum Tanzen auf den Schlossplatz“, sagte Eva. Dem Swing der argentinischen Band Jivas könnten sie nicht widerstehen. Und dafür reiche die Fitness noch, spielte Harald kurz auf sein Alter an.

Die Stars zeigen ihr Können

Dann aber richtete sich die ganze Aufmerksamkeit auf die Szene vor der Tribüne: Die mit Sand bedeckten Bahnen auf dem Marktplatz und das grüne Pavillon-Zelt, in dem die Kugelstoßerinnen eingetroffen waren: Yemisi Mabry vom MTG Mannheim, Olympiasiegerin 2024 und Vizehallenmeisterin 2024. Alina Korecki vom VfB Stuttgart 1893, Olympiaplatz 9 anno 2024 und WM Platz 10 2025. Elina Bandeira aus Portugal, Nina Ndubuisi vom SC Schorndorf 1846, Helena Kopp aus München und Myriam Mazenauer aus der Schweiz. Das Runde, hier kein Ball sondern eine Kugel, verfehlte nicht seine Faszination und wurde von Mabry siegreich 19,41 Meter weit geworfen.

Alina Korecki, die sich immer wieder mit einem kleinen Ventilator Kühlung verschaffte, blieb mit 18,34 Metern dahinter. Bei den Männern siegte Nick Palmer aus Neuseeland mit 21,29 Metern, doch Niko Kappel und Yannis Fischer vom VfB Stuttgart 1893, der eine Para-Weltrekordler und der andere Para-Weltmeister 2023, verteidigten ihre Spitzenpositionen vor einem aufmerksamen Publikum, das alle Wurfversuche gespannt verfolgte.

Lob von der Olympiasiegerin

„Bei Sportveranstaltungen funktioniert Stuttgart immer perfekt“, lobte das Besucher-Ehepaar Barbara und Silvio Schmidt die gelungene Premiere mit knapp 2000 Besuchern und 500 Teilnehmern bei den Läufen. „Wir wollten die Leichtathletik wieder zu den Menschen bringen und ihrer Vielfalt eine Bühne hier mitten in der Stadt geben. Das ist offensichtlich gelungen“, freute sich Verbandspräsident Dieter Schneider. Allein am Spendenlauf hätten 150 Läufer teilgenommen, erzielt wurden 11 000 Euro an Spenden für drei Projekte, unter anderem ein Kinder- und Jugendhospiz, auch mit Hilfe von Sponsoren wie der AOK. „Dieses Festival muss zu einer festen Einrichtung werden“, waren sich der CDU-Stadtrat Leonard Bzymann und Fred-Jürgen Stradinger, Präsident vom Sportkreis Stuttgart, einig.

Das schönste Kompliment für die Veranstaltung aber kam von Yemisi Mabry, die sich über die Nähe zum Publikum, in dem auch ihre Mutter war, freute: „Es hat großen Spaß gemacht, näher an den Menschen und Fans zu sein“, versicherte sie, gab Autogramme, posierte für Selfies und erzählte von sich. Eine Spitzenathletin zum Anfassen. Ganz cool. Sogar bei 35 Grad.

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