Klett-Passage in Stuttgart: Zwölfjährige legt Sextäter rein und liefert ihn der Polizei aus

Die Polizei hat ihre Präsenz in der Klett-Passage verstärkt - und jetzt ungewöhnliche Unterstützung bekommen.
Lichtgut/Max Kovalenko- In der Klett-Passage sprach ein 44-Jähriger ein zwölfjähriges Mädchen an und bedrängte es.
- Er küsste sie auf die Wange und bot Geld für sexuelle Handlungen an.
- Das Mädchen tauschte Nummern, meldete den Vorfall und vereinbarte ein Treffen – unter Polizeibegleitung.
- Die Polizei nahm den Mann bei dem Treffen fest, ein Haftrichter erließ Haftbefehl.
- Hintergrund: Nach einer Vergewaltigung am Charlottenplatz sucht die Polizei weiter zwei Tatverdächtige.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Wieder ist der Tatort der Bereich einer großen Haltestelle in Stuttgart, wieder ist eine Minderjährige Ziel eines Kriminellen. Nach der Vergewaltigung einer 16-Jährigen in einer öffentlichen Toilette am Charlottenplatz Ende Juni schlagen die Wogen nach wie vor hoch. Die Polizei sucht noch immer nach den beiden mutmaßlichen Tätern. Und schon gibt es einen neuen Fall, der allerdings für das Opfer deutlich glimpflicher ausgegangen ist.
Wie die Polizei jetzt berichtet, hat sie bereits am vergangenen Freitag einen 44 Jahre alten Mann festgenommen. Tatort war diesmal die Klett-Passage am Hauptbahnhof. Dort wartete gegen 13.45 Uhr ein zwölf Jahre altes Mädchen, als der Mann es ansprach. Hemmungen zeigte er dabei nicht: Er küsste die Zwölfjährige auf die Wange, bedrängte sie und bot ihr Geld für sexuelle Handlungen an.
Die Reaktion fiel alles andere als gewöhnlich aus: Die Zwölfjährige tauschte Handynummern mit dem Tatverdächtigen aus und ging dann sofort zur Polizei, um den Vorfall anzuzeigen. Anschließend rief sie den 44-Jährigen an und verabredete ein Treffen mit ihm kurze Zeit später ebenfalls in der Klett-Passage. Als der Mann dort auftauchte, warteten bereits Polizeibeamte auf ihn, die ihn festnahmen.

In dieser Toilette am Charlottenplatz sollen Ende Juni zwei Unbekannte eine Jugendliche vergewaltigt haben.
Michael BoschDer Tatverdächtige wurde am Samstag auf Antrag der Staatsanwaltschaft Stuttgart einem Haftrichter vorgeführt. Der erließ Haftbefehl gegen den Mann, der nun erst einmal hinter Gittern sitzt. Dank der cleveren Reaktion einer Zwölfjährigen. Ob er bereits wegen ähnlicher Delikte auffällig geworden ist, sagten die Sicherheitsbehörden zunächst nicht.
Natürlich würde die Polizei Kindern und Jugendlichen niemals dazu raten, sich zum Schein auf Sexualstraftäter einzulassen. Im vorliegenden Fall habe das Mädchen aber „sehr schnell geschaltet und ist extrem gut vorgegangen“, sagt eine Polizeisprecherin. Das fingierte Treffen habe unter engmaschiger Begleitung der Polizei stattgefunden: „Deshalb hat dabei keine Gefahr für das Mädchen bestanden.“
