Königin-Katharina-Stift: Pausenhof gestürmt nach fast zehn Jahren ohne Schulhof – „ein historischer Tag“

Der neue Pausenhof kommt gut an. Er kann auch für den Sportunterricht genutzt werden.
Stadt Stuttgart/Franziska KraufmannDieser zweite Schultag nach den Ferien ist für das Königin-Katharina-Stift ein ganz besonderer gewesen: „Für die Schule ist das ein historischer Tag“, sagt die Schulleiterin, Kathrin von Vacano-Grohmann. Fast zehn Jahre war das 1903 erbaute Stuttgarter Gymnasium an der Schillerstraße ohne richtigen Pausenhof. Nun konnten die Schülerinnen und Schüler in der ersten Pause den neuen Pausenhof stürmen.
Diesen Anblick wollte sich auch der Vorgänger von Kathrin von Vacano-Grohmann, Franz Baur, nicht entgehen lassen. Er ist extra aus München angereist, wo er inzwischen lebt. „Wie ein kleines Wunder“, komme es ihm vor, dass es mit dem Pausenhof geklappt hat. Baur erinnert sich noch gut an die Monate, als das Gymnasium gar keinen Pausenhof hatte. Den alten Hof verlor die Schule wegen Bauarbeiten rund um Stuttgart 21: der Nesenbachdüker musste verlegt werden. Der pensionierte Schulleiter hat auch die Kämpfe um den Ersatzpausenhof miterlebt. Der wurde dann doch im Schlossgarten errichtet, weil erkannt worden sei, dass es wichtig ist, „dass Kinder spielen dürfen“, wie Baur es ausdrückt.
Gymnasium bekommt einen Erweiterungsbau
Den eingezäunten Ersatzpausenhof gibt es unübersehbar noch – und er werde auch zunächst erhalten bleiben, so die Schulleiterin. Um ihn zu erreichen, müssen die Kinder die Hauptradroute 1 queren. Das ist beim neuen Pausenhof nicht nötig. Er grenzt direkt ans Schulgebäude.
Der Pausenhof ist in knapp einem Jahr gebaut worden. Die Kosten belaufen sich laut Stadt Stuttgart auf 1,5 Millionen Euro. Beteiligt an dem Projekt waren die Deutsche Bahn, das Tiefbauamt, das Schulverwaltungsamt sowie die Firma Züblin. Die Schüler wurden zudem in die Planungen einbezogen. Ein großer Pluspunkt des neuen Hofs: Er kann auch für den Sportunterricht genutzt werden. Am Dienstag haben die Schülerinnen und Schüler schon ausgiebig Basketball gespielt. Lob gab es für die installierten Trainingsgeräte. Dass es die nun gebe, habe einige „unglaublich gefreut“, so von Vacano-Grohmann.
Auch der neue Pausenhof habe mal „auf der Kippe“ gestanden, berichtet sie. Die Fläche wird nicht immer so bleiben. Im Zuge der Opernsanierung muss die Turnhalle des Gymnasiums verlegt werden. Davon ist auch der neue Pausenhof tangiert. Man habe dies aber in die Planung berücksichtigt, so ein Sprecher der Stadt, beispielsweise durch verlegbare Spielgeräte.
