Kolumne: Zwischen Hip-Hop und Stäffele
: Hände weg von meinem Teller!

Es gibt die Sharing-is-caring-meins-ist-deins-Leute und dann diejenigen, denen die Hutschnur platzt, wenn ihnen jemand eine Pommes stibitzt. Bartek von den Orsons gehört zu letzteren und gerät im Urlaub mit Freunden an seine Grenzen.
Von
Bartek Nikodemski
Stuttgart
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Bartek von Die Orsons gibt euch Tipps für den gemeinsamen Restaurantbesuch im Urlaub.

/Privat

Gehört ihr auch zu den Menschen, die im Restaurant fröhlich verschiedene Gerichte bestellen und alles in die Mitte stellen und teilen? Ja? Ich jedenfalls nicht. Wenn man eine Person ist, die einfach gerne ein bestimmtes Gericht essen möchte, und nicht noch ein anderes dazu, weil das nicht gut dazu passt oder weil man die Beilage nicht mag: Wieso sollte man dann mitmachen, bei der großen Share-Aktion?

Tipp eins: Sharing ist nicht immer caring

Mit so etwas kann ich nicht umgehen. Ich halte mich am liebsten aus derartigen Essenzusammenschlüssen raus. Ich möchte ein Gericht, einen Teller und dann in Ruhe essen – ohne einen Höflichkeitsrest übrigen lassen zu müssen für „Mitessende“, den dann eh keiner isst, weil alle sagen „sie seien satt“, obwohl jede:r die Garnelen lecker fand, aber auf keinen Fall die letzte essen möchte.

Tipp zwei: nicht hangry ins Restaurant gehen

Bei Restaurantbesuchen bin ich zu 75 Prozent Opfer folgendes Phänomens: Meine Bestellung wird vergessen. Auch, wenn sich oftmals mit der Bedienung witzige Dialoge entfalten, und wir nach einigen Minuten schon zwei Insider haben (ich zeige mit Daumen und Zeigefinger die Füllmenge eines kleinen Schnapses an und zwinker mit einem Auge, die Bedienung muss schmunzeln), geht dennoch aus mir unerfindlichen Gründen meine Bestellung unter. Wobei ich oft noch frage, ob ich scharfes Öl dazu bekommen könnte, was die Wahrscheinlichkeit eigentlich erhöhen sollte, dass man sich diese auffällige Bestellung merkt. Nicht so bei mir.

Oft sitze ich dann stumm da, während die anderen essen, und vermiese mit meiner Stimmung auch die am gesamten Tisch. Mein neuer Ansatz: Nicht hangry ins Restaurant gehen. Eine kleine Mahlzeit vor Abfahrt zum Restaurant schützt vor Fuchsteufelswildheit.

Tipp drei: Vorsicht vor Falschbestellungen

Oft hat man auch diese eine Person dabei, die sich doch so toll mit Wein auskennt und die Landessprache so gut kann, weil sie ein halbes Jahr irgendwo in Italien verbracht hat. Ein weiterer hungriger Mensch wird dann unterbrochen beim Bestellen (er hatte Lust auf Steak): „Halt, vertrau mir! Du nimmst das gleiche, das ich nehme!“ Dann folgt eine Bestellung in wirklich professionell klingendem Italienisch. Und nach einigen Minuten kommt der Kellner mit zwei Kuttelsuppen.

Tipp vier: Lasst die Apps rechnen

Zum Glück gibt es mittlerweile unkomplizierte Apps, in die man alle Ausgaben eingibt, die dann für die Gruppe aufdröseln, wer wie viel, an wen zahlen muss. So spart man sich das unangenehme „Äh, ich hatte nur drei Garnelen von der Vorspeise“ beim Abrechnen mit der Bedienung. Vielleicht kann man irgendwann in so eine App auch die Bestellung aufgeben, damit nichts untergeht.

Oh, da kommt meine Vorspeise, die vorhin vergessen wurde.

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