Krankenhäuser in Stuttgart: Welche Geburtskliniken bieten Kaisergeburten an?

Der Körperkontakt ist nach der Geburt wichtig für Eltern und Baby.
IMAGO/ZoonarDie Geburt eines Kindes ist ein großes Wunder – egal, ob es vaginal oder durch einen Kaiserschnitt zur Welt kommt. Manche Mütter sind jedoch enttäuscht, wenn sich ein Kaiserschnitt nicht vermeiden lässt, sie befürchten, dass das Geburtserlebnis beeinträchtigt und dadurch womöglich auch die Bindung zum Kind erschwert wird. In der Berliner Charité ermöglichte man deshalb im Jahr 2012 zum ersten Mal eine sogenannte Kaisergeburt.
Basierend auf Forschungsergebnissen wollte man die Entbindung durch die Bauchdecke dem Erlebnis einer vaginalen Geburt angleichen. Wenn bei einem Kaiserschnitt keine Notsituation vorliegt, können die Ärzte im Moment der Entbindung den Sichtschutz senken und das Baby zu seinen Eltern drehen – so genießen sie das Privileg des ersten Blickkontakts. Außerdem kann der Vater die Nabelschnur durchtrennen und das Baby wird der Mutter zum Bonding direkt auf die Brust gelegt. Inzwischen bieten auch Stuttgarter Geburtskliniken eine Kaisergeburt an. Wir haben eine Übersicht erstellt, wie die Kliniken dazu stehen.
Frauenklinik Stuttgart
In der Frauenklinik des städtischen Klinikums macht der Ärztliche Direktor Ulrich Karck seit etwa drei Jahren die Kaisergeburt. Grund dafür war der von vielen Frauen geäußerte Wunsch, stärker am Geburtserlebnis teilhaben zu können. Nach vielen positiven Rückmeldungen der Eltern bieten vermehrt auch seine Kollegen und Kolleginnen diese Möglichkeit an. Die Voraussetzung ist, dass es sich um eine gut kontrollierbare Situation handelt – bei einem Notkaiserschnitt gibt es die Option nicht.
Marienhospital
Auch beim Team um Manfred Hofmann, Ärztlicher Direktor der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe am Marienhospital, ist die Kaisergeburt möglich. Anders als in der Frauenklinik wird die Variante den Patientinnen nicht angeboten, auf Wunsch jedoch möglich gemacht, wenn aus medizinischer Sicht nichts dagegen spricht.
Robert-Bosch-Krankenhaus
In der Geburtsklinik des Robert-Bosch-Krankenhauses wird die Kaisergeburt vom Team um Chefarzt Georg Sauer nicht angeboten. Der Kaiserschnitt wird bei steriler Abdeckung und ohne Durchtrennung der Nabelschnur durch den Vater durchgeführt. Jedoch wird auch hier – egal ob bei einer Spontangeburt oder bei einem Kaiserschnitt – großen Wert auf das sogenannte Bonding gelegt. Der Mutter wird das Kind noch im Kreißsaal auf den Oberkörper gelegt. Denn der direkte Haut-auf-Haut-Kontakt zwischen Eltern und Neugeborenem stärkt nicht nur die Bindung, sondern setzt auch das sogenannte Kuschelhormon Oxytocin frei. Dieses Hormon unterstützt bei der Rückbildung der Gebärmutter, indem es die Ablösung und Ausstoßung der Plazenta beschleunigt. Außerdem regt es den Milchaustritt an.
