Kultur-Kick in Stuttgart
: Theaterleute, die Elfmeter schießen

Kultur und Fußball haben mehr miteinander zu tun, als man oft denkt. Das zeigte sich bei der 45. Deutschen Theaterfußballmeisterschaft in Stuttgart eindrücklich.
Von
Jan Sellner
Stuttgart
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Der begehrte Theater-Pokal geht dieses Jahr nach Köln.

Lichtgut/Christoph Schmidt

Im Schatten des EM-Finales der U21-Nationalmannschaft hat am Samstag noch ein anders Fußballereignis stattgefunden: die 45. Deutsche Theaterfußballmeisterschaft, ausgerichtet von den Titelverteidigern, den Württembergischen Staatstheatern, auf dem Gelände des SSC Stuttgart. Wobei von Schatten keine Rede sein konnte – wettermäßig sowieso nicht, aber auch nicht fußballtechnisch. Zuschauer, zu denen Landtagspräsidentin Muhterem Aras und Michael Bofinger, Geschäftsführer der Sport-Region Stuttgart, zählten, berichteten von Spitzenleistungen beim Aufeinandertreffen der Kulturhäuser aus Mannheim, Köln, Aachen und Stuttgart, die jeweils mit zwei gemischten Teams angetreten waren.

Teamspirit und Spaß am Spiel

Schnell zeigte sich: „Was auf der großen Bühne von entscheidender Bedeutung ist, spielt auch auf dem Fußballplatz eine wichtige Rolle – nämlich Dramaturgie, Inszenierung und Ensembleleistung“, wie es Ingmar Volkmann von den Staatstheatern ausdrückte. In der Tat: Schauspieler, Sänger, Bühnentechniker, Logistik- und Gastronomie-Mitarbeiter bewiesen reichlich Teamspirit und hatten Spaß am Spiel. Und das unter tropischen Bedingungen! „Die Mannschaften werden an diesem Tag von unten und von oben gegrillt“, stellte der Geschäftsführende Intendant der Württembergischen Staatstheater und Gastgeber Marc-Oliver Hendriks nach Prüfung des fast glühenden Kunstrasens fest, weshalb ausreichend nasse Handtücher und Wassereimer am Spielfeldrand bereitgestellt wurden.

Der Geschäftsführende Intendant Marc-Oliver Hendriks war bei der Theaterfußballmeisterschaft auch Gastgeber und Sportdirektor.

Foto: Lichtgut/Christoph Schmidt

Dass das Gastgebersein hervorragend klappte, hatte auch mit Claudia Bouc-Grafe vom Sozialreferat der Staatstheater und Uwe Metzger von der Bühnentechnik zu tun. Nur mit der Titelverteidigung wollte es nicht klappen. Die beiden Stuttgarter Teams fanden sich im Spiel um Platz drei wieder. Im Endspiel setzte sich die Mannschaft der Oper Köln im Elfmeterschießen gegen das Schauspiel Aachen durch. Die Domstadt ist damit Ausrichter der 46. Theaterfußballmeisterschaft 2026 – und Stuttgart entschlossen, den Pokal an den Neckar zurückzuholen.

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