Kunst- und Designmarkt im Wizemann: Individuell, nachhaltig, mit persönlicher Geschichte
Corinna und Ursula sind sich einig. „Der beste, den wir kennen!“ Sie meinen den Kunst- und Designmarkt im Wizemann, zu dem sie aus Fellbach und Waiblingen gekommen sind, wie schon Jahre zuvor. „Hier gibt es keine Massenware, sondern Individuelles mit außergewöhnlichem Design, das zu jedem Stil passt“, schwärmt Ursula. Corinna unterstreicht schmunzelnd: „Klasse Kunsthandwerk! Man findet immer was.“ Ein junger Mann – Louis Student aus Pforzheim – nickt. „Die Location, der Charme dieser Industriearchitektur, passt zu den Produkten, die oft persönliche Geschichten haben.“
Das Angebot ist breit: Kunst, Keramik, Kosmetik, Kleidung, Accessoires, Aufklappkarten Alkoholspezialitäten, Schmuck, Spiele, Süß-, Soßen-, Salzig-Leckereien und mehr. Bei den Veranstaltern heißt es, ob großes oder kleines Unternehmen, ob nebenberuflich oder hauptberuflich, es komme darauf an, mit guten Materialien fair zu produzieren, bewusst mit den Ressourcen umzugehen. „Wer hier ausstellt, hat seine Kunst, sein Design als Eigenerzeugnisse produziert, individuell und nachhaltig“, so Andreas Achleitner. Der Österreicher konzipierte die Messe 2011, um kreativen, kleinen Unternehmen und Kunstschaffenden eine Bühne zu geben, zunächst in Linz. Über die Jahre anwachsend findet sie nun in neun Städten und zwei Ländern statt – Deutschland und Österreich –, bisher kamen über eine Million Menschen. 2015 gastierte der Kunst- und Designmarkt erstmals in Stuttgart.
„Tolle Sachen, man könnte alles kaufen, sehr viel Schmuck dabei“
Die Ausgabe 2024 mit 140 Ausstellenden in drei Hallen zieht schon am ersten Tag viele Besuchende aller Generationen an. Im Innenhof und drinnen sind die Tische voll, die Leckereien des hauseigenen Cafés sowie der verschiedenen Foodtrucks, etwa Burgers à la New York oder Oklahoma, kommen an. Auch auf den Gängen ist was los. Staus an allerlei Stellen, vor Lampen aus Naturstein, kunstvoll praktischen Ledermappen, Krawattengürtel, Teekannen, Toffee-Köstlichkeiten, Schmetterlingen unter Glas – aus Sammlungen, so wird betont –, popartig gedruckten Landkarten, Mondfotos, Grafiken von Pflanzen und Tieren à la Maria Sibylla Merian. Der Tübinger Robert Balke lässt eine mechanische Zeichenmaschine für sich arbeiten, auf den Spuren der Natur der Zahlenreihe des mittelalterlichen Mathematikers Leonardo Fibonacci und des Goldenen Schnitts. Andernorts faszinieren Fayencen aus Palästina oder Melia Games, Spiele wie Backgammon, Schach und mehr analog feinst in Leder und platzsparend aufrollbar.
Marco Wörner schafft „Freispiel-Unikate“: ungewöhnliche Tische, Schalen, Skulpturen aus Hölzern regionaler Streuobstwiesen. Dennis Maass präsentiert gefaltete Vasen, Behältnisse und Tabletts aus regenerativem Maisstärkekunststoff, „Arabeske“ Taschen aus Kollektionsrestposten in unzähligen Mustern. Und Wärmendes und Duftendes zur kalten Jahreszeit? Klar, Decken, Mützen, Schals, Shirts, Kerzen, Seifen, Ringe, Ketten, Ohrringe aus Stahl, Edelmetallen, –steinen und mehr – um nur einen Teil der Angebote zu nennen. „Tolle Sachen, man könnte alles kaufen, sehr viel Schmuck dabei“, so Anna aus Tübingen, die mit Freundin Alena erstmals da ist. Letztere hat ihr Lieblingsstück gefunden, eine Ledertasche. „Praktisch und schön! Wenn man so was sieht, sollte man zugreifen.“
„Kunst- und Designmarkt“ im Wizemann, noch am Sonntag, 20. Oktober, 11 bis 18 Uhr, fünf Euro Eintritt für Erwachsene, Kinder unter 14 Jahren zahlen nichts.














