STZ+STZ+Lost Place in Stuttgart-Nord
: Ein Rundgang durch die alte Breuninger-Villa kurz vor dem Abriss

Das feine Domizil der Breuninger-Kaufhaus-Familie auf der Stuttgarter Halbhöhe wird abgerissen. Ein Immobilienentwickler errichtet dort ein Luxuswohnhaus – und sagt, warum die Architektenvilla von 1908 nicht erhaltenswert ist.
Von
Nicole Golombek
Stuttgart
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  • Architekt Paul Schmohl baute für sich selbst 1908 die Villa in der Hauptmannsreute 47. Später wohnten Mitglieder der Breuninger-Dynastie in dem Anwesen im Stuttgarter Norden.

    Ferdinando Iannone/Lichtgut
  • Dreigeschossiges Wohnhaus mit Walmdach von 1908, entworfen von Paul Schmohl und Georg Stähelin – für Paul Schmohl: Man beachte die symmetrische Gestaltung und die Steinmetzarbeit über dem Eingang.

    Sto/STZN
  • Hier wohnt bereits lange keiner mehr. Die Architekten Schmohl&Stähelin hatten in der Gegend noch einige andere Einfamilienvillen entworfen, darunter das im Zweiten Weltkrieg zerstörte Wohnhaus für Georg Stähelin in der Hauptmannsreute 44. Im Jahr 2021 kaufte der Immobilienentwickler Orhan Tiryaki die Villa aus dem Jahr 1908 in der Hauptmannsreute 47.

    Ferdinando Iannone/Lichtgut
  • Blick ins ehemalige Herrenzimmer im Erdgeschoss mit offenbar schon vor langer Zeit zugemauertem Kamin. Aus der Villa mit ihren rund 600 Quadratmetern Wohnfläche hätte sich vermutlich maximal ein Dreifamilienhaus machen lassen, die Sanierung hätte sicher Millionen Euro gekostet. Nach Alfred Breuninger (Sohn des Kaufhaus-Gründers Eduard Breuninger ) hatte Eduard Breuninger, Enkel des Breuninger-Gründers, im Haus gewohnt.

    Ferdinando Iannone/Lichtgut
  • Vor dem Abriss erfolgt die Entkernung . . .

    Ferdinando Iannone/Lichtgut
  • . . . des Hauses, der Küche . . .

    Ferdinando Iannone/Lichtgut/Ferdinando Iannone
  • . . . und der Bäder aus der Nachkriegszeit.

    Ferdinando Iannone/Lichtgut/Ferdinando Iannone
  • Die alte Holztreppe wird nicht erhalten bleiben. Im Haus wurde einiges einer Zweitverwertung zugeführt. „Wir haben so viel wie möglich an altem Material verkauft und verschenkt, ein Schreiner hat einiges aus dem Haus ausgebaut. Ich finde den Gedanken gut, Altes wieder zu verwenden“, sagt Orhan Tiryaki, „so wie Plattformen wie Concular, wo man beispielsweise alte Brandschutztüren kaufen und wieder einbauen kann.“

    Ferdinando Iannone/Lichtgut/Ferdinando Iannone
  • Was wieder verwendbar war, ist in den vergangenen Wochen ausgebaut und weitergegeben worden.

    Ferdinando Iannone/Lichtgut/Ferdinando Iannone
  • Blick ins bereits leergeräumte Dachgeschoss. . .

    Ferdinando Iannone/Lichtgut/Ferdinando Iannone
  • . . . und auf zugemauerte Fenster, bekritzelte Wände.

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  • Das Dach . . .

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  • . . .wird bereits von den Dachziegeln befreit, sie . . .

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  • . . . lagern im Garten.

    Ferdinando Iannone/Lichtgut/Ferdinando Iannone
  • Blick ins schon fast entkernte Gartengeschoss und . . .

    Ferdinando Iannone/Lichtgut
  • . . . den ehemaligen Swimming-Pool aus der Nachkriegszeit.

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  • Die Villa von der Gartenseite aus gesehen. Auf dem Grundstück stand seit 2001 auch noch ein Fertighaus,. . .

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  • . . . , das bereits abgetragen und in Backnang wieder aufgebaut worden ist.

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  • Ein Wohnhaus für neun Parteien entsteht in der Hauptmannsreute 47 im Stuttgarter Norden: „Neueste Energiestandards werden berücksichtigt, außerdem ist eine schallemissionslose, geothermiebasierte Heizung und Kühlung vorgesehen“, so Architekt Dieter Blocher vom Architekturbüro Blocherpartners.

    Rendering PANO Stuttgart/Avotus/Blocherpartners
  • „ Der neue Baukörper öffnet sich hangseitig mit großzügigen Terrassen zur Innenstadt“, so heißt es vom Architekturbüro. Eine Tiefgarage für Autos und Fahrräder ist auch vorgesehen.

    Rendering PANO Stuttgart/Avotus/Blocherpartners
  • Die neuen Bewohner werden die Aussicht auf die Stadt genießen können. Alle Wohnungen sind mit einem Aufzug erreichbar und barrierefrei, es sind auch rollstuhlgerechte Wohnungen darunter.

    Rendering PANO Stuttgart/Avotus/Blocherpartners
  • Das Architektenbüro Schmohl & Stähelin, von dem die Villa in der Hauptmannsreute stammt, hatte den 3. Platz für den Opernneubau in Stuttgart gewonnen. Der Gewinner war der Münchner Architekt Max Littmann, Schmohl&Stähelin wurden allerdings an der Bauleitung beteiligt.

    Leif-Hendrik Piechowski/Lichtgut
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