Marienhospital Stuttgart
: Plötzlicher Führungswechsel am Marienhospital

Monika Röther ist nicht mehr Geschäftsführerin des Stuttgarter Marienhospitals. Über die Gründe will man beim Träger offiziell lieber nichts sagen.
Von
Viola Volland
Stuttgart
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Am Marienhospital wird gerade viel gebaut.

Privat

Stuttgart - Der Träger des Stuttgarter Marienhospitals hat kurz vor Weihnachten die Führung des Krankenhauses ausgewechselt. Die Genossenschaft der Barmherzigen Schwestern vom hl. Vinzenz von Paul in Untermarchtal e. V. hat sich von der Geschäftsführerin Monika Röther getrennt. Man habe ein „Einvernehmen darüber erzielt, die langjährige und erfolgreiche Zusammenarbeit zu beenden“, heißt es dazu in einer Pressemitteilung. Gründe für diesen Schritt werden keine genannt – auch nicht auf Nachfrage. „Wir sehen jetzt in die Zukunft, da können wir auf die Mitarbeiter zählen“, sagt die Generaloberin des Ordens, Schwester Lintrud Funk. Sie sei sich sicher, dass bald wieder Ruhe am Marienhospital einkehren wird.

Es ist ein offenes Geheimnis, dass es am Marienhospital seit Längerem gebrodelt hat. Mehrere Führungskräfte sind unter Röthers Führung gegangen. „Die letzten Jahre waren nicht einfach, die Atmosphäre war nicht gut“, sagt ein Mitarbeiter, der namentlich nicht genannt werden will. Es herrsche deshalb vor allem „Erleichterung“ über den Wechsel. Auch ein anderer konstatiert: „Das war überfällig.“

Anonyme Schreiben an die Ordensleitung

„Es gab Fluktuationen“, räumt Schwester Lintrud Funk ein, die selbst früher in der Pflege am Marienhospital tätig war. Zwei anonyme Schreiben, in denen der Geschäftsführerin Mobbing vorgeworfen wurde, landeten auf ihrem Schreibtisch – und bei der Presse. Der letzte Brief kam im Oktober. Anlass war die Kündigung der damaligen Pflegedirektorin. In den sieben Jahren, in denen Monika Röther Geschäftsführerin war, gab es vier Pflegedienstleiter. Darauf angesprochen, betont die Generaloberin, dass nicht allen Pflegedienstleitern gekündigt worden sei. So habe eine Ordensschwester – die Vorgängerin der gekündigten Führungskraft – schlicht eine neue Position im Orden angenommen und dadurch sei der Posten frei geworden.

Am Tag, an dem Monika Röther ihr Büro geräumt hat, stand schon ihr Nachfolger fest: Markus Mord, ein langjähriges Mitglied des Klinikdirektoriums, wird die Geschäftsführung kommissarisch übernehmen. Der 44-Jährige war seit 2004 der Leiter der Controllingabteilung und ist seit 1996 am Haus.

Nachfolger will „alle ins Boot“ holen

Als er vor genau einer Woche von der Generaloberin kontaktiert wurde, sei er überrascht gewesen, sagt Mord. Er habe mit dieser Beförderung nicht gerechnet. „Nach aufregenden Weihnachten“ müsse er sich nun erst mal sortieren.

Über seine Vorgängerin und die Gründe für die Trennung will sich auch Markus Mord nicht öffentlich äußern. Er verneint aber nicht die schlechte Stimmung im Marienhospital. Er werde versuchen, „wieder Harmonie ins Haus“ zu bekommen. „Wir müssen alle wieder ins Boot reinnehmen“, sagt Mord. Ansonsten werde er den „erfolgreichen Weg weitergehen“, die baulichen Maßnahmen vorantreiben und an den Kooperationen mit anderen Kliniken wie dem Robert-Bosch-Krankenhaus festhalten.

Markus Mord hat einen guten Ruf

Die Zahlen haben am Marienhospital in den vergangenen Jahren immer gestimmt. Dafür ist auch Mord mitverantwortlich gewesen. „Er kennt sich am besten aus“, nennt die Generaloberin den Hauptgrund, warum die Wahl auf Mord fiel. Jahrelang sei er im engsten Umkreis der Geschäftsführerin tätig gewesen.

Im Haus hat Markus Mord dem Vernehmen nach einen guten Ruf. Ein Mitarbeiter beschreibt ihn als „ehrlichen, unaufgeregten, kompetenten Menschen“. Ein anderer sagt: „Markus Mord ist sicher eine gute Wahl.“ Beide äußern die Hoffnung, dass Mord nicht nur eine Zwischen-, sondern eine Dauerlösung werden wird. Der Orden kündigt allerdings an, die Stelle werde ausgeschrieben.

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