Marode Stuttgarter Brücken
: Behelfsbau für Rosensteinbrücke kommt per Schiff

Spätestens Ende November dieses Jahres soll die neue Neckarquerung für Fußgänger und Radfahrer in Bad Cannstatt eingeweiht werden.
Von
Alexander Müller
Stuttgart
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Nach den Sommerferien starten die Vorarbeiten an den Resten der alten Rosensteinbrücke.

Alexander Müller

Radfahrer und Fußgänger in Bad Cannstatt können aufatmen. Im November dieses Jahres soll der Ersatzneubau, der für die Mitte vergangenen Jahres abgerissenen Rosensteinbrücke endlich fertiggestellt werden. Die Besonderheit: Die rund 70 Meter lange Stahlkonstruktion wird per Schiff angeliefert.

Kosten sind auf 5,3 Millionen Euro gestiegen

„Der Zeitplan steht“, atmet Jürgen Mutz, der Leiter des Tiefbauamtes auf. Denn nach zahlreichen Verzögerungen nimmt der Bau der Behelfsbrücke nunmehr Gestalt an. Dabei war der Beginn mehr als schleppend. Zunächst verhinderten Hochwasser, Geröll in der Schifffahrtsrinne, die starke Strömung und statische Probleme den Abbruch. Doch im Juli 2024 wurde die 70 Jahre alte Rosensteinbrücke endlich abgerissen. Bereits im Vorfeld lief die mit 2,12 Millionen Euro dotierte Ausschreibung der Stadt ins Leere. Erst nachdem die avisierten Kosten auf nunmehr 5,3 Millionen Euro angehoben wurde, konnte eine Fachfirma für den Auftrag gewonnen werden.

„Derzeit werden die einzelnen, transportfähigen Segmente gefertigt“, erklärt Mutz. Nach den Sommerferien werden sie dann von der Spezialfirma Max Wild, die bereits auch den Abbruch durchgeführt hat, vom Allgäu in den Plochinger Hafen geliefert. Auf einem Gelände im dortigen Hafen wird dann die rund 70 Meter lange Stahlkonstruktion zusammengesetzt. „Parallel dazu werden die Auflager an der alten Rosensteinbrücke vorbereitet“, ergänzt Mutz.

Anlieferung per Schiff in der Nacht

Ende Oktober/Anfang November ist dann der kniffligste Einsatz geplant. Die Behelfsbrücke soll in einer Nachtaktion per Schiff nach Bad Cannstatt geliefert und mit einem großen Raupenkran eingehoben werden. „Das ist notwendig, um die Schifffahrt auf der Bundeswasserstraße Neckar so wenig wie möglich zu stören“, betont Mutz. Mitte, spätestens Ende November soll dann die neue Radfahrer- und Fußgängerbrücke für den Verkehr freigegeben werden.

Wie schnell die benachbarte Wilhelmsbrücke zwischen der Marktstraße und der Cannstatter Neckarvorstadt dann im Anschluss abgerissen wird, hänge vom baulichen Zustand ab. Das soll spätestens Ende 2026 der Fall sein. Sollte der Gemeinderat den Baubeschluss für das knapp zehn Millionen Euro teure Projekt fällen, soll der rund 70 Meter lange stählerne Neubau für Fußgänger und Radfahrer im Jahr 2029 eingeweiht werden.

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