Krebstherapie und -forschung
: Großes Interesse am Informationstag

AnzeigeWie entstehen neue Krebstherapien – und wie kommen sie bei Patienten an? Antworten darauf gab es beim Informationstag des Robert Bosch Krankenhauses am Bosch Health Campus.
Von
Natalie Rotärmel
Stuttgart
Professor Hans-Georg Kopp, Chefarzt Hämatologie, Onkologie und Palliativmedizin am RBK und Ärztlicher Leiter des RBCT, gibt erste Einblicke in den Informationstag.

Professor Hans-Georg Kopp, Chefarzt Hämatologie, Onkologie und Palliativmedizin am RBK und Ärztlicher Leiter des RBCT, gibt erste Einblicke in den Informationstag.

BHC/Cornelia Varwig

Im Mittelpunkt des Informationstages am Robert Bosch Krankenhaus (RBK), das eine Einrichtung des Bosch Healt Campus ist, standen Einblicke in aktuelle Entwicklungen der Krebsmedizin. Die rund 120 Besucherinnen und Besucher interessierten sich besonders für die Forschungsvorträge der Grundlagenwissenschaftler, Laborführungen sowie interaktive Workshops. Ihre Fragen zu modernen Therapien beantworteten die RBK-Experten und Vertreter von Selbsthilfegruppen.

Professor Matthias Schwab, Leiter, Dr. Margarete Fischer-Bosch Institut für Klinische Pharmakologie, erklärt die Möglichkeiten durch personalisierte Medizin.

Professor Matthias Schwab, Leiter, Dr. Margarete Fischer-Bosch Institut für Klinische Pharmakologie, erklärt die Möglichkeiten durch personalisierte Medizin.

BHC/Cornelia Varwig

Ganz nah an den Bedürfnissen der Patienten und ihrer An- und Zugehörigen sollte der Tag sein. Und das spiegelte das Programm, das der Patientenbeirat des Robert Bosch Centrums für Tumorerkrankungen entwickelt hatte, auch wider. „Jetzt habe ich endlich verstanden, wie die Gene in die CAR-T-Zellen reinkommen“, sagte Sophia Fischer (Name geändert), Besucherin des Patiententags.

Zehnjähriges Jubiläum des Robert Bosch Centrums für Tumorerkrankungen

Dass Krebs oft den Schrecken einer tödlichen Erkrankung verloren hat, ist vielfach der Krebsforschung und den neuen Therapiemethoden zu verdanken. Dennoch: „Es gibt darunter immer noch Krebserkrankungen, deren Diagnose für die Betroffenen meist bedeutet, dass sie an der Erkrankung sterben werden“, sagt Professor Hans-Georg Kopp, Chefarzt der onkologischen Abteilung im RBK, „jedoch lässt sich die Mehrzahl der Krebsarten inzwischen so gut behandeln, dass mehr als neun von zehn Patienten mehr als fünf Jahre nach der Diagnose noch leben.“ Krebserkrankungen weitaus besser behandeln zu können, als noch vor vielen Jahren, ist auch der Verdienst des Robert Bosch Centrums für Tumorerkrankungen (RBCT).

Prof. Kopp

Prof. Kopp

RBK/M42
„Die Mehrzahl der Krebsarten lassen sich so gut behandeln, dass mehr als neun von zehn Patienten mehr als fünf Jahre nach der Diagnose noch leben.“
Professor Hans-Georg Kopp, Chefarzt der onkologischen Abteilung

Neue Therapien schneller zu den Patienten zu bringen, Forschung und Anwendung enger zu verzahnen und Krebsmedizin weiterzudenken: Mit diesem Anspruch schlossen das Robert Bosch Krankenhaus, die Robert Bosch Stiftung und die Robert Bosch GmbH vor zehn Jahren ein „Bündnis gegen Krebs“, aus dem das RBCT als zentraler Baustein hervorging. Heute ist daraus ein starkes Netzwerk für Krebsmedizin geworden, das als Teil des Bosch Health Campus (BHC) Forschung, Spitzenmedizin und technologische Innovation zusammenbringt.

Dr. Bernhard Straub, Geschäftsführer der Robert Bosch Stiftung, nimmt die Zuschauenden mit zu den Anfängen des Krebszentrums.

Dr. Bernhard Straub, Geschäftsführer der Robert Bosch Stiftung, nimmt die Zuschauenden mit zu den Anfängen des Krebszentrums.

BHC/Cornelia Varwig

„Für Robert Bosch war Gesundheit eine Herzensangelegenheit. Sein Vermächtnis ist für uns bis heute Auftrag und Ansporn zugleich“, sagt Bernhard Straub, Geschäftsführer der Robert Bosch Stiftung GmbH. „Wir erleben derzeit, wie Krebs immer öfter von einer tödlichen zu einer behandelbaren Krankheit wird. Genau zu diesem Wandel wollen wir beitragen. Nach zehn Jahren sehen wir: Die Forschung hier am Bosch Health Campus macht einen echten Unterschied und schenkt vielen Menschen und ihren Familien eine neue, lebenswerte Perspektive.“

Rund 65 Millionen Euro investiert

In den vergangenen zehn Jahren investierte die Robert Bosch Stiftung rund 65 Millionen Euro in das RBCT. Der Bosch Health Campus mit seinem Forschungsbereich und dem Robert Bosch Krankenhaus gehören zu einem von sechs onkologischen Spitzenzentren in Deutschland – dem Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) SüdWest. Gemeinsam mit den Universitäten und Universitätskliniken Tübingen und Ulm verfolgen sie das Ziel, neue Forschungserkenntnisse schneller in die Versorgung zu integrieren.

Professor Steven Johnsen, Wissenschaftlicher Leiter des RBCT, gibt Einblicke in die neueste Forschung zum Bauchspeicheldrüsenkrebs.

Professor Steven Johnsen, Wissenschaftlicher Leiter des RBCT, gibt Einblicke in die neueste Forschung zum Bauchspeicheldrüsenkrebs.

BHC/Cornelia Varwig

Im Mittelpunkt stehen unter anderem zielgerichtete Therapien und Immuntherapien wie die CAR-T-Zelltherapie, die körpereigene Abwehrzellen gezielt gegen Krebs einsetzt. Gleichzeitig arbeiten die Forscher an neuen Verfahren, um die Behandlungen künftig effizienter und breiter verfügbar zu machen.

Weitere Informationen zum Robert Bosch Centrum für Tumorerkrankungen finden Interessierte auf der Webseite. Weitere Informationen gibt es beim Bosch Health Campus und der Robert Bosch Stiftung.