Mein Helfair in Stuttgart: Hilfe für Ältere im Alltag: Start-up will Generationen verbinden

Ein bisschen Enkel, ein bisschen PC-Experte: Das wollen die Mitarbeiter des Start-ups sein.
Mein Helfair- Start-up Mein Helfair hilft Älteren nun auch in Stuttgart bei Alltag und Digitalem.
- Schüler und Studierende unterstützen vor Ort – von Gartenarbeit bis PC-Problemen.
- Kunden loben fairen Preis und persönlichen Kontakt, Einsätze mit festen Ansprechpersonen.
- Gegründet in Friedrichshafen während der Pandemie, expandiert u.a. nach Ulm und Ravensburg.
- Buchung online unter www.meinhelfair.de: 31 Euro pro Stunde, Zuschläge und Anfahrt möglich.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Eigentlich ist Uwe Clauer firm in Dingen, die den PC betreffen. Seinen ersten Computer erstand er 1985, eine Zusatzausbildung in Informatik hat er auch. Der 63-Jährige aus Stuttgart war in einem kommunalen Rechenzentrum tätig, jetzt ist er pensioniert. „Ich hatte ein kleines und ein großes Problem“, sagt Clauer. Das kleine Problem: Sein Farbdrucker wollte nicht mehr so wie er. Das große: Er wollte zwischen zwei Betriebssystemen wählen. In der Nachbarschaft gab man ihm den Tipp, sich Hilfe beim Start-up „Mein Helfair“ zu holen. „Und der junge Mann, der kam, hat es gleich hingekriegt.“
Der junge Mann gehört zum Team von Hannes Burget. Er ist einer von zwei Gründern des Start-ups „Mein Helfair“, das seine Dienste seit Kurzem auch in Stuttgart anbietet. Die Idee: Jung hilft Alt. „Bei uns sind vor allem Schüler und Studierende dabei, die einfach noch körperlich, aber auch technisch fit sind – weil sie digital aufgewachsen sind – und älteren Menschen gut unter die Arme greifen können“, sagt Burget.
„Die haben ihren Namen verdient“
Den Garten umgraben, Rasen mähen, Möbel umräumen, die Dachrinne freiräumen. Auch solche Dienstleistungen in der analogen Welt bietet „Mein Helfair“ an. Digital ist das Feld genauso breit: Passwörter zurücksetzen, eine Mediathek einrichten, einen Drucker wieder zum Laufen bringen, das Betriebssystem neu aufspielen. „Einfach all das, was körperlich anspruchsvoll ist, oder eben technisches Know-how braucht“, umreißt Burget die Aufgaben. Kostenlos sind die Dienstleistungen zwar nicht, aber offenbar deutlich günstiger als bei vergleichbaren Anbietern.
Das sagt auch Stefan Rösslein. Auch er hatte technische Probleme, auch er hat eigentlich Zeit seines Lebens mit und am PC gearbeitet und kann sogar programmieren. Sein Laptop ließ sich partout nicht mehr starten. Ein junger Mann kam vorbei und richtete es. „Was verlangt wurde, war absolut in Ordnung, mehr als fair. Das muss man betonen“, sagt der 85‑Jährige. „Die haben ihren Namen verdient.“ Und noch etwas lobt Rösslein: Normalerweise sei der Kontakt mit solchen Dienstleistern „sehr professionell“, „aber mit Herrn Gaisler war es sehr nett, sehr angenehm“.

Hannes Burget hatte die Idee schon als Schüler.
privatSven Gaisler ist einer von rund 30 Mitarbeitern von „Mein Helfair“. Er ist als Informatik-Student eingestiegen, inzwischen ist er fest angestellt. „Natürlich sind wir ein kommerzielles Unternehmen, aber die Arbeit hat etwas Soziales.“ Das sei für ihn auch als Studierender ein Argument gewesen, den Job zu machen. „Die Leute erzählen während der Aufträge auch viel von sich und aus ihrem Leben, da ist man ein bisschen der Enkel-Ersatz.“
Lokale Nachbarschaftshilfe während der Pandemie
Das sei auch die Idee, sagt Gründer Burget. Gerade ältere Leute, deren Familie oder Verwandtschaft weit weg wohne, sollten angesprochen werden. Ein Versprechen: Die Helfer kommen, bei mehreren Einsätzen wieder, sodass es feste Ansprechpartner gibt. „Wir wollen keine anonymen Dienstleister sein“, sagt Burget. Unter anderem wurden die Gründer schon mit dem Start-up-Preis beim Gründer-Wasen ausgezeichnet.
Gegründet wurde das Unternehmen als lokale Nachbarschaftshilfe in Friedrichshafen am Bodensee während der Corona-Pandemie. Da waren Hannes Burget und sein Partner Moritz König noch Schüler. Beide hatten die Erfahrung gemacht, dass kleine Jobs sowohl dem Geldbeutel als auch der Seele guttun – und zwar demjenigen, der hilft, als auch dem, dem geholfen wird. Das Angebot kam an. Schnell wurde deutlich, dass das Ganze auch als Unternehmen funktionieren kann. Mittlerweile bieten die Helferlein ihre Dienste auch in und um Stuttgart an sowie in Ulm, Wangen im Allgäu, Konstanz, Ravensburg und Lindau.
„Unser Anspruch ist es auch, etwas gegen die Einsamkeit in der Gesellschaft zu tun“, sagt Burget. Dass das ein großes Problem sei, bekämen die Helfer eigentlich tagtäglich mit. Hinzu kämen die technischen Entwicklungen, mit denen viele nicht mehr Schritt halten könnten. „Das wird immer mehr, sei es bei Anträgen, E-Tickets, oder der Einrichtung von Apps. Wenn man das nicht hinbekommt, ist man außen vor.“
„Mein Helfair“ in Stuttgart
Terminanfragen und weitere Informationen gibt es online unter www.meinhelfair.de. Pro Stunde kosten die Dienstleistungen 31 Euro. Es können Zuschläge für bestimmte Arbeiten, und die Anfahrt hinzukommen.