Mitten in Stuttgart
: Die S-21-Störche haben ein Storchenbaby

Mit Geduld und einem guten Fernglas kann man es sehen: Die Störche vom Stuttgarter Juchtenkäfer-Habitat haben ein Küken. Verbirgt sich nur ein Babystorch im Nest?
Von
Theresa Schäfer
Stuttgart
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Jungstörche, S21 Baustelle: Stuttgart, am HBH, Gibt es jetzt tatsächlich Jungstörche im Juchtenkäfer-Habitat bei der S21-Baustelle?

Das Storchenbaby mit Mama oder Papa - es wird direkt neben der Stuttgart-21-Baustelle groß.

Max Kovalenko
  • Weißstörche im Juchtenkäfer-Habitat bei Stuttgart 21 haben ein Küken im Nest.
  • Eintrag auf ornitho.de bestätigt 3 Weißstörche, davon 1 Pullus – nicht flügge.
  • Vom Boden ist das Küken schwer zu sehen, mit Fernglas erkennt man Kopf und Schnabel.
  • Vermutlich gibt es nur ein Jungtier, doch ein zweites ist nicht ausgeschlossen.
  • In der Wilhelma wuchsen vier Küken heran; Weißstörche sind wieder häufiger, streng geschützt.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

„S-Mitte Oberer Schlossgarten: 3 Weißstörche (Ciconia ciconia) 1x Pullus / nicht-flügge“ Hinter diesem dürren Eintrag auf der Vogelsichtungs-Plattform ornitho.de steckt eine kleine Sensation. Denn das Weißstorch-Paar, das sein Nest ausgerechnet im Juchtenkäfer-Habitat an der Stuttgart-21-Baustelle einrichtete, hat tatsächlich Nachwuchs bekommen.

Pullus (die Mehrzahl lautet charmanterweise „Pulli“) heißen in der Ornithologie Jungvögel, die noch im allerersten Daunenkleid stecken. Von der Schillerstraße oder dem Ferdinand-Leitner-Steg aus ist schlecht zu erkennen, dass sich in dem Horst auf einer gekappten Platane ein Küken verbirgt. Nur die Storcheneltern sieht man gut. Aber mit Geduld und einem starken Fernglas kann man einen weißen Kopf mit einem schwarzen Schnabel entdecken, der sich den Eltern entgegenreckt.

  • Jungstörche, S21 Baustelle: Stuttgart, am HBH, Gibt es jetzt tatsächlich Jungstörche im Juchtenkäfer-Habitat bei der S21-Baustelle?

    Die Störche haben ihren Horst im Juchtenkäfer-Habitat an der S21-Baustelle gebaut.

    Max Kovalenko
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    Der Jungstorch ist weiß und hat noch einen schwarzen Schnabel.

    Max Kovalenko
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    Wann wird er mit den ersten Flugversuchen starten?

    Max Kovalenko
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    Und ist er das einzige Küken des Paares?

    Max Kovalenko
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Wahrscheinlich gibt es nur ein Storchenküken

Wahrscheinlich hat das Storchenpaar, das so schmerzfrei war, sein Nest direkt zwischen der vielbefahrenen Schillerstraße und der Großbaustelle von Stuttgart 21 zu errichten, ein Küken. Wobei nicht ganz auszuschließen ist, dass sich in dem Nest nicht doch noch ein zweites Storchenbaby verbirgt. Auch in der Wilhelma ziehen gerade zwei Weißstörche ihren Nachwuchs groß. Sie haben ihr Nest auf der Freiflugvoliere gegenüber des Restaurants Amazonica gebaut. „Erst als die Küken stehen konnten, haben wir gesehen, dass es vier Jungtiere sind“, sagt Birger Meierjohann. Der Sprecher des zoologisch-botanischen Gartens ist selbst Vogelexperte und ehrenamtlich im Eulenschutz aktiv.

Die „S21-Störche“ haben erst Mitte April mit dem Nestbau begonnen. Das ist vergleichsweise spät. Bald wird der Jungvogel (oder die?) mit den ersten Flugversuchen beginnen. Bevor Jungstörche einen echten Flug versuchen, machen sie Trockenübungen. Dazu setzen sie sich auf den Horstrand und hüpfen und flattern. Künftig wird man also mehr von dem Storchenbaby sehen. Und sicher sagen können, ob es allein ist oder noch Geschwister hat.

Weißstörche waren vor ein paar Jahrzehnten in Baden-Württemberg beinahe ausgestorben. 1975 lebten im Südwesten nur noch 15 Brutpaare. Inzwischen ist die Population im Aufwind. Weißstörche sind nicht mehr auf der „roten Liste“ und gelten damit nicht mehr als unmittelbar gefährdet. Streng geschützt sind sie aber weiterhin.

Juchtenkäfer-Habitat

Die geschützten Weißstörche haben sich auf dem Areal des nicht weniger geschützten Juchtenkäfers häuslich eingerichtet. Das sogenannte Juchtenkäferhabitat liegt an der Schillerstraße und ist eine Gruppe von Bäumen im Mittleren Schlossgarten, die der Rodung für Stuttgart 21 entgangen ist, weil sie von den seltenen Käfern bewohnt war.

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