Mitten in Stuttgart: Feuerwehr fällt in Hauruckaktion einen Baum - Anwohner verwundert

Feuerwehrleute machen sich am Samstag in der Kronprinzstraße an dem Baum zu schaffen.
privat- In der Stuttgarter Stadtmitte wurde am Wochenende eine Robinie gefällt.
- Die Feuerwehr handelte laut Sprecher, weil ein „gefahrdrohender Zustand“ vorlag.
- Am Zwiesel bildete sich ein großer Riss – ein Förster ordnete die umgehende Fällung an.
- Anwohner vermissten den Baum; er spendete Schatten und dämpfte Lärm.
- Die Stadt betont: Fällungen dienen der Verkehrssicherheit, in der Kronprinzstraße soll nachgepflanzt werden.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Immer wenn Rudolf Pressler aus dem Fenster geschaut hat, war da dieser Baum. Groß und stattlich war er. Eigentlich seien es drei Bäume gewesen, dicht zusammengewachsen, sagt Pressler. Der Baum, eine Robinie, hat Schatten gespendet in heißen Sommern und die hässlichen Glascontainer vor dem Haus verdeckt. Den Lärm, den das klirrende Glas verursachte, wenn jemand eine Flasche hineinwarf, hat er auch abgehalten. Nun ist der Baum weg. Das habe ihm „einen Stich versetzt“, sagt der Stuttgarter.
Die Feuerwehr hat ihn am vergangenen Wochenende gefällt. In einer ziemlich Hauruck-Aktion, wie Pressler findet. Die Polizei sei gekommen, habe alles abgesperrt. Lange habe es nicht gedauert und die Feuerwehr habe eine Drehleiter ausgefahren, der Baum wurde Stück für Stück abgesägt. Pressler hat das alles dokumentiert. Keine drei Stunden habe alles gedauert. Dann war vom meterhohen Baum nur noch der Stumpf übrig
„Ob da nicht über das Ziel hinausgeschossen wurde?“
„Mag ja sein, dass es dürre Äste gegeben hat. Aber deswegen gleich alles zu fällen - sehr verwunderlich“, sagt Pressler. Auch dass die Feuerwehr die Säge angesetzt habe, machte ihn stutzig. Zumal der Stamm aus seiner Sicht noch gesund ausgesehen habe. „Ob da nicht über das Ziel hinausgeschossen wurde?“, fragt er. Offenbar nicht. Der Baum drohte auf ein Haus zu stürzen, sagt Feuerwehrsprecher Daniel Anand. Es sei ein Förster hinzugezogen worden, der einen „gefahrdrohenden Zustand“ feststellte. Das bedeutete: der Baum musste umgehend abgeholzt werden. Am Zwiesel, der Stelle, an der sich der Baumstamm aufgabelt, habe sich ein großer Riss gebildet.

Von der Robinie war nach nicht einmal drei Stunden nur noch der Stumpf übrig.
privatAnand und auch die Pressestelle der Stadt betonen: Bäume würden nicht leichtfertig gefällt. „Bei der Hitze hatten wir sowieso genug zu tun“, sagt Anand. „Und wir sind eigentlich immer froh, wenn wir so etwas nicht machen müssen.“ Wegen der besonderen Einsatzlage in Folge der extremen Temperaturen am Samstag seien auch Einsatzkräfte der freiwilligen Wehr aus Uhlbach angerückt.
Normalerweise ist das Amt für Baumpflege in Stuttgart zuständig, wenn Bäume gefällt werden müssen. „Im Stuttgarter Stadtgebiet werden jährlich etwa 1000 Stadtbäume gefällt, hauptsächlich aus Gründen der Verkehrssicherheit“, teilt die Stadt auf Nachfrage. Es würde aber etwa die gleiche Anzahl nachgepflanzt, heißt es weiter.
„Grundsätzlich pflanzt die Stadt nach einer erforderlichen Fällung an derselben Stelle einen neuen Baum“, so eine Stadtsprecherin. Sei dies etwa aufgrund von Stromleitungen oder vergleichbaren Einschränkungen nicht möglich, sucht sie einen geeigneten Standort in der Nähe. Für den Platz vor dem Haus von Rudolf Pressler dürfte das nicht das Problem sein. Auch in der Kronprinzstraße wird vermutlich ein neuer Baum gepflanzt. Nur, bis der wieder so groß und stattlich ist, wie der alte, dürfte es eine Weile dauern.