Mobilität in Stuttgart: Stadt richtet 103 weitere Carsharing-Parkplätze ein

18 der 103 neuen Stellplätze werden mit Ladesäulen ausgestattet.
Lichtgut/Leif Piechowski„Stuttgart ist aufgrund seiner dicht bebauten Struktur und des begrenzten Parkraums für Carsharing prädestiniert“, sagt Michael Hagel, Leiter der Abteilung Mobilität im Referat Klimaschutz, Mobilität und Wohnen. Der Belegt dafür: Die Zahl der Carsharing-Parkplätze ist kontinuierlich gestiegen, hat sich in den vergangenen Jahren gar verdoppelt. Mit inzwischen 1830 Fahrzeugen (Stand Dezember 2024) rangiert die Landeshauptstadt bundesweit auf dem vierten Platz. Tendenz steigend.
Stadt treibt Ausbau massiv voran
Der Ausbau des Angebots wird von der Stadtverwaltung bereits seit 2017 massiv vorangetrieben, sieht sie darin doch einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung des Parkdrucks, der Stärkung des öffentlichen Nahverkehrs und „somit zu einer lebenswerten Stadt“, so Hagel weiter. Auf Beschluss des Gemeinderats sind Carsharing-Fahrzeuge zunächst einmal bis mindestes Ende 2026 von den üblichen Parkgebühren befreit.
Zudem stellt die Stadt immer weitere stationsgebundene Stellplätze zur Verfügung – in der aktuellen Tranche so viele wie noch nie. Den Zuschlag für die 103 Flächen erhielten die Anbieter deer und Stadtmobil – 18 davon exklusiv für Elektro-Fahrzeuge und mit einer Ladestation ausgestattet. Damit stehen nun erstmals mehr Plätze im öffentlichen Raum als auf privatem Gelände in Stuttgart zur Verfügung.
Jeder vierte Haushalt ist bereits Mitglied
Die Anstrengungen der Stadt tragen Früchte. „Carsharing ist in Stuttgart beliebter denn je. Ein Viertel aller Haushalte in der Stadt verfügt inzwischen über eine Mitgliedschaft“, freut sich der Stuttgarter Carsharing-Koordinator, Nicolas Leyva. Die Stadt will insbesondere den Ausbau der Flotte mit Elektrofahrzeugen beschleunigen, um die Schadstoff-Emissionen weiter zu reduzieren. Der Gemeinderat hat dafür das Förderprogramm „Ladeinfrastruktur für elektrisches Carsharing“ ins Leben gerufen. Anbieter erhalten so bis 50 Prozent der Kosten – maximal 5000 Euro – für den Aufbau einer neuer Ladesäule. Darüber hinaus ist Stuttgart seit Anfang des Jahres auch Teil des EU-Projektes STEER-NWE (Integrated transport solutions to steer NWE‘s just energy transition), an dem sich elf Partner aus sechs Ländern beteiligen. Dabei soll Elektro-Carsharing besser in den Wohnungsbau integriert werden. In Stuttgart solle das in fünf Wohnprojekten versuchsweise integriert werden.