Mutmaßlicher Femizid im Milaneo: Warum die Bluttat uns alle angeht


Im Juli hat der Angriff auf eine Frau zu einem Großeinsatz der Polizei im Einkaufszentrum Milaneo geführt.
SDMG / DettenmeyerDie Ermittlungen zum Tötungsdelikt im Milaneo gehen nach dem Tod des Opfers weiter. Noch steht das Ergebnis der Obduktion aus. Sie findet, anders als ursprünglich geplant, nun am Freitag statt. Die Staatsanwaltschaft erhofft sich weitere Erkenntnisse. Bekannt ist jedoch, dass der 54-jährige Mann, der seine von ihm getrennt lebende Frau am 23. Juli erst mit einem Messer attackiert und dann mit Brandbeschleuniger übergossen haben soll, seit 25. August in einer psychiatrischen Einrichtung untergebracht ist. Das sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft auf Anfrage. Bis zu diesem Zeitpunkt befand sich der Mann in Untersuchungshaft. Ein Haftrichter hatte diese einen Tag nach der Tat angeordnet.
Auch wenn bis zum Abschluss eines Gerichtsverfahrens die Unschuldsvermutung gilt für den Ehemann gilt, deutet alles darauf hin, dass es sich um einen Femizid handelt. Mehr zur Einordnung im nachfolgenden Video:
Die Verlegung in die Psychiatrie geschieht immer dann, wenn der Verdacht vorliegt, „dass sich die beschuldigte Person bei der Tatbegehung im Zustand verminderter oder aufgehobener Schuldfähigkeit befand“, so die Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Bis zur Anklageerhebung und dem Verfahrensende ist diese Unterbringung vorübergehend. Sie kann dauerhaft sein, wenn die Richter am Landgericht zu der Erkenntnis kommen, dass der Angeklagte wirklich in diesem Zustand gehandelt hat. Dann kann statt einer Haftstrafe der Beschluss zur Unterbringung in der Psychiatrie gefasst werden.