Nach Äußerung des Papstes: Bistum Rottenburg-Stuttgart: Homosexuelle Paare in Kirche „nicht vergessen“

Papst Leo XIV (Archivbild).
Misper Apawu/AP/dpaDas Bistum Rottenburg-Stuttgart betont nach ablehnenden Worten von Papst Leo XIV. zu förmlichen Segensfeiern für homosexuelle Paare die Notwendigkeit von Gesprächen mit dem Vatikan. „Die Diözese nimmt die Äußerungen von Papst Leo XIV. ernst. Sie zeigen, dass es in dieser Frage zwischen Rom, der Deutschen Bischofskonferenz und den Ortskirchen weiterhin einen Dialog braucht“, sagte eine Bistumssprecherin am Freitag in Rottenburg auf Anfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).
„Zugleich bleibt für uns wichtig, Menschen seelsorglich zu begleiten, die um Gottes Segen bitten“, betonte sie und fügte hinzu: „Unsere bisherigen Materialien und pastoralen Hilfen verstehen sich nicht als Gleichsetzung mit der sakramentalen Ehe, sondern als Unterstützung für eine verantwortliche seelsorgliche Praxis.“ Segnungen seien ein wesentlicher Bestandteil einer einfühlsamen Seelsorge, die die Lebensrealitäten von Paaren heute im Blick habe und wertschätze. „An dieser Einschätzung halten wir fest.“
„Wir bleiben für sie da“
Paaren, die auf eine Segnungsfeier hoffen, sage das Bistum: „Sie sind in unserer Kirche nicht vergessen, und wir bleiben für sie da.“ Das Bistum unterscheide aber „zwischen einer förmlichen Segensfeier und dem seelsorglichen Zuspruch des Segens“. Eine Segensfeier im Sinne einer liturgischen Feier, die mit der sakramentalen Ehe verwechselt werden könnte, sei damit nicht gemeint.
Die Bistumssprecherin verwies zudem auf die 2023 von der römischen Glaubensbehörde mit Zustimmung des damaligen Papstes Franziskus veröffentlichte Erklärung „Fiducia Supplicans“. Dieses Vatikandokument eröffne „die Möglichkeit, Menschen in konkreten Lebenssituationen seelsorglich zu begleiten und ihnen den Segen Gottes zuzusprechen - in einer nicht ritualisierten Form und ohne Gleichsetzung mit der Ehe“.
Papst Leo XIV. ließ am Donnerstag aufhorchen. Er kritisierte die Entscheidung mehrerer deutscher Bischöfe, förmliche Segnungen homosexueller Paare in ihren jeweiligen Bistümern zum Regelfall zu machen. Zuletzt hatte der Münchner Kardinal Reinhard Marx eine entsprechende Regelung verfügt. Leo XIV. sagte am Donnerstag im Flugzeug von Äquatorialguinea nach Rom, der Vatikan habe den deutschen Bischöfen bereits klargemacht, „dass wir die förmlichen Segnungen von gleichgeschlechtlichen Paaren nicht billigen“.