Nach Attentat auf CSD in Berlin: „Ihr seid nicht allein": Stuttgart gedenkt der Opfer

Betina Starzmann, Vorstandsmitglied der IG CSD Stuttgart, spricht am Sonntagnachmittag auf der Bühne in Stuttgart.
Laura Wallenfels- Stuttgart hält beim CSD inne: Um 13.35 Uhr gab es eine Gedenkminute für Berlin.
- Am Vorabend fuhr in Berlin ein Transporter in eine Menge – eine Frau starb, mehrere verletzt.
- Veranstalterin Betina Starzmann kündigt Fortsetzung an, nach Abstimmung mit Stadt und Polizei.
- Botschaft an Berlin – „Ihr seid nicht allein“ – und klare Absage an Einschüchterung.
- Politik reagiert: Cem Özdemir spricht von „islamistischem Terroranschlag“, Hildenbrand verurteilt.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Am Sonntagnachmittag, Punkt 13.35 Uhr, wird es still auf dem Stuttgarter Marktplatz. Mit einer Gedenkminute wird auf der CSD-Hocketse der Gewalttat gedacht, die am Vorabend beim Christopher Street Day in Berlin verübt wurde. Ein Mann war dort mit einem Transporter in eine Menschenmenge gefahren, eine Frau wurde getötet, mehrere weitere Menschen verletzt, einige schwebten am Morgen noch in Lebensgefahr.
Auf der Bühne spricht Betina Starzmann, Vorstandsmitglied der IG CSD Stuttgart und Mitorganisatorin des Christopher Street Days, zu den Besucherinnen und Besuchern. „Wir stehen heute als Veranstalter und Teil der queeren Community hier, mit gebrochenen Herzen", sagt sie. Man habe lange überlegt, ob das Programm fortgesetzt werden könne. Gemeinsam mit Stadt, Polizei und Sicherheitsbehörden sei die Lage bewertet worden. Der Entschluss: Weitermachen. „Wenn wir heute nicht hier wären, dann würden wir genau das tun, was Hass, Hetze und Gewalt erreichen wollen", sagt sie weiter.
Starzmann spricht davon, dass es schwer zu ertragen sei, in Stuttgart friedlich zu demonstrieren und zu feiern, während in Berlin ein Angriff auf die Feiernden viele fassungslos zurücklasse. Zum Abschluss ruft sie der Menge zu: „Lasst uns Berlin heute zeigen: Ihr seid nicht allein." Dann wird es erneut still auf dem Marktplatz.
Reaktionen aus der Politik
Auch aus der Politik kommen deutliche Reaktionen. Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir (Grüne) nannte den Angriff einen „islamistischen Terroranschlag" und erklärte, sein Mitgefühl gelte den Opfern und Angehörigen. Der Staat sei nun gefordert, „Sicherheit im öffentlichen Raum" zu gewährleisten, auch mit robusten Mitteln, so Özdemir. Sein Appell: „Wir stehen zusammen, jetzt erst recht."
Auch Sozialminister Oliver Hildenbrand (Grüne) meldete sich zu Wort und erklärte am Sonntag in Stuttgart: „Der abscheuliche Angriff auf den Berliner Christopher-Street-Day ist ein Angriff auf queeres Leben, unsere offene Gesellschaft und unsere vielfältige Demokratie." Seine Gedanken seien bei allen Betroffenen, sein Dank gelte allen, die jetzt mit Hilfe und Solidarität für andere da seien.
