Nach Aus für Filiale in Ludwigsburg
: Mediamarkt und Saturn – droht jetzt die große Schließungswelle?

Wie geht es nach dem Aus in Ludwigsburg für die anderen Filialen von Saturn und Mediamarkt in der Region Stuttgart weiter? Wir haben nachgefragt, ob weitere Schließungen drohen.
Von
Torsten Ströbele
Stuttgart
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Die Übernahme von Mediamarkt/Saturn durch JD.com aus China ist auf der Zielgeraden.

/Sven Simon

Die Nachricht, dass der Elektronikmarkt Saturn im Ludwigsburger Marstall-Center Ende des Jahres schließen wird, sorgt auch in anderen Städten und Gemeinden in der Region für Sorgenfalten. Sind noch andere Filialen betroffen? Kommt jetzt die große Schließungswelle?

Auf Nachfrage unserer Zeitung betont eine Sprecherin von Mediamarkt/Saturn, dass derzeit keine weiteren Schließungen in Baden-Württemberg geplant seien. Derzeit gebe es im ganzen Bundesland knapp 60 Märkte. „Grundsätzlich überprüft Mediamarkt/Saturn Deutschland sein Markt-Portfolio fortlaufend auf Möglichkeiten zur Optimierung. Daraus können Veränderungen von Flächengrößen, Neueröffnungen oder auch Schließungen auf Grund besonderer Gegebenheiten bei einzelnen Märkten resultieren.“

Aus in Ludwigsburg – aber Neueröffnung in Weil am Rhein

Im Fall der Filiale in Ludwigsburg handle es sich um eine standortbedingte Einzelfall-Entscheidung. Es gebe aber auch positive Beispiele wie die Mediamarkt-Eröffnung in Weil am Rhein im September 2025.

Zudem stellt die Sprecherin klar, dass die Schließung in Ludwigsburg auf keinen Fall im Zusammenhang mit der Transaktion durch JD.com stehe. Die Übernahme der Muttergesellschaft von Mediamarkt/Saturn – der Firma Ceconomy – ist mittlerweile auf der Zielgeraden. Convergenta, die Beteiligungsgesellschaft der Gründerfamilie Kellerhals, wird auch nach dem öffentlichen Übernahmeangebot einen Anteil von 25,35 Prozent an Ceconomy behalten.

Unternehmen: Keine weiteren Schließungen von Mediamarkt und Saturn in der Region Stuttgart geplant

Das chinesische E-Commerce-Schwergewicht JD.com möchte sich 70,9 Prozent sichern. Insgesamt geht es dabei um knapp 221 Millionen Aktien. Das Angebot von JD.com lautet 4,60 Euro pro Aktie in bar. Damit liegt das Angebot um 43 Prozent über dem volumengewichteten Durchschnittskurs der vergangenen drei Monate und um 23 Prozent über dem unbeeinflussten Aktienkurs zum 23. Juli 2025.

Die Saturn-Filiale im Marstall-Center in Ludwigsburg schließt.

Foto: Simon Granville

JD.com rangiert auf Platz 44 der Fortune Global 500 und ist gemessen am Umsatz Chinas größter Einzelhändler. Das Unternehmen erzielte im Geschäftsjahr zum 31. Dezember 2024 einen Umsatz von 158,8 Milliarden US-Dollar (147 Milliarden Euro). JD.com ist seit 2014 an der NASDAQ und seit 2020 an der Hongkonger Börse notiert.

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