Nach Rettungsaktion: Tagespflege im Haus Rohrer Höhe schließt nun doch

Das Haus Rohrer Höhe mit seinen betreuten Wohnungen.
Alexandra BöttingerDie Tagespflege im Haus Rohrer Höhe wird nun doch geschlossen. Eine Rettungsaktion von Angehörigen der dort betreuten alten Menschen, die in den vergangenen Wochen im Bezirk mit Flyern und Plakaten die Werbetrommel gerührt haben für die Einrichtung, blieb ohne Erfolg.
Marc Bischoff, der Geschäftsführer des städtischen Eigenbetriebs Leben und Wohnen (ELW), der in dem Komplex das betreute Wohnen und die Tagespflege betreibt, hatte deutlich gemacht, dass die Tagespflege „seit Jahren defizitär“ sei und man nie über eine Auslastung von 40 Prozent hinausgekommen sei. Er hatte die Rettungsaktion der Angehörigen durchaus begrüßt und diese mit Werbematerial des ELW unterstützt.
Jetzt muss Bischoff feststellen: „Wir haben leider keine relevanten Nachfragen durch die Aktion erhalten – in der gesamten Zeit seit Weihnachten gab es nur eine einzige Anfrage.“ Vor diesem Hintergrund müssen man nun „schweren Herzens“ die geplante Schließung umsetzen. „Rund 200 000 Euro Verlust pro Jahr in den letzten Jahren sprechen leider eine sehr eindeutige Sprache“, betont der ELW-Chef. Man hätte sich das anders gewünscht und sei den Angehörigen deshalb auch „sehr dankbar für ihre Initiative“.
Alternativlösungen für den Großteil der Kunden
Im Haus Rohrer Höhe werde man weiter mit dem betreuten Wohnen und mit dem ambulanten Pflegedienst aktiv sein. Letzteren werde man in diesem Jahr noch ausbauen und im Laufe des Jahres vermehrt auch hauswirtschaftliche Dienste anbieten. Überdies eröffnet der ELW zum 15. Mai die neue Tagespflege am Rosenstein. Von den Menschen, die derzeit in der Tagespflege auf der Rohrer Höhe betreut werden, wechseln sieben in die Tagespflege Sonnenberg, eine Person ins betreute Wohnen. Das seien „zwei Drittel der bisher in der Tagespflege Rohrer Höhe versorgten Menschen“, erläutert Marc Bischoff. „Die anderen Kunden haben sich für andere Lösungen entschieden.“