Neue Gesprächsreihe: Sex in Zeiten von KI und Apps – wann kommt der Roboter?

Wie nahe kommen sich Menschen und Roboter schon?
Axel Heimken/dpaSex-Positiv, das pappt man ganz gerne irgendwo drauf, wenn man Aufmerksamkeit will. Kaum ein Club mehr, der nicht eine Sex-Positiv-Party anbietet, selbst die „Bunte“ hat ihren Lesern den Begriff schon erklärt. „Sex ist überall“ nennt das die Stuttgarterin Sarah Zeugner. Und will darüber reden.
Für den Auftakt einer Gesprächsreihe, einen Salonabend am Donnerstag, 19. März im Emilu-Hotel heißt das Thema „Sexpositiv: was heißt das eigentlich? Lust, Konsens, Sprache und persönliche Grenzen“. Genau, was heißt das eigentlich? Über bloße Formeln und Werbung für einen Abend hinaus?
Dazu muss man wissen, dass den Abend die Robody Foundation veranstaltet. Der Verein erforscht, „wie soziale Robotik Intimität, Verbindung und menschliche Nähe unterstützen kann, verantwortungsvoll, ethisch und sinnstiftend“. Sarah Zeugner ist da mit dabei, weil sie mit ihrer Firma KarmaRobotic an der, nennen wir es mal, Menschwerdung von Robotern arbeitet. Mit Professor Christian Becker-Asano von der Hochschule der Medien und einem Roboter war sie etwa bei einer Weinprobe. Und der Roboter hat den Weinkolumnisten dieser Zeitung sehr beeindruckt, er wirkte lebensecht und schlug sich gut bei der Weinprobe.

Sarah Zeugner forscht darüber, wie nahe uns Roboter kommen können. Dieser hier ist ziemlich gut beim Weintesten.
Foto: WeierNun arbeitet Zeugner an anderen menschlichen Genüssen. In den USA und Japan forscht man an humanoiden Androiden, deren Körper Berührungen einfordern und verteilen, die mittels KI Gesprächspartner sind. Als Gefährten, als Hilfe im Alter oder für beeinträchtigte Menschen. Und wie immer, wenn der Mensch etwas entwickelt, sind Kommerz und Ausbeutung nicht fern: Es gibt Bordelle mit Maschinenwesen.
„Wie verändert sich Intimität“, fragen Zeugner und ihre Vereinskollegen, „welche ethischen Herausforderungen stellen sich, wo verlaufen die Grenzen zwischen Mensch und Maschine.“ Die Grenzen sind jetzt schon verschwommen: KI lernt Sprache, digitale Filter formen das Körpergefühl, Algorithmen kennen unsere Sehnsüchte, bestimmen sie vielleicht schon? Wischen rechts, wischen links. „Was passiert mit Nähe, Berührung und Beziehung, wenn Technologie beginnt, auf menschliche Bedürfnisse zu reagieren?“
In den nächsten Monaten wird Zeugner im kleinen Rahmen etliche dieser Fragen behandeln, bis Juli ist jeden Monat ein Salonabend geplant. Bis sie im September tatsächlich einen humanoiden Androiden namens Alma dabei haben wird.
Salonabend Im Emilu
Sexpositiv: Was heißt das eigentlich?
Der Abend beginnt um 18.30 Uhr. Karten gibt es ab 45 Euro über eventim.
