Neue Tierarten in der Wilhelma: Die kleinsten Enten der Welt leben in Stuttgart
Es sind Enten im Miniaturformat, die jetzt den mehr als 1200 Tierarten umfassenden Bestand der Wilhelma bereichern: die afrikanische und die Indische Zwergglanzente. Die Wasservogelarten erreichen gerade einmal die Größe und das Gewicht einer Stadttaube, wie Wilhelma-Sprecher Birger Meierjohann erklärt. Die beiden Entenarten kommen aus dem aus dem Weltvogelpark Walsrode und leben nun im Haus für Kleinsäuger, Vögel und Insektivoren.
Der Erpel ist besonders farbenprächtig
Die farbenprächtigere der beiden Arten ist die Afrikanische Zwergglanzente. Dabei hat der Erpel ein prächtig schillerndes, grün glänzendes Gefieder an Kopf und Nacken und einen leuchtend gelben Schnabel. Die Weibchen sind schlichter gefärbt. Sie teilen sich ihre Voliere mit Halsbrandbrachschwalben und Rotkehlspinten. „In ihrer afrikanischen Heimat geraten die Bestände der auf naturnahe Gewässer angewiesenen Art durch Veränderungen ihrer Lebensräume immer mehr in Bedrängnis“, sagt Meierjohann.
Die Indische Zwergglanzente hat ein unauffälligeres Gefieder mit Grau- und Brauntönen. Jahreszeitlich bedingt sehen sie schlicht aus. Im Prachtkleid ist der Erpel kontrastreicher gefärbt. Diese Art ist in der Wilhelma mit den Kleinkantschils, einer nur hasengroßen Huftierart und Straußwachteln vergesellschaftet. In ihrer ursprünglichen Heimat kommt sie in Indien und Sri Lanka und vereinzelt in Teilen Südostasiens vor. Sie ist wie die afrikanische Schwesternart auf stehende und langsam fließende Süßgewässer angewiesen. Zur Brut gehen alle Zwergglanzenten in Höhlen, wo sie ihr Nest bauen. In Asien sind es vor allem Baumhöhlen, in Afrika können es auch verlassene Nester von anderen, größeren Vögeln sein.
Die Neuzugänge sind Raritäten in europäischen Zoos
Andreas Frei, der Vogelkurator der Wilhelma, ist erfreut über die Neuzugänge: „Die Afrikanischen als auch die Indischen Zwergglanzenten sind Raritäten in europäischen Zoos. Sie sind Beispiele für die unbeschreibliche Vielfalt der fast 11 000 weltweit vorkommenden Vogelarten.“ Damit soll auch bei den Besucherinnen und Besuchern ein Bewusstsein für weniger bekannte Arten geweckt werden.




