Oldtimer-Messe Retro Classics in Stuttgart
: Diese Oldtimer gingen bei der Auktion weg – Ferrari brachte am meisten Geld

Die Oldtimer-Auktion auf der Messe Retro Classics in Stuttgart hat viele Kaufwillige angezogen. Eine bunte Auswahl an Fahrzeugen wechselte den Besitzer: Luxus- und Vorkriegsmodelle, Kleinwagen und ein Camper. Hart umkämpft war ein Sportwagen.
Von
Andreas Schröder
Stuttgart
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  • Retro Classics in Stuttgart: Oldtimer-Auktion mit hoher Bieterlaune in Halle 1.
  • Höchstes Gebot für BMW Z8 bei 155000 Euro – Verkauf scheiterte am Mindestpreis.
  • Teuerster Zuschlag: Ferrari Mondial T Pininfarina von 1990 erzielte 59600 Euro.
  • Jaguar E-Type Serie 3 ging für 59500 Euro weg, mit umfangreichen Wartungen zuvor.
  • VW Käfer „Jubiläum 50 Jahre“ brachte 30200 Euro, Ford Escort von 1970 erzielte 8500 Euro.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

  • Der rote Ferrari Mondial T Pininfarina wurde für knapp 60 000 Euro versteigert.

    Classicbid
  • Zu den Besonderheiten der Auktion zählte ein VW Käfer 1200 L „Jubiläum 50 Jahre“. Der graue Volkswagen mit 34 PS hat als ehemaliges Ausstellungsstück im VW-Zentrum Pforzheim ganze 185 Kilometer auf dem Tacho. Das Fahrzeug wurde für 30 200 Euro versteigert. Ausrufpreis war 22 000 Euro. Der Ausrufpreis ist der Preis, den der Verkäufer gerne erzielen möchte.

    Classicbid/Classicbid
  • Der NSU Wankel Spider ist der erste Serienwagen mit einem Wankelmotor. Der Zweisitzer mit 50 PS und Vier-Gang-Schaltgetriebe wurde 2012 aus den USA importiert. Ausrufpreis 9500 Euro, versteigert für 16 100 Euro

    Classicbid/Classicbid
  • TVR Chimaera 400, ein britischer Roadster, rechtsgelenkt, Baujahr 1996. Knapp 82 000 Meilen auf dem Tacho; mit einem 4,0 Liter Rover-V8-Motor, 240 PS. Ausrufpreis: 10 000 Euro; versteigert wurde der TVR für 12 000 Euro.

    Classicbid
  • Triumph 1800 Roadster, rechtsgelenkt, Baujahr 1947. Mit an Bord: Historisches Bordwerkzeug, Handluftpumpe, Handfettpresse, Handstarterkurbel, Werkzeug für Radmontage. Ausrufpreis war 12 000 Euro, der Triumph ging für 15 800 Euro weg.

    Mediabid 2023
  • Glas S 1004, seltene Limousine, angabegemäß nur zwei Fahrzeughalter seit der Erstzulassung 1964. 54 Jahre im Besitz einer Familie. Wurde für 9500 Euro versteigert, Ausrufpreis war 10 000 Euro; der Verkäufer hat den Preis akzeptiert.

    Mediabid 2023
  • Die Besonderheit dieses Lincoln Continental Town Car von 1979 ist laut Classicbid ein „unrestaurierter, gepflegter Originalzustand, Lackierung und Chromteile sind auf gleichem Top-Niveau“. Original ist demnach auch das Ford-Autoradio. Der Lincoln ging für 18 800 Euro und damit 2200 Euro unter Ausrufpreis weg.

    Mediabid 2023
  • Plymouth Business Coupé, ein Vorkriegsauto von 1937, ging für 21 800 Euro an den neuen Besitzer. Der Verkäufer hatte sich 20 000 Euro zum Ziel gesetzt. Nach Angaben von Classicbid wurde der Plymouth komplett restauriert und neu in dunkel- und hellgrün lackiert.

    Mediabid 2023
  • „Käfer geht immer“, heißt es bei Classicbid. Dieses 1303 LS Cabrio, Baujahr 1973, ist für 25 100 Euro versteigert worden, Ausrufpreis war 24 500 Euro. Von der Komplettrestauration liegt dem Käufer nun auch eine umfangreiche Fotosammlung vor.

    Mediabid 2023
  • Volkswagen Phaeton V8 (hier die Langversion), das damalige Flaggschiff von Volkswagen. Der damalige Volkswagen-Chef Ferdinand Piëch brachte Ende der Neunzigerjahre das ehrgeizige Projekt auf den Weg. Er wollte mit einer Luxuslimousine ein neues Marktsegment für Volkswagen erschließen. Dieses Modell, Baujahr 2012, mit 58 200 Kilometern, ist entsprechend umfangreich ausgestattet. Ausrufpreis 21 000 Euro, versteigert für 25 500 Euro.

    Mediabid 2023
  • Der Volkswagen T3 Joker Camper, Baujahr 1985, mit Aufstelldach, ist laut Classicbid „ungeschweißt und ohne Rost“, wurde „nie im Winter gefahren und immer im Trockenen abgestellt“. Der Camper hat 90 PS und 102 500 Kilometer auf dem Tacho. Der Verkäufer wollte 24 500 Euro haben, hat 23 000 bekommen und war damit einverstanden.

    Classicbid/Classicbid
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Abgesehen von der Liebe zu Oldtimern haben zwei Dinge dazu geführt, dass die Interessenten auf der Oldtimer-Auktion in Stuttgart „bieterfreudiger als sonst“ waren: das frühlingshafte, sonnige Wetter und der Umzug von Halle 4 in die Premium-Halle 1. Das sagt zumindest Rainer Hahn, bei Classicbid zuständig für die Oldtimer-Versteigerung. Das Oldtimerauktionshaus mit Sitz im rheinland-pfälzischen Grolsheim bei Bingen veranstaltet seit 2016 die Live-Auktion auf der Retro Classics.

In Halle 1 bieten Händler traditionell hochpreisige Fahrzeuge zum Verkauf an. In dem Umfeld hat sich Classicbid wohlgefühlt. 31 Fahrzeuge hat das Unternehmen auf die diesjährige Retro Classics mitgebracht, für sechs davon wollten die Verkäufer, meist Privatleute, sechsstellige Beträge erzielen.

Der Z8 muss da bleiben

Am meisten geboten wurde bei der Auktion für einen silbernen BMW Z8. Das Fahrzeug ist noch kein Oldtimer, aber bereits ein teurer Klassiker. Rar war das Modell von vornherein, nur 5703 Fahrzeuge wurden produziert. 155 000 Euro hat ein Interessent für das Fahrzeug geboten, das 2001 in den USA zugelassen wurde. Als Fahrzeug von Pierce Brosnan als James Bond 007 im Film „Die Welt ist nicht genug“ wurde das Modell Z8 auf einen Schlag weltweit bekannt. Da der Verkäufer aber 185 000 Euro für den Z8 wollte, kam das Geschäft nicht zustande.

Höchstes Gebot, aber nicht hoch genug für den Verkäufer. Der BMW Z8 wurde nicht versteigert.

Foto: Classicbid

Das teuerste versteigerte Fahrzeug der Auktion war deshalb ein roter Ferrari Mondial T Pininfarina, Baujahr 1990. Das V8-Cabrio, lackiert in der traditionellen Ferrari-Lackierung „Rosso Corsa“, hat den für Liebhaber wichtigen originalen und vollständigen Werkzeugkoffer aus Leder an Bord; von 2018 bis 2024 sind Rechnungen über Wartung und Original-Ersatzteile in Höhe von knapp 25 000 Euro vorhanden. Der Verkäufer wollte den Sportwagen nicht unter 49 000 Euro hergeben, nach einem munteren Bietergefecht kann er sich nun über einen Erlös von 59 600 Euro freuen.

100 Euro weniger erzielte ein gelber Jaguar E-Type, Serie 3, Baujahr 1972. Der Verkäufer hatte sich für den Zwölf-Zylinder-Roadster exakt die 59 500 Euro erhofft, die ein Bieter auch bereit war zu bezahlen. Der Jaguar wurde im September 1973 an British-Leyland in New York geliefert und lief seit 1997 in Deutschland. In den vergangenen vier Jahren hat der Verkäufer laut Classicbid etwa 35 000 Euro investiert in Wartung, Service und Technik (unter anderem Zündung, Bremsen, Auspuff, Elektrik und Fahrwerk).

Jaguar E-Type Cabrio

Foto: Classicbid

„VW Käfer geht immer“, sagt Classicbid-Experte Hahn, der bei Bosch Kfz-Elektrik gelernt hat. Das gilt wohl gerade für ein ganz besonderes Modell, das deutlich mehr Geld erzielt hat, als der Verkäufer für seinen VW Käfer 1200 L „Jubiläum 50 Jahre“ angepeilt hatte. „Der letzte Käfer, einer von nur 2600 produzierten Aktionsmodellen für Deutschland“, sagt Hahn. Der graue Käfer mit 34 PS hat als ehemaliges Ausstellungsstück im VW-Zentrum Pforzheim ganze 185 Kilometer auf dem Tacho. Der Ausrufpreis für das alleine schon wegen seiner geringen Laufleistung ungewöhnliche Fahrzeug lag bei 22 000 Euro; der Ausrufpreis ist der Preis, den der Verkäufer gerne erzielen möchte. Der Auktionshammer fiel bei 30 200 Euro.

Das Fahrzeug mit dem geringsten Ausrufpreis der Auktion wechselte exakt für diese Summe den Besitzer: ein roter Ford Escort, Baujahr 1970, mit dem markanten „Hundeknochen“-Kühlergrill, brachte 8500 Euro.

Man erkennt sofort, warum es „Hundeknochen“-Kühlergrill heißt.

Foto: Classicbid

Wer ein Fahrzeug ersteigert, muss eine höhere Summe einkalkulieren als nur den Auktionspreis. Classicbid finanziert sich über den sogenannten Aufpreis: Verkäufer müssen fünf Prozent des Auktionspreises entrichten, Käufer zehn Prozent.

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