Bluttat in Filderstadt geklärt?
: Zwei Brüder als Messerangreifer identifiziert

Nach einer Häufung von Gewaltdelikten in den vergangenen Wochen in Filderstadt kann die Polizei zumindest im jüngsten Fall einen Ermittlungserfolg vermelden. Die anderen Fälle sind dagegen noch ungeklärt.
Von
Wolf-Dieter Obst
Stuttgart
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Nach einer Messerattacke in Sielmingen hat die Polizei bei zwei Verdächtigen die Handschellen klicken lassen (Symbolbild).

dpa/Soeren Stache

Das Überfallkommando ließ sich in einem schwarzen Auto zum Tatort chauffieren. Zwei Männer stiegen aus, fielen über einen 41-Jährigen her, schlugen und stachen ihn nieder, ließen ihr Opfer lebensgefährlich verletzt zurück. Die Bluttat vom Wochenende im Filderstädter Stadtteil Sielmingen dürfte nun aber geklärt sein: Die Kriminalpolizei hat zwei 27 und 28 Jahre alte Brüder als Tatverdächtige identifiziert, wie die Polizei am Freitag vermeldet. Der Ältere sitzt in Untersuchungshaft.

Die Tat spielte sich am vergangenen Samstag gegen 20.25 Uhr in der Eberhardstraße ab, die hinter dem Unteren Friedhof in Richtung Rathausplatz verläuft. Dort hatte der 41-Jährige an seinem geparkten Auto gewartet, als ein schwarzer Wagen vorfuhr, zwei jüngere Männer absetzte und dann seine Fahrt fortsetzte. Das Duo soll den 41-Jährigen sofort mit Faustschlägen angegriffen haben. Einer der beiden, offenbar der 28-Jährige, soll dabei auch mit einem Messer zugestochen haben. Anschließend rannten die Angreifer zu dem schwarzen Auto und ließen sich von dem noch unbekannten Fahrer aufnehmen.

Die Spur führt in den Großraum Esslingen

Das Opfer musste vom Rettungsdienst versorgt und in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Erst eine Notoperation konnte die Lebensgefahr bannen. Da es offenbar Zeugen des Vorfalls gab, musste die ermittelnde Polizei nicht lange im Dunkeln tappen. Die Spur führte in den Großraum Esslingen zu einem 27-Jährigen, dessen Wohnung am Mittwoch von Einsatzkräften nach Beweismitteln durchsucht wurde. Er selbst wurde vorläufig festgenommen. Dabei zeichnete sich ab, dass sein ein Jahr älterer Bruder mutmaßlich der Mann mit dem Messer war. Dieser stellte sich später der Polizei.

Beide Verdächtige wurden am Donnerstag beim Stuttgarter Amtsgericht dem Haftrichter vorgeführt. „Der Vorwurf lautet auf versuchten Totschlag“, sagt Staatsanwaltssprecherin Stefanie Ruben. Der 28-Jährige musste am Donnerstag hinter Gitter. Der Haftbefehl gegen den jüngeren Bruder wurde indes gegen Auflagen außer Vollzug gesetzt. „Die Ermittlungen zum mutmaßlichen Motiv dauern an“, sagt der Polizeisprecher Christian Wörner. Mit den subkulturellen Gruppierungen im Großraum hätte dieser Fall nichts zu tun. In Polizeikreisen ist zu hören, dass sich die Beteiligten wohl kannten, eine persönliche Abrechnung nach einem zurückliegenden Streit sei nicht ausgeschlossen.

Drei weitere Gewaltdelikte noch ungeklärt

Weiterhin ungeklärt sind dagegen zwei weitere Gewaltdelikte, die sich am 20. Juni in den Stadtteilen Bernhausen und Sielmingen abgespielt hatten. Am Bahnhof Bernhausen hatten zwei Insassen eines schwarzen Audi nachts um 0.20 Uhr zwei 21-jährige Fußgänger angegriffen und verprügelt, die mit beschädigter Halskette und T-Shirt zurückblieben. Die Täter flüchteten Richtung Sielmingen. Dort wurde um 16.40 Uhr auf dem Rathausplatz ein 27-Jähriger von einem Jugendduo niedergeschlagen, nachdem die drei zuvor aus einem Bus der Linie X 4 Richtung Nürtingen ausgestiegen waren.

Besonders spektakulär war der Fall von Gruppengewalt am 5. Mai in der Fabrikstraße im Stadtteil Bonlanden, als ein Unbekannter zwei 21 und 23 Jahre alte Gegner mit der stumpfen Seite einer Axt angriff und leicht verletzte. Auch in diesem Fall entkam der Angreifer mit einem Pkw. Hier scheinen sich die Ermittler schwerer zu tun. Polizeisprecher Wörner formuliert es so: „Zu diesen Fällen können wir keine Neuigkeiten vermelden.“

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