Porsche-Challenge 2026: Ein Saal voller „Happy People“

Strahlende Gesichter: Preisträger und Jurymitglieder der Ferry-Porsche-Challenge 2026 bei der Preisverleihung im Porsche-Museum.
Max Kovalenko- Ferry-Porsche-Stiftung vergab im Rahmen der Porsche-Challenge 2026 Preisgelder von 500 000 Euro.
- Thema: würdevolles Leben im Alter – rund 200 Bewerbungen, 30 Organisationen eingeladen.
- Preisstruktur: drei erste Preise à 50 000 Euro, sechs zweite à 25 000, neun dritte à 10 000.
- Sonderpreise: zwei à 30 000 Euro, dazu zehn weitere Auszeichnungen à 5000 Euro.
- Ausgezeichnet wurden u. a. ASB BW für digitale Erinnerungen, Johanniter für sichere Internetnutzung und das Leipziger Hospizprojekt „Der letzte Garten“.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Offiziell sind es nur drei „Happy People“, deren Augen im großen Saal des Porschemuseums leuchten. Tatsächlich jedoch strahlen am Donnerstagnachmittag nicht nur die drei Damen der inklusiven Tanzformation des Stuttgarter Vereins Zeit zum Tanzen, die hier einen unverstellt-begeisternden Auftritt auf die Bühne bringen. Nein, der ganze Saal besteht aus Happy People, gut 200 Personen. Sie vertreten 30 ausgewählte gemeinnützige Organisationen und Initiativen,
Eingeladen hat die Porsche-Stiftung. Auf dem Programm steht die Verleihung der Preise im Rahmen der sogenannten Porsche-Challenge 2026, einer seit 2019 jährlich stattfindenden Ausschreibung zu gesellschaftlich relevanten Themen. Nachdem die bisherigen Ausschreibungen die Themen Kinder und Jugendliche, Inklusion und Kultur zum Inhalt hatten, ging es jetzt um das Thema würdevolles Leben im Alter. „Wir wollten in diesem Jahr gezielt Projekte in den Mittelpunkt rücken, die die gesellschaftliche Teilhabe von älteren Menschen stärken“, hebt der Vorstandsvorsitzende der Ferry-Porsche-Stiftung, Florian Laudan, bei der Preisverleihung hervor. Und wie jedes Jahr, wenn die Porsche-Stiftung ihr Füllhorn öffnet, ist der Andrang groß: rund 200 Organisationen und Initiativen aus den beiden Porsche-Standorten Baden-Württemberg und Sachsen beteiligten sich an der Ausschreibung unter dem Motto „Gemeinsam älter - Gemeinsam stärker“.
Zwar ist das Füllhorn der Stiftung nicht mehr ganz so groß, wie zu Beginn; auch hier muss gespart werden. Doch die Preisgelder summieren sich immerhin noch auf stattliche 500 000 Euro. Vergeben werden drei erste Preise mit je 50 000 Euro, sechs zweite Preise mit je 25 000 Euro, neun dritte Preise mit je 10 000 Euro. Außerdem zwei Sonderpreise mit je 30 000 Euro und zehn weitere Preise mit je 5000 Euro. Damit lässt sich etwas anfangen. Wer welchen Preis bekommt, wird erst bei der Preisverleihung bekannt gegeben. Das Preisgeld ist das eine. Dazu kommt: „Wir setzen damit auch Vertrauen in Ihre Arbeit“, betont Laudan unter dem Beifall des happy Saals.

Ein erster Preis ging an die Vertreterinnen des Hospiz-Projekts „Der letzte Garten“ in Leipzig. Links Florian Laudans, Vorstandsvorsitzender der Ferry-Porsche-Stiftung. Rechts: Vera Schalwig, Porsche-Personalvorständin und Jurymitglied.
Max KovalenkoViele der Ausgewählten sind denn auch „überwältigt“, als sie aus dem Mund von Laudans und anderer Jury- und Kuratoriumsmitgliedern, darunter Porsche-Personalvorständin Vera Schalwig und Porsche-Finanzvorstand Jochen Breckner, den Namen ihrer Organisation vernehmen. Groß ist die Freude auch bei den Vertretern des Arbeiter-Samariter-Bund Baden-Württemberg mit Sitz in Stuttgart. Sein Projekt mit dem Titel „Erinnerung bewahren – Digitale Brücken zu persönlichen Lebensgeschichten“ wird mit einem zweiten Preis bedacht. Es speist persönliche Erinnerungen auf digitalem Wege in den Pflegealltag ein. Mit Hilfe von Tablets und VR-Technik können pflegebedürftige Menschen auf Fotos, Musik oder Audioaufnahmen von Angehörigen zugreifen. In der Begründung heißt es: „Die digitalen Inhalte schaffen emotionale Zugänge, regen Gespräche an und fördern gemeinsame Momente“. Dadurch würden soziale Teilhabe und das emotionale Wohlbefinden der älteren Menschen gestärkt.
Um digitale Teilhabe geht es auch bei dem ausgezeichneten Projekt „Senioren im Internet – Aber sicher!“ des Regionalverbands Stuttgart der Johanniter Unfall-Hilfe. Es unterstützt ältere Menschen dabei, „digitale Technologien selbstbestimmt und sicher zu nutzen“, wie es in der Begründung der Jury heißt. Im Mittelpunkt stünden alltagsrelevante Themen wie Datenschutz, Online-Banking oder der Umgang mit Künstlicher Intelligenz.
Über einen der beiden Sonderpreise freuen sich an diesem Nachmittag die Vertreter der Robert-Bosch-Gesellschaft für Medizinische Forschung in Stuttgart. Das von dem jungen Altersforscher und Physiotherapeuten Christoph Endress angestoßene Pilotprojekt „Sturzklinik 2.0“ markiert Neuland. Es beinhaltet einen „Sturz-Check“ samt „Aufstehprogramm“, das Menschen mit erhöhtem Risiko befähigen soll, im Falle eines Sturzes eigenständig wieder aufzustehen und so auch Ängste vor einem Sturz zu nehmen. Dieses seit Juli 2025 angebotene Training ist personalisiert und wird in kleinen Gruppen unter physiotherapeutischer Anleitung schrittweise aufgebaut, ergänzt durch ein Heimtraining. „Sturzklinik 2.0" trägt dazu bei, die körperliche Selbstwirksamkeit sowie Selbstständigkeit im Alter nachhaltig zu stärken“, lobt die Jury. Endress und sein Mitarbeiter Marc Schneider planen, dieses Programm auch in digitaler Form anzubieten. Das Preisgeld gibt ihnen die Möglichkeit dazu.
Porsche-Chef Leitner lobt „gelebte Solidarität“
Nicht minder eindrücklich ein erster Preis, der an das Hospiz Advena nach Leipzig geht. „Wir begleiten sterbende Menschen, aber wir begleiten sie in erster Linie im Leben, und was ist mehr Leben als Garten“, heißt es dort. Der „Letzte Garten“ auf der Dachterrasse des Hospizes findet großen Zuspruch der Bewohner: „Was sie pflanzen, wächst weiter“, berichtet eine Gartentherapeutin im Gespräch mit Vera Schalwig. Diese den Menschen zugewandte Haltung spiegelt sich in vielen der vorgestellten Projekte.
In einer Video-Botschaft würdigt Porsche-Chef Michael Leitner die Arbeit der Organisationen. Diese stünden für „gelebte Solidarität“. Sie würden mithelfen, Barrieren zu überwinden und Generationen miteinander zu verbinden. Tatsächlich fällt auf, wie viele junge Gesichter unter den Preisträgern der Alten-Projekte sind. An diesem Nachmittag strahlen sie alle.
