Praxistest beim Volksfest: Diese neue App aus Stuttgart soll ein echtes Alltagsproblem lösen

Das Cannstatter Volksfest soll als Praxistest für die App „SameWay“ dienen.
Sebastian Steegmüller- Neue App „SameWay“ bringt Menschen mit gleichem Start- und Zielpunkt zusammen.
- Praxistest beim Cannstatter Volksfest: Nutzer verabreden sich per Chat für gemeinsame Wege.
- Sicherheitsfunktionen: Profile mit Bewertungen, Melden/Blockieren, Option „Nur für Frauen“.
- Freiwillige Ausweisprüfung ist in Vorbereitung – später Suche auf verifizierte Profile möglich.
- Kostenlos und werbefrei: Keine Zahlungsabwicklung, Finanzierung perspektivisch über Veranstalter.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Noch ist die neue App „SameWay“ vor allem ein Versprechen. Sie soll Menschen zusammenbringen, die aus derselben Gegend zum selben Ziel unterwegs sind – unabhängig vom Verkehrsmittel. „Der Kern ist der gemeinsame Weg, nicht das Auto“, sagt der Stuttgarter Gründer Ulrich Ganzhorn. „Und es ist egal, ob hin oder zurück: Die eine Nutzerin sucht nachts einen Heimweg nach Esslingen, der andere möchte einfach nicht allein zwei Stunden im Zug sitzen. SameWay zeigt beiden, wer aus ihrer Gegend gerade denselben Weg hat.“
Nutzer geben Start, Ziel und Zeit an. Die App soll dann anzeigen, wer aus derselben Gegend in dieselbe Richtung unterwegs ist. Verabredet wird sich direkt im Chat. Wie bei jeder Verabredung im Internet könne man den Missbrauch der App nicht vollständig verhindern, so Ganzhorn. „Zu 100 Prozent kann das niemand, keine Plattform und auch kein Taxiunternehmen.“
Identitätsprüfung via Personalausweis wird vorbereitet
„Wir versuchen aber, Missbrauch der App unwahrscheinlich und aufwendig zu machen.“ Es seien Maßnahmen getroffen worden, die mögliche Gefahren reduzieren sollen. Generell werden öffentliche Treffpunkte empfohlen. Darüber hinaus setzt „SameWay“ auf Profile mit Bewertungen, die Aufschluss über andere Nutzer geben sollen. Diese können zudem gemeldet oder blockiert werden.
Außerdem gibt es die Auswahl „Nur für Frauen“, die Männer als Wegepartner ausschließt. Die Funktion beruht derzeit noch auf den Einträgen im Profil. „Wer falsche Angaben macht, verstößt gegen die Nutzungsbedingungen, wird gesperrt und verliert mit dem Konto auch alle Bewertungen“, sagt der Gründer. Außerdem bereite man bereits die freiwillige Identitätsprüfung via Personalausweis vor. „Wer künftig seinen Ausweis prüfen lässt, wird ein sichtbares Abzeichen im Profil tragen.“ Später lasse sich die Suche auf verifizierte Personen beschränken.

Der Stuttgarter Ulrich Ganzhorn, Chef zweier Werbe- und Digitalagenturen, hat die App mit seinem Team entwickelt.
Tom Maurer (Montage SameWay)Für die Nutzer soll die App kostenlos und werbefrei bleiben. „Eine Buchung oder Zahlungsabwicklung über die Plattform gibt es nicht. Wir nehmen keine Provision und wickeln kein Geld ab“, sagt Ganzhorn. „Es gibt keine Werbenetzwerke und keinen Verkauf von Daten.“ Die Server würden in Frankfurt am Main stehen.
Finanziert werden soll das Angebot später über Veranstalter, die ihre Events in der App platzieren und ihren Gästen so die gemeinsame Anreise erleichtern. Wie diese Modelle konkret aussehen sollen, sei aber noch offen. „Kosten für Sprit, ein Gruppenticket oder einen gemeinsamen Mietwagen können sich die Beteiligten teilen, das klären sie aber direkt im Chat.“
Die Idee zur App hatte der 48-Jährige schon vor mehreren Jahren. „Die Entwicklung lief in mehreren Anläufen, neben dem laufenden Geschäft, mit meinen Entwicklern und vollständig aus eigenen Mitteln“, sagt der Geschäftsführer zweier Werbe- und Digitalagenturen, der seit 30 Jahren in Stuttgart selbstständig ist. Was ihn das gekostet hat? „Eine belastbare Summe habe ich nicht, weil der größte Posten Arbeitszeit war, die wir nie sauber vom übrigen Geschäft getrennt haben.“
App seit Mitte September für iPhone und Android verfügbar
Seit dem 13. September ist SameWay in fünf Sprachen für iPhone und Android verfügbar.
Die App wird nun dem Praxistest unterzogen. „Wir haben das Cannstatter Volksfest bewusst als Auftakt gewählt“, sagt Ganzhorn. „Beim Wasen-Besuch kennt jeder das Problem: Die Parkplätze sind knapp, die Bahnen voll, und nachts stellt sich die Frage nach dem Heimweg.“ Er erhofft sich den Beweis, dass sich die Idee im Alltag trägt, nicht nur auf dem Papier.
„Wenn am Ende Menschen zusammen hin- und heimgekommen sind, die sich vorher nicht kannten, ist der Test gelungen“, sagt Ganzhorn. Genauso wichtig seien aber auch die Rückmeldungen: „Was fehlt? Was verwirrt? Wo hakt es? Nach dem Volksfest veröffentlichen wir eine Auswertung, wie viele Fahrgemeinschaften entstanden sind, aus welchen Richtungen, wie viele Personen sich ein Auto geteilt haben.“ Schön gefärbt werde nicht. „Wenn die Zahlen niedrig sind, dann ist es eben so.“

