Premiere: 30 Tage Lust
: Neue SWR-Serie über Liebe, Sex und offene Beziehung

Was, wenn man kurz vor der 30 steht und zeitlebens nur mit seiner langjährigen Partner:in Sex hatte? Torschlusspanik! Die neue in Stuttgart produzierte Serie „30 Tage Lust“ begleitet ein Stuttgarter Paar bei seinen Eskapaden.
Von
Petra Xayaphoum
Stuttgart
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Die beiden Protagonist:innen Freddy und Zeno machen ein Experiment: 30 Tage lang mit verschiedenen Personen außerhalb der Beziehung sexuelle Erfahrungen sammeln.

SWR/Trimafilm

Wer unter 30 liebt heutzutage noch in einer langjährigen monogamen Hetero-Beziehung mit seiner Jugendliebe? Niemand in Berlin, soviel ist sicher. Aber Spaß beiseite: Stuttgart ist natürlich nicht nur deswegen der perfekte Schauplatz für die neue SWR-Serie „30 Tage Lust“, die ein Paar begleitet, das zeitlebens nur miteinander Sex hatte und kurz vor den 30 noch so etwas wie die totgeglaubte Torschlusspanik bekommt (zumindest eine Hälfte davon). Davon getrieben lassen sich die beiden Protagonist:innen Freddy und Zeno – wunderbar gespielt von Linda Blümchen und Simon Steinhorst – auf ein Experiment ein: sich 30 Tage lang mit verschiedenen Partner:innen sexuell austoben.

Das Stadtpalais platzte bei der Premiere von „30 Tage Lust“ aus allen Nähten.

/Petra Xayaphoum

Die achtteilige SWR-Serie feierte am Dienstagabend im Stadtpalais Stuttgart mit so vielen Gästen und Besucher:innen Premiere, dass Sitzplätze aufgestockt werden mussten und ist ab heute komplett in der ARD Mediathek verfügbar. Viele Stuttgarter Orte – vom Schlosspark bis zum Pressehaus – erkennt man als Stuttgarter:in wieder. Das freut nicht nur Stadtpalais-Direktor Torben Giese, der in seiner Eröffnungsrede betont, wie wichtig eine solche Serie für die Außenwirkung Stuttgarts ist. Und in der Tat schafft es das Filmteam rund um die Regisseur:innen Pia Hellenthal und Bartosz Grudziecki ein Bild von Stuttgart abseits von Kehrwoche, Penibilität und Äffle-und-Pferdle-Witzigkeit zu zeichnen, das jung, aufgeschlossen, sympathisch und an den richtigen Stellen selbstironisch ist.

Einen großen Beitrag dazu leisten die Darsteller:innen, die sich den vielen Sex-Szenen, die von Natur aus ein hohes Cringe-Potenzial für die Zuschauer:innen mit sich bringen, natürlich, nahbar und trockenhumorig nähern. Das sei neben dem Wunsch der Filmemacher:innen, die Sex-Szenen authentisch und entromantisiert einzufangen, auch der ständigen Begleitung der sogenannten closed Sets durch einen Intimitäts-Coach zu verdanken. Der war an den closed Sets, bei denen aufgrund von Nacktszenen nur das nötigste Filmpersonal anwesend ist, für die Kommunikation von persönlichen Grenzen zwischen den Darsteller:innen als auch zur Regie beim Dreh verantwortlich, wie die beiden Hauptdarsteller:innen bei der Premiere verraten.

Die Kirsche auf der Sahnetorte ist im Übrigen die Filmmusik, die von keinen Geringeren als dem Electronica-Duo Ätna beigesteuert wurde. Die beiden Musiker:innen aus Dresden, die schon mit Größen wie Solomun zusammengearbeitet haben, spielten im Anschluss an das Screening im Stadtpalais Stuttgart noch ein Live-Set, das einzige in Stuttgart in absehbarer Zeit.

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