Queerfeministische Filmtage: Sexarbeit, Samenspende und schwangere trans Männer auf der Leinwand

Euch erwarten drei Abende, insgesamt sechs Filme in verschiedenen Stuttgarter Locations, inklusive Filmgesprächen. Vorbeischauen lohnt sich!
Feministisches Frauen*Gesundheitszentrum StuttgartFilmfans (und Sommer-Muffel, die keine Lust auf Freibad und Co. haben) aufgepasst: Ab Mittwoch, 3. Juni verwandeln sich drei Orte im Kessel in Kinos mit Haltung. Die queerfeministischen Filmtage „Through her* eyes“ sind zurück und bringen internationale Perspektiven auf die Leinwand, die sonst oft unsichtbar bleiben. Das gibt es zu sehen.
An drei Abenden zeigt das Feministische Frauen*Gesundheitszentrum Stuttgart sechs verschiedene Filme aus aller Welt – von Nepal über Bolivien bis Großbritannien. Die Filme erzählen von FLINTA-Realtitäten und kämpfen für deren Sichtbarkeit und Rechte. Zu sehen gibt es Geschichten von Aktivismus und Alltag, von Kampf und Humor, von Schmerz und Selbstermächtigung.
Das ist noch nicht alles: Nach jeder Veranstaltung wird diskutiert, entweder mit den Filmschaffenden selbst oder Expert:innen vor Ort. Zusammen werden die Filme also nicht einfach nur konsumiert, sondern gemeinsam erlebt, hinterfragt und weitergedacht.
Diese vier Kurzfilme sind am Mittwoch zu sehen
Los gehen die queerfeministischen Filmtage diesen Mittwoch beim Württembergischen Kunstverein um 20 Uhr. Was gezeigt wird? Vier Kurzfilme, die unterschiedlicher kaum sein könnten und doch alle von der Kraft des Sichtbarmachens erzählen:
Gesicht der Überlebenden sexualisierter Kriegsgewalt in Nepal
Am Mittwoch, 17. Juni zeigt Subina Shresthas um 20 Uhr im Museum Hegel-Haus ihren Dokumentarfilm „Devi" (Nepal/Südkorea/UK, 2024). Darin porträtiert sie Devi Khadka, eine nepalesische Aktivistin, die für Gerechtigkeit kämpft – und dabei ihr eigenes Trauma öffentlich macht. 1997 wurde die damals siebzehnjährige Devi während des nepalesischen Bürgerkriegs verhaftet, gefoltert und vergewaltigt. Heute ist sie das Gesicht der Überlebenden sexualisierter Kriegsgewalt in Nepal. Sie sammelt Zeugnisse und konfrontiert eine Regierung, die diese Verbrechen lieber verschweigen würde.
Der Film zeigt Devi als Aktivistin, die nicht aufgibt – aber auch als Mutter, deren Tochter sich eine „normale" Mama wünscht. Ein intimer Blick auf den Preis von Aktivismus: Was kostet es, die eigene Geschichte immer wieder öffentlich zu erzählen?
Sexarbeit radikal neu denken - Kamera drehen
Den Abschluss der queerfeministischen Filmtage macht María Galindos mit „Revolución Puta“ (Bolivien, 2023). Der Film provoziert schon mit dem Titel und denkt Sexarbeit radikal neu. Die Mitbegründerin des feministischen Kollektivs Mujeres Creando stellt eine entscheidende Frage: Wie filmt man über Sexarbeit, ohne in die üblichen Fallen zu tappen?
Ihre Antwort: Indem man die Kamera den Sexarbeiterinnen selbst gibt. Entstanden sind vier verwobene Kurzfilme in visueller Poesie. Die Sexarbeiterinnen erzählen ihre eigenen Geschichten – und zwingen das Publikum dabei, die eigene Position zu reflektieren. Wer schaut hier wen an? Wer spricht über wen?
Der Eintritt zu allen drei Abenden ist frei. Spenden werden gerne gesehen.