Radverkehr in Stuttgart: Stadtradeln in Stuttgart: Zwei-Millionen-Kilometer-Marke verpasst

Das Stadtradeln fand vom 4. bis zum 24. Mai statt.
Lichtgut/Max KovalenkoDie große Rekordjagd ist ausgeblieben: Stuttgart hat beim diesjährigen Stadtradeln die erhoffte Zwei-Millionen-Kilometer-Marke verpasst. Nach drei Aktionswochen zwischen dem 4. und 24. Mai stehen 8809 Teilnehmer und rund 1,8 Millionen geradelte Kilometer zu Buche. In Baden-Württemberg landet die Landeshauptstadt damit hinter dem Ortenaukreis auf Platz zwei. Städte wie Freiburg haben nicht teilgenommen.
Das Ergebnis bleibt zwar respektabel – die Erwartungen an das Jubiläum wurden allerdings nicht erfüllt. Noch im Vorfeld der zehnten Auflage hatte die Stadt auf neue Bestwerte gehofft. Mehr als 10.000 Radfahrer und über zwei Millionen Kilometer galten als realistisch.
Weniger Kilometer gesammelt
Tatsächlich fällt die Bilanz nun deutlich nüchterner aus. Im Vergleich zu 2025, als rund 9.386 Menschen knapp 1,97 Millionen Kilometer sammelten, ist ein Rückgang zu verzeichnen. Das leichte Minus zeigt sich sowohl bei der Beteiligung als auch bei der Gesamtleistung. Pro Kopf fahren die Teilnehmenden im Schnitt aber gut 200 Kilometer, kaum weniger als im Vorjahr.
An der Spitze der Gesamtwertung steht erneut ein altbekannter Name: das Team der Stadt Stuttgart, das mit großem Abstand die meisten Kilometer sammelte (131.823). Dies liegt vor allem daran, dass die Stadt mit 620 Teilnehmern das mit Abstand größte Team ins Rennen schickte. Auf Platz zwei folgt das Eschbach-Gymnasium in Stuttgart-Freiberg, das 82.856 Kilometer zurücklegte. Komplettiert wird das Podium von der Universität Stuttgart (82.075 Kilometer).
Drei Schulen unter den ersten zehn
Eine Entwicklung ragt aus dem Zahlenwerk heraus: die starke Beteiligung von Schulen. Mit 41 teilnehmenden Bildungseinrichtungen setzt sich Stuttgart in Baden-Württemberg an die Spitze. Das macht sich auch im Ranking der Landeshauptstadt bemerkbar: Gleich mehrere Schulen fahren weit vorne mit. Neben dem Eschbach-Gymnasium, das sich den Spitzenplatz im gesonderten Ranking Schulradeln sichert, schaffen auch das Hegel-Gymnasium in Stuttgart-Vaihingen sowie das Wirtemberg-Gymnasium in Untertürkheim den Sprung in die Top Ten.
Dort finden sich neben mehreren Schulen auch große Namen aus Wirtschaft und Verwaltung – darunter Landesministerien, LBBW und Bosch. Die Mischung verdeutlicht, wie breit die Aktion inzwischen in der Stadtgesellschaft verankert ist.
„Auch in diesem Jahr hat unsere Stadtradeln-Community eindrucksvoll bewiesen, dass Stuttgart eine Stadt ist, in der sehr aktiv Fahrrad gefahren wird“, wird Peter Pätzold, Bürgermeister für Städtebau, Wohnen und Umwelt in einer Pressemitteilung zitiert. „Gemeinsam setzen wir damit ein starkes Zeichen für Klimaschutz und Lebensqualität in unserer Stadt.“
Kritische Stimmen bleiben nicht aus
Trotz des leichten Rückgangs bleibt das Stadtradeln damit auf einem hohen Niveau. Die Beteiligung ist hoch, die individuelle Leistung stabil. Dennoch bleibt die Aktion nicht frei von Kritik. Im Vorfeld hatten Initiativen wie die lokale Klimagruppe Kesselbambule oder das Fahrradkollektiv-Zweirad Stuttgart die Aktion als zu kurz gegriffen bezeichnet und bemängelt, dass viele Radfahrende weiterhin auf lückenhafte oder unsichere Wege angewiesen seien. Die Forderung: Statt symbolischer Kampagnen müsse der Ausbau der Infrastruktur schneller vorankommen.
Die detaillierten Ergebnisse des Stadtradelns sind unter https://www.stadtradeln.de/stuttgart einsehbar.