Ray Dorset in Stuttgart
: Die Hymne auf den Sommer wird schneller und frischer

Der Sommer fühlt sich gut an – Ray Dorset liefert seit 55 Jahren den Sound dazu. In Stuttgart, wo sein Schwiegervater lebt, stellt der Sänger eine frische Version des Megahits vor.
Von
Uwe Bogen
Stuttgart
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Ray Dorset (links) hat zum 55-Jahr-Jubiläum des Mega-Hits „In The Summertime“ eine neue Version mit Hans Derer herausgebracht.

Miguel Dorset

Der britische Gute-Laune-Song „In the Summertime“, der 1970 erschienen ist, gehört zu den erfolgreichsten Hits aller Zeiten. In unzähligen Werbespots war und ist die eingängige Melodie mit dem weltberühmten „Tsch, tsch“-Sound zu hören, aktuell etwa für einen Grill in der Schweiz und für Mayonnaise in Japan. Komponist Ray Dorset, Sänger der Band Mungo Jerry, wird nächstes Jahr 80 und kann sich über eine anhaltende Explosion seiner Rente freuen – die Tantiemen sprudeln ohne Ende.

Zum 55-Jahr-Jubiläum des Hits eine neue Version

Seine Hippie-Haare sind immer noch schwarz und lockig. Ob’s eine Perücke ist, weiß sein Kumpel Hans Derer nicht. „Geht uns auch nichts an“, findet der Musikproduzent aus Winnenden, „ich hab’ noch nie daran gezupft.“ Derer hat Besseres mit ihm vor: Beide bereiten ihren nächsten gemeinsamen Coup vor. Zum 55-Jahr-Jubiläum des Mega-Hits bringen sie eine Version von der Hymne auf dem Sommer heraus, die schneller klingt, noch frischer, mit Frauenstimmen noch erotischer. In dieser Fassung soll der Long-Player die Dancefloors eines jungen Publikums erobern.

Der Sänger hat ein Herz für Bielefeld

Ray Dorset reist oft nach Stuttgart. Sein Schwiegervater lebt hier. Außerdem ist er mit dem Gitarristen Andreas Vockrodt aus Leinfelden-Echterdingen befreundet. Eine weitere Station ist für ihn Winnenden – ins Studio und Büro seines Kumpels Hans Derere, den er seit 30 Jahren kennt. Der Produzent hat einst Depeche Mode in Deutschland groß herausgebracht. Thema des jüngsten Austausches war, versteht sich, Fußball. VfB Stuttgart gegen Arminia Bielefeld – der britische Sänger drückte für Bielefeld die Daumen, da er viele Jahre mit seiner deutschen Frau dort gelebt hat, aber ihm war auch klar, dass der VfB verdientermaßen das Pokalfinale gewinnt. So gesehen hat er sich sehr gefreut über das Spiel.

So sah das Cover für „In The Summertime“ im Jahr 1970 aus.

Foto: Archiv

Seinen Summertime-Hit hat Ray Dorset in 20 Minuten geschrieben, wie er gern erzählt. “ Eigentlich ging der Song nur zweieinhalb Minuten. „Der Produzent sagte, wenn der Song über drei Minuten geht, gibt’s mehr Tantiemen vom Radio“, erzählt der Brite. Im Studio habe man die Tür geöffnet, nahm draußen auf, als ein Bike vorbeifuhr, und der Anfang des Stücks wurde ans Ende gehängt. Fertig ist der Millionenseller. Und weltweit stimmt man mit ein: „Sing along with us, dee-dee-dee, dee-dee, da-da-da, da-da, yeah, we’re hap-happy.“

Die Abrufe auf Spotify und Co. gehen in die Milliarden

Rund 55 Millionen physische Tonträger, so Schätzungen, wurden von dem Song verkauft. Mehrere Milliarden Abrufe auf Spotify und Youtube gibt es, und in mehreren Kino-Filmen ist der Hit zu hören. Nicht zu vergessen, die Dutzende von Cover-Versions, allen voran die von Shaggy, der es bis auf Platz eins der US-Charts brachte. Die neueste Anfrage stammt von niemand anderem als Stargeiger Nigel Kennedy. Er plant, Mungos Song Live in seine Version von Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ einzubauen, und hat Ray zur Präsentation in die Albert Hall eingeladen.

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