Sadeleer Cars in Stuttgart-West
: Sportwagen und Sammlerstücke in stylischer Umgebung

In einem unscheinbaren Hinterhof im Westen Stuttgarts stehen Autos, die man meist nur aus Museen oder Sammlungen kennt – zwischen den Werken von Designern und Fotografen.
Von
Maximilian Gropp
Stuttgart

Ex-Rennfahrer Jerome de Sadeleer lässt in seinem Geschäft die Herzen von Auto-Liebhabern höher schlagen.

Julia Paasch

Ein neuer Showroom im Stuttgarter Westen verbindet Kunst, Architektur und automobile Raritäten – und will mehr sein als ein Autohaus. Unweit des Feuersees hat der Schweizer Unternehmer und Rennfahrer Jérôme de Sadeleer 2024 einen Showroom eröffnet, der über den klassischen Fahrzeughandel hinausgeht. Im Zentrum steht die Verbindung von Architektur, Automobilität und Kunst.

Auf rund 400 Quadratmetern präsentiert Sadeleer ausgewählte Fahrzeuge – darunter seltene Supersportwagen, klassische Sammlermodelle und moderne Hypercars. Letztere sind zwar für den Straßenverkehr zugelassen, aber mit ihrer starken Motorisierung und dem geringen Gewicht eher für den Rennsport ausgelegt.

Fahrzeuge als Bühne für Kunst

Der Raum ist nicht als Verkaufsfläche im herkömmlichen Sinne gestaltet, sondern als kuratierter Ausstellungsort. Auf engstem Raum steht hier ein seltenes Auto neben dem anderen. Zwischen den Fahrzeugen prägen Werke von Etienne Salomé die Showroom-Halle, die früher für Kunstausstellungen genutzt wurde. Der ehemalige Bugatti-Designer ist bekannt für seine abstrahierten Motive aus der Automobilwelt wie Tachometer oder Felgendetails. Mit seinen Anfertigungen übersetzt der Wahl-Berliner Technik und Geschwindigkeit in konzeptuelle Kunst.

An den Wänden der Halle findet man Automobilfotografie von René Staud – einem der berühmtesten Namen in der Szene. Besonders bekannt ist der Leonberger für seine Lichtinszenierungen ikonischer Fahrzeuge in kunstvollen Studioaufnahmen. Die Werke beider Künstler stehen ebenfalls zum Verkauf – häufig zum Preis eines Mittelklasse-Neuwagens. Preislich fangen die Autos bei 40 000 Euro an. Dafür bekommt man aktuell einen Mini Cooper S aus 1968, der vollständig restauriert wurde. Für die teuersten Fahrzeuge werden teilweise siebenstellige Beträge fällig.

Der Showroom wird ergänzt durch ein Lagerkonzept für Sammler und Liebhaber. Eine Garage unter dem Gebäude bietet Platz für rund 100 Fahrzeuge. Neben der reinen Lagerung bietet das Unternehmen auch Dienstleistungen wie Lackschutz, Individualisierung, Restaurierungsbegleitung oder Konfigurationsberatung an. Kunden sollen ihre Fahrzeuge geschützt abstellen und über die gesamte Besitzdauer betreut wissen.

 Abseits ihrer finanziellen Situation unterscheidet sich das Klientel von de Sadeleer in vielerlei Hinsicht. Auto-Enthusiasten aus aller Welt finden in seinem Autohaus Platz. Besonders im mittleren Osten habe er viele Freunde und Kollegen, die privat oder beruflich immer wieder nach Stuttgart kommen. „Dann trifft man sich in meiner Ausstellung, trinkt einen Kaffee und redet über das Leben. Die Autos sind dabei eher Nebensache“, beschreibt der 37-Jährige das enge Verhältnis zu seiner Kundschaft.

Dieser Porsche GT3RS in der Farbe „Lizardgrün“ ist nur eines von vielen farbenfrohen Autos im Showroom.

Foto: Privat

Vergangenheit im Rennsport

Die Idee zur Verbindung von Kunst, Fahrzeugkultur und Raumgestaltung entwickelte sich aus de Sadeleers persönlichem Hintergrund. Bevor er Unternehmer wurde, fuhr er Rennen in internationalen Serien. Zudem nahm er mehrfach an der Rallye Dakar teil. Parallel war er als Manager bei einem deutschen Fahrzeughersteller im Bereich Individualumbauten tätig und sammelte zuvor Erfahrung in der Beratung.

Veranstaltungen, Führungen und Ausstellungen ergänzen das reguläre Angebot des Automobilhändlers. Die Räume stehen ausgewählten Gästen, Kunden und Partnern offen und dienen gelegentlich als Plattform für Präsentationen oder Treffen im kleinen Rahmen. Das Konzept bewege sich zwischen Showroom und Ausstellungsfläche.

Im Umfeld starker Marken

Der Schweizer de Sadeleer hat Stuttgart bewusst zu seinem neuen Standort ausgewählt. „Die Menschen aus der Region haben insbesondere zu Mercedes-Benz und Porsche einen speziellen Draht“, sagt er. Sadeleer Cars versteht sich nicht als Konkurrenz zu bestehenden Markenhäusern, sondern eher als Ergänzung: Es gehe weniger um maximierte Absatzzahlen, sondern um Individualität und Atmosphäre.

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