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: Im Tunnel unter dem Engelbergtunnel

Zwei Jahre lang bereiten die Autobahnexperten die große Sanierung des Engelbergtunnels vor, die dann weitere fünf Jahre dauert. Ein Besuch am Ort des Geschehens zeigt, warum das Projekt so aufwendig ist.
Von
Alexander Ikrat
Stuttgart
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  • Die Decke ist die Fahrbahn im Engelbergtunnel in Fahrtrichtung Karlsruhe/München: Unten ist der zweieinhalb Kilometer lange Abluftkanal.

    factum/Granville
  • „Arbeiten unter der Fahrbahn“ kündigt ein Schild an der A 81 in Fahrtrichtung München/Karlsruhe kurz vor der Einfahrt in den Engelbergtunnel an.

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  • Tatsächlich gibt es unter dem Tunnel einige Gänge und weitere Tunnel, in denen gearbeitet wird.

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  • Aktuell bereiten Enrico Hinz, Reinhold Frenzl und Dominic Hörner (v. re.) vom Regierungspräsidium Stuttgart die große Sanierung des 20 Jahre alten Tunnels vor. Von September 2019 bis 2024 wird der größte deutsche Autobahntunnel für 130 Millionen Euro auf Vordermann gebracht.

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  • Mit dem Löwenanteil von rund 90 Millionen Euro erhält ein rund 200 Meter langes Tunnelstück über und unter der Fahrbahn ein 50 Zentimeter dickes Betonkorsett.

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  • Der Grund dafür ist der sogenannte Anhydrit oder auch Gipskeuper, der sein Volumen bei Kontakt mit Wasser um bis zu 60 Prozent ausdehnen kann und die Tunnelwände in diesem Bereich beschädigt.

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  • Eigens für die Sanierung hat das Bundesverkehrsministerium für rund 1,5 Millionen Euro ein Betriebsgebäude mit Aufzug und Kran errichten lassen, mit dem Baumaterial in die Tiefe transportiert werden kann.

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  • Wer im Tunnel arbeiten muss, gelangt über eine 20 Meter tiefe Gittertreppe hinunter.

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  • Wer länger unten arbeitet, muss ein Atemluftgerät mitnehmen, das im Notfall Sauerstoff für bis zu zehn Minuten hergibt. Außerdem ein sogenanntes Personennotfallgerät, mit dem man auf zehn Meter genau geortet werden kann.

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  • Unten angekommen, erläutert Enrico Hinz, Projektleiter für die Sanierung, wie die fünf Jahre lange Sanierung ablaufen soll. Hinter ihm geht es durch eine Stahltür unter die Weströhre.

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  • Das ist der Ablufttunnel unter der 16 Meter breiten Weströhre, er ist ebenfalls mehr als zwei Kilometer lang. In der Mitte ist oben links ein Entlüftungsschlitz zur Fahrbahn zu sehen.

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  • Wenn es im Tunnel brennt, springen riesige Ventilatoren unter den Fahrbahnen automatisch an, ziehen den Rauch hinunter und leiten ihn. . .

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  • . . .zu dem mächtigen Kamin über dem Nordportal auf Gerlinger Seite.

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  • Bei einem Brandtest im November 2017 war gut zu sehen, wie die Entlüftung über die Decke hinter die Tunnelwände funktionierte.

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  • Die Feuerwehrleute und andere an der Übung Beteiligte brauchten nicht einmal Atemschutzmasken.

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  • So sieht der Zugang zum 30 Meter hohen Kamin von unten aus – mit den mächtigen Lamellen eine Szenerie wie in einem Film der „Alien“-Reihe. . .

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  • Alle 50 Meter gibt es hier unten einen Durchgang zum sogenannten Medientunnel,. . .

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  • . . .in dem auf Blechbahnen die Kabel verlaufen für Beleuchtung, Tunnelfunk, Lautsprecheranlagen, Kameras. Den Austausch von 500 Kilometern Kabel hat das Regierungspräsidium unter Federführung von Reinhold Frenzl (li.), Referatsleiter Großprojekte, jüngst ausgeschrieben.

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  • Von der sogenannten Warte Nord aus überwacht ein Mitarbeiter der Autobahnmeisterei, was im und unter dem Tunnel vor sich geht. Die Warte ist aber nur besetzt, wenn Arbeiten stattfinden. Normalerweise wird der Tunnel von der Verkehrsleitzentrale am Stuttgarter Pragsattel aus überwacht.

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  • Auch eine funktionsfähige Schalttafel mit Leuchtdioden zeigt noch an, welche Verkehrszeichen oder Rauchmelder gerade in Betrieb sind.

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  • Sollte der Engelbergtunnel einen Stromausfall haben, würde die Elektrik mit Batterien ähnlich Autobatterien für eine Stunde weiterbetrieben.

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  • Die Dimensionen der unterirdischen Gänge ist beeindruckend.

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  • Zusätzlich zu den 130 Millionen Sanierungskosten wurden seit 2016 rund 25 Millionen Euro für Vorabmaßnahmen investiert. Neben dem Betriebsgebäude gehören dazu die Schranken etwa 200 Meter vor der Tunneleinfahrt.

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  • So fahren die Verkehrsteilnehmer im Brandfall nicht mehr bis zu den Ampeln am Tunnel vor wie hier bei einem Fehlalarm im Mai 2018, und die Feuerwehr kann auch ohne Rettungsgassen über Bauzufahrten direkt in den Tunnel fahren.

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  • Zur Vorbereitung gehörten auch 20 neue Verkehrszeichenbrücken, von denen die breiteste mit 55 Metern im November 2018 eingesetzt wurde.

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  • Außerdem wurden die Querverbindungen zwischen den beiden Tunneln geschlossen.

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  • Mit den neuen Verkehrszeichen – hier am Südportal in Leonberg – kann die Verengung der Fahrspuren ab April 2020 angezeigt werden: in wechselnder Abfolge bis zum Ende der Sanierung 2024.

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