Sausalitos schließt in Stuttgart
: Warum die Tex-Mex-Kette gescheitert und insolvent ist

Die Tex-Mex-Kette Sausalitos ist pleite. Was das im Detail für die beiden Stuttgarter Restaurants bedeutet und wie der Insolvenzverwalter auf das Konzept blickt.
Von
Lea Krug
Stuttgart
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Das Sausalitos-Restaurant in der Theodor-Heuss-Straße soll schließen. Die Kette ist insolvent.

Krug

Die Tex-Mex-Kette Sausalitos steht vor dem Aus. In mehreren Städten Deutschlands schließen derzeit die Filialen, nachdem das Unternehmen einen Insolvenzantrag gestellt hat. Auch Stuttgart ist betroffen: Zwei Standorte in der Landeshauptstadt machen dicht – teils ist es schon geschehen.

Die beiden Restaurants befinden sich in bester Lage. In der Marienstraße, direkt zwischen Gerber und Königstraße, ist die Tür bereits verschlossen. Ein Zettel im Eingangsbereich weist auf das Ende des Restaurants hin. „Leider mussten wir unseren Betrieb schließen. ‚Muchas Gracias’ für eure Treue, Feierlaune und die vielen schönen Momente, die wir mit euch teilen durften.“ Auf den Tischen im Inneren liegen sogar noch die Karten. Nur ein paar Gehminuten weiter befindet sich eine andere Sausalitos-Filiale auf der Theodor-Heuss-Straße, gegenüber dem Polizeirevier. Noch hat das Geschäft geöffnet, doch am 31. Juli soll voraussichtlich Schluss sein, kündigt Sausalitos-Pressesprecher Sebastian Brunner an.

In der Marienstraße informiert ein Zettel über die Schließung.

Foto: Krug

„Die Krise von Sausalitos begann bereits während der Coronapandemie“, erklärt Brunner auf Nachfrage unserer Zeitung. Seitdem habe das Unternehmen mit einem Rückgang der Gästezahlen und gleichzeitig steigenden Kosten zu kämpfen. Doch das sei nur ein Teil des Problems: „Das Konzept ist schlichtweg nicht mehr zeitgemäß“, so der Sprecher.

Tortillas, Nachos oder Cocktails to go im Plastikbecher kommen offenbar nicht mehr an. Tex-Mex ist vorbei, das machen die Insolvenzverwalter deutlich: „Unmittelbar nach Einleitung des Insolvenzverfahrens fand deshalb ein Investorenprozess statt, an dem sich zahlreiche Interessenten aus dem Bereich der Systemgastronomie beteiligten, mit denen intensive Gespräche und Verhandlungen geführt wurden.“ Letztlich sei allerdings kein Interessent bereit gewesen, die Restaurants mit ihrem Sausalitos-Konzept fortzuführen. Ein Jumbo-Mojito für 12,90 Euro oder der „Big Tapas Tower“ für vier Personen – das lockte offenbar nicht ausreichend viele zahlungskräftige Stuttgarterinnen und Stuttgarter in die Restaurants.

Der Insolvenzverwalter spricht von Verlusten im Millionenbereich. Zwar habe man versucht, Investoren für die angeschlagene Restaurantkette zu finden, doch auch diese Hoffnung sei enttäuscht worden. „Für die Stores in Stuttgart gab es vor diesem Hintergrund keine Übernahmeangebote“, sagt Brunner. Ein Fortbetrieb über den Juli hinaus sei „nicht darstellbar.“ Das ist auch ein harter Schlag für die Belegschaft. Mit den Schließungen verlieren rund 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre Jobs, so Brunner.

Das Restaurant in der Marienstraße von außen.

Foto: Krug

Immerhin können sie hoffen, dass es in den Räumen womöglich bald in einer anderen Form weitergeht. Laut der Insolvenzverwalter laufen aktuell Verhandlungen mit möglichen Nachmietern oder den Vermietern, unter anderem über eine mögliche Übernahme des Inventars. Ziel sei es, an den Standorten einen „zügigen Neustart“ zu ermöglichen.

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