Schulwege in Stuttgart
: Tipps für Eltern: So kommen Kinder sicher zur Schule

Nicht zu spät loslaufen und Spielzeuge in den Ranzen: Zum Start der Aktion „Sicherer Schulweg“ erklären Polizei und Stadt, wie der Schulweg für Kinder sicherer wird.
Von
Torsten Schöll
Stuttgart
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Beim Start der Aktion „Sicherer Schulweg“ gab die Polizei Kindern und Eltern Tipps für den Weg zur Schule.

Torsten Schöll

Was ist beim Queren einer Straße zu beachten? Wie kann man auch im Dunkeln von Autofahrern gut erkannt werden? Und welcher Weg führt eigentlich am sichersten zur Schule? Rund 120 Schulanfänger der Stammheimer Grundschule haben beim ersten Verkehrssicherheitstag der diesjährigen Aktion „Sicherer Schulweg“ die wichtigsten Regeln gelernt, um gefahrlos zur Schule zu gelangen.

Stürmer Deniz Undav vom VfB Stuttgart erzählt von seinem Schulweg

Verkehrssicherheitstage wie in Stammheim wird die Polizei in den kommenden Wochen an allen Stuttgarter Grundschulen durchführen. Der VfB Stuttgart stattet hierfür alle rund 4800 Schüleranfänger mit einer weißen Warnweste mit roten Brustring aus. Beim Startschuss der Aktion „Sicherer Schulweg“ waren deshalb am Mittwoch neben Vertretern der Stadt, der Polizei, des ADAC und der Kinderstiftung Stuttgart auch VfB-Maskottchen Fritzle, Stürmer Deniz Undav sowie VfB-Vorstandschef Alexander Wehrle vertreten. Die Aktion „Sicherer Schulweg“ von Stadt und Polizei findet seit 1984 jährlich zum Schulbeginn statt.

Bevor es für die Stammheimer Abc-Schützen auf die echte Straße ging, um zu üben, konnten die Kinder auf dem Hof der Grundschule an Mitmachstationen testen, was sie über den Straßenverkehr schon wissen. Auf einem Parkour mit Elektrofahrzeugen konnten sich die Jungen und Mädchen sogar selbst am Steuer versuchen. Am Ende eines Verkehrssicherheitstages erhalten alle Kinder den „Kinderfußgängerschein“ der Stuttgarter Kinderstiftung, auf dem noch einmal die wichsten Regeln wiederholt werden. Zum Beispiel, dass Kinder immer am „Haltestein“, dem Gehwegbordstein, anhalten sollen, bevor sie die Straße kreuzen.

Kinder sollten allein zur Schule gehen

An die Adresse der Eltern gerichtet, betonte der Vizepräsident des Polizeipräsidiums Stuttgart, Carsten Höfler, wie wichtig es sei, dass Kinder ihren Schulweg selbstständig meistern. „Dazu müssen wir sie befähigen“, so Höfler. Profi-Fußballer Deniz Undav, um den sich am Mittwoch die Kinder scharten, erinnerte sich an seinen eigenen Schulweg in Achim bei Bremen: Außer den Eltern habe ihm damals niemand erklärt, auf was er auf dem Schulweg achten sollte, sagte der Nationalspieler.

Die Vorbildfunktion der Eltern, unterstreichen in diesem Zusammenhang auch Hermann Volkert und Thomas Schneider von der Verkehrsprävention des Polizeipräsidiums: „Das gilt 24 Stunden an sieben Tagen“, so Volkert. Für Familienvater Oliver Quirin, dessen sechsjähriger Sohn ab nächster Woche die Schulbank drückt, eine Selbstverständlichkeit: „Wir haben schon seit einer Woche den Schulweg mit ihm geübt“, so der Stammheimer. Von morgen an soll er nun gemeinsam mit anderen Kindern, aber ohne elterliche Unterstützung, den Weg zurücklegen.

Kinder der Stammheimer Grundschule beim Auftakt der Aktion „Sicherer Schulweg“ mit Vertretern von Stadt, Polizei und VfB.

Foto: Torsten Schöll

Auch für Eltern hält die Polizei wichtige Ratschläge parat, um ihre Kinder dabei zu unterstützen, sicher zur Schule zu kommen. Neben dem Vorbildsein sind das die wichtigsten:

  • Morgens nicht zu spät losgehen: Aus Angst zu spät zu kommen, missachten Kinder häufig wichtige Vorsichtsregeln.
  • Klare Regeln vereinbaren: Das Kind muss wissen, welche Wege und mit wem es gehen darf.
  • Über den Schulweg sprechen: Was hat das Kind auf dem Schulweg erlebt?
  • Erwachsene machen auch Fehler: Kinder sollten lernen, erst dann über die Straße zu gehen, wenn sie sicher sind, dass die Autos angehalten haben.
  • In der Gruppe ist es besser als allein: Gemeinsam mit anderen Kindern zur Schule zu gehen, ist für die Entwicklung wichtig. In der Gruppe ist der Schulweg außerdem sicherer.
  • Kein „Elterntaxi“: Zu viele Autos vor der Schule wirken sich negativ auf die Verkehrssicherheit aus.
  • Der Schulweg ist kein Spielplatz: Spielzeug gehört auf dem Schulweg in den Schulranzen.
  • Sichtbar sein: Mit heller Kleidung oder Reflektoren am Schulranzen wird das Schulkind besonders in der dunklen Jahreszeit besser gesehen.
  • Wo ist das Kind noch unsicher? Wer sich von seinem Kind durch die Straßen führen lässt, erfährt, in welchen Situationen es noch unsicher ist.
  • Die sichersten Schulwege für jede Grundschule sind den Schulwegeplänen der Stadtverwaltung zu entnehmen, die auf der Internetseite der Stadt Stuttgart abrufbar sind. An die Autofahrer appelliert die Polizei, zu Schulbeginn besonders vorsichtig und rücksichtsvoll zu fahren. Zugleich kündigt die Polizei an, in den ersten Wochen nach Schulbeginn schwerpunktmäßig Geh- und Radwege sowie Fußgängerüberwege zu überwachen. Im Umfeld von Schulen sollen außerdem verstärkt Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt werden. Im vergangenen Jahr kam es, laut Polizeiangaben, in Stuttgart zu 28 Schulwegeunfällen.

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