Seitensprung-Portal: Wo es sich in Stuttgart gut fremdgeht

Stuttgarter Seitensprünge: Wie man sich bettet, so lügt man.
Achim ZweygarthStuttgart - Es gibt Dinge, die will man nicht wissen. Dazu gehört, was Herr und Frau „Müller“ hinter der Hotelzimmer-Tür tun, nachdem sie sich kichernd mit dem gemeinsamen Familiennamen (geborene „Maier“, hihi) angemeldet haben, räusper, hüstel. Beziehungsweise wie man sich bettet, so lügt man. Dass es kleine Techtelmechtel in fremden Betten gibt, das Thema ist wohl so alt wie das Prinzip der Monogamie.
Doch auch untreue Ehepartner überschreiten in Zeiten des Internets nicht nur Grenzen, sie betreten auch Neuland. Denn das, was nebenher läuft, läuft mittlerweile über die heißen Drähte des www, sprich die Affäre beginnt, wenn man/frau im Netz auf einschlägigen Seiten nach ebensolchen -sprüngen sucht.
Wo findet man ein sanftes Ruhekissen?
Man erfährt es aber doch, dank des „Seitensprung-Portals“ Ashley Madison. Die Programmierer haben sich eine zusätzliche Interaktivität für ihr Zielpublikum ausgedacht. Sie fragten geradeheraus, in welchen Hotels der Stadt man (und frau) am liebsten „nebenaus“ gehe. Aller Diskretion an der Rezeption zum Trotz ist das Ergebnis im Internet nachzulesen.
Die für die Hotels unfreiwillige Werbeaktion („Uns hat niemand gefragt.“) ergab, dass 13,8 Prozent ein sanftes Ruhekissen trotz schlechten Gewissens haben, wenn sie im Hotel Azenberg absteigen. Wo sich täglich der Berufsverkehr vorbeiquält, vergnügen sich im Gelegenheitsverkehr an der Heilbronner Straße in 12,3 Prozent der Fälle die Seitenspringer im Arcotel Camino. Tür an Tür mit Holla, der Waldfee, scheint der Anstand fröhliche Urständ’ zu feiern, denn nur 3,1 Prozent aller Untreuen treibt es ins Waldhotel Stuttgart.
Zauberhafte Nächte verbringen die Schlingel dieser Stadt in 4,4 Prozent der Fälle im Hotel Zauberlehrling. Im starken Mittelfeld liegen das Le Méridien (8 Prozent), das Arcona Hotel (7,3 Prozent) und die SI-Suites (6,4 Prozent). In der Spitzengruppe verpasst das Hotel Feuersee (9,3 Prozent) knapp eine Platzierung unter den ersten drei, Bronze geht an das Hilton Garden Inn Neckar Park. Soll noch einer sagen, in der Stadt wäre in Sachen Fremdenverkehr nichts geboten.
