Seltenes Schauspiel
: Riesige Antonov landet am Stuttgarter Flughafen – das war der Grund

Riesige Flieger lassen die Herzen von Flugzeug-Fans regelmäßig höherschlagen. In dieser Woche hat ein besonderes Exemplar in Stuttgart einen Stopp eingelegt.
Von
Michael Bosch
Stuttgart
  • Breiter als ein Fußballfeld in der Bundesliga: Die Antonov An-124 in Stuttgart

    Daniel Kessler
  • Der Rotor wurde in der Nacht entladen.

    KPG Rotating Solutions GmbH
  • Die Maschine war auf der Route Johannesburg (JHB) – Dubai World Central (DWC) – Kairo (CAI) unterwegs und legte in Stuttgart einen Zwischenstopp ein.

    Daniel Kessler
  • Aufgetankt wurde der Koloss dort auch.

    Daniel Kessler
  • Die Maschine gehört zu den größten Flugzeugen der Welt.

    Daniel Kessler
  • In Stuttgart ist sie nur selten zu Gast.

    Daniel Kessler
  • Die Antonov flog weiter nach Leipzig.

    Daniel Kessler
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Für Flugzeugfans ist sie etwas ganz besonderes: An diesem Mittwoch, 28. Januar, ist ein Antonov An-124 auf dem Stuttgarter Flughafen gelandet. Die Antonov ist eines der größten Frachtflugzeuge der Welt – und allzu oft ist sie nicht in Stuttgart zu sehen.

An Bord befand sich ein 80 Tonnen schwerer Generator-Rotor, der aus einem Kraftwerk in Malaysia nach Deutschland transportiert wurde. Von Stuttgart aus wird der Rotor mit dem Laster nach Albbruck im Südschwarzwald weitertransportiert. Die Antonov fliegt laut einer Sprecherin des Stuttgart Airports weiter nach Leipzig.

Antonov bringt Rotor, der im Schwarzwald repariert wird

Der Rotor gehört zu einem noch größeren Generator, der eine Leistung von 700 Megawatt erbringen kann und mehr als eine halbe Million Menschen in Malaysia mit Strom versorgt. „Daher ist es für die lokale Bevölkerung und den Kraftwerksbetreiber von entscheidender Bedeutung, dass die Ausfallzeiten auf ein Minimum reduziert werden. Entsprechend kam ein Seetransport des Rotors nicht in Betracht“, heißt es von KPG Rotating Solution. Der Mittelständler ist unter anderem spezialisiert auf Turbogeneratoren, in den kommenden Wochen wird der Rotor im Schwarzwald repariert.

Der riesige Rotor wird aus der Antonov entladen.

Foto: KPG Rotating Solutions GmbH

Die Antonov wurde Ende der 1970er-Jahre in der Sowjetunion entwickelt. Sie ist rund 69 Meter lang, hat eine Spannweite von etwas mehr als 73 Metern und ist damit breiter als ein Fußballfeld. Besonders spektakulär sieht die Beladung aus – damit auch die sperrigsten Gegenstände an Bord gelangen können, lässt sich bei der Maschine der Rumpfbug öffnen. In der Version für den zivilen Luftverkehr kann sie bis zu 120 Tonnen Last transportieren. In der EU stehen sechs der Flugzeuge zur Verfügung, die in Leipzig stationiert sind.

Die Antonov A225, der große Bruder der An-124, die mehrere Rekorde hält – unter anderem den für die schwerste je transportiere Ladung – war im Februar 2002 in Stuttgart zu Gast. Den Koloss mit einer Länge von 84 sowie einer Spannweite von 88 Metern gibt es inzwischen nicht mehr. Es wurde im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine zerstört. Auch sonst sind die Antonovs eher eine Rarität in Stuttgart. Landungen gab es beispielsweise in den Jahren 2019 und 2017. Auch damals ging es um Spezialaufträge aus der freien Wirtschaft, die nur mit einem so großen Flugzeug zu stemmen waren.

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